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Veröffentlicht am 12. Dezember 2023

Kommunale Abwasserreinigung

Die Abwasserreinigung ist in der Schweiz flächendeckend sichergestellt. In den kommenden Jahren muss ihre Leistung allerdings ausgebaut werden. Bis im Jahr 2040 werden daher ausgewählte Anlagen um eine zusätzliche Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen erweitert. Und auch die Reinigungsleistung bezüglich Stickstoffs gilt es zu erhöhen.

Die Schweiz hat eine umfassende Infrastruktur zur Abwasserentsorgung: Mit einem Netz von rund 60'000 Kilometern öffentlichen Kanalisationsleitungen und rund 700 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) werden die kommunalen Abwässer praktisch flächendecken gereinigt. Dieser grosse Aufwand ist nötig, um die menschliche Gesundheit, das Trinkwasser und die Gewässer zu schützen.

Dieser Schutz ist unverzichtbar, und er hat seinen Preis: Die Wiederbeschaffung der existierenden Abwasserinfrastruktur würde rund 77 Milliarden Franken kosten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist gut: Die Abwasserreinigung kostet uns im Tag pro Person gerade mal 68 Rappen. Dafür können wir in unseren Gewässern baden und wir schützen unsere Trinkwasserressourcen sowie die Lebewesen in und an den Gewässern.

Die Abwasserreinigung wird durch verursachergerechte Gebühren finanziert, wie sie heute gemäss Gewässerschutzgesetz im ganzen Land gelten. Diese Gebühren decken die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz von Abwasseranlagen.

Ausbauprogramm gegen Mikroverunreinigungen

Die Reinigungsleistung der ARA hat sich dank technischen Weiterentwicklungen seit den 1980er Jahren kontinuierlich verbessert. Heute kann eine zusätzliche Reinigungsstufe dafür sorgen, dass auch Mikroverunreinigungen wie Arzneistoffe, Chemikalien oder Reinigungsmittel entfernt werden. Diese Stoffe können sich nachteilig auf Wasserlebewesen und Trinkwasserressourcen auswirken.

Der entsprechende Ausbau ist am Laufen: 2016 beschloss das Parlament, den Bau von Reinigungsstufen für Mikroverunreinigungen an ausgewählten ARA mitzufinanzieren. Dazu wurde eine zweckgebundene, gesamtschweizerische Abgabe verankert. Diese speist den Abwasserfonds, mit die Ausbaukosten zu 75 Prozent mitträgt.

Seit Beginn des Ausbauprogramms wächst der Bevölkerungsanteil, der an eine modernisierte Anlage angeschlossen ist. 2024 waren es rund 15 Prozent. Wenn das Programm voraussichtlich im Jahr 2040 abgeschlossen sein wird, sind 70 Prozent der Gesamtbevölkerung an ausgebaute ARA angeschlossen.

Weitere Leistungssteigerung notwendig

Auch nach der Umsetzung des laufenden Ausbauprogramms werden die Gewässer teilweise zu stark mit Arzneimitteln belastet sein. Zusätzlich lässt sich mit Reinigungsverfahren, die dem heutigen technischen Standard entsprechen, bei vielen ARA die Reinigungsleistung bei Stickstoff verbessern. Zwei vom Parlament angenommene Motionen verlangen daher, die Reinigungsleistung der ARA künftig weiter zu erhöhen.

Schweizweit werden vermehrt kleine ARA an grosse Anlagen angeschlossen. Das macht die Abwasserreinigung ressourceneffizient und ermöglicht einen noch besseren Schutz der Gewässer.

Mit dem Ausbau der ARA zur Leistungssteigerung wird dieser Prozess weitergeführt. Diese Modernisierung wird die Gewässer noch besser schützen und reduziert zudem die Emission des Klimagases Lachgas und trägt so zum Klimaschutz bei.

Indikator Anschlussgrad an Abwasserreinigungsanlagen

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