Überwachung von Rutschungen
Eine mögliche Massnahme, um sich vor Rutschungen zu schützen, bietet die Überwachung von gefährdeten Hängen. Das BAFU nützt heute modernste Mittel wie die Radarinterferometrie für die Überwachung von Hängen. Dabei können Rutschmassen identifiziert werden und die Grössenordnung der Rutschbewegung bestimmt werden.
Für eine umfassende Überwachung von gefährdeten Hängen sind Beobachtungen zu den folgenden Begebenheiten nötig:
- Meteorologische Situation
Die hauptsächlichen Auslösemechanismen für Hangprozesse sind lang anhaltende und starke Niederschläge. Deshalb ist es bei der Beobachtung von gefährdeten Hängen wichtig, die meteorologische Situation zu berücksichtigen. - Hydrologische Situation
Die bereits gefallenen Niederschlagsmengen sowie der Grundwasserspiegel geben Aufschluss über eine mögliche Destabilisierung des gefährdeten Hanges. - Geländebewegungen
Die Entwicklung der Rutschgeschwindigkeiten kann durch Messungen erhoben werden. Nebst herkömmlichen Messmethoden werden immer ausgereiftere satellitengestützte Methoden wie die Distanzmessung mittels Radarinterferometrie entwickelt.
Radarinterferometrie
Bei dieser Methode senden Satelliten Radarwellen zur Erdoberfläche, welche dort reflektiert werden. Dies erlaubt sehr präzise Distanzmessungen zwischen Satellit und Erdoberfläche. Befindet sich ein Hang in Bewegung, so verändert sich die Distanz zwischen Satellit und Erdoberfläche von einer Messperiode zur nächsten. Die Messgeräte erkennen diesen Unterschied und bilden sie auf den Satellitenaufnahmen entsprechend ab.
Die Methode bietet neue Überwachungsmöglichkeiten in unbewohnten Gegenden, wo keine anderen Messnetze bestehen. Die Radarinterferometrie ist deshalb unter anderem geeignet für Hänge, welche bisher durch Permafrost stabilisiert wurden, durch den Klimawandel nun aber auftauen und in Bewegung geraten. Die Daten sind besonders in Kombination mit geomorphologischen Angaben sinnvoll nutzbar.
Klimawandel
Die Folgen des Klimawandels sind auch bei den Naturgefahren erkennbar. Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse können häufiger und intensiver auftreten. Vor diesem Hintergrund müssen bestehende Konzepte und Massnahmen bezüglich der sich ändernden Gefahrensituation überprüft und entsprechend angepasst werden.

Gefahrenprozesse
Naturgefahren bedrohen nicht nur Bergregionen und flussnahe Gebiete, sondern die ganze Schweiz. Um die Risiken auf ein für die Gesellschaft tragbares Mass zu beschränken, müssen in erster Linie die gefährdeten Gebiete identifiziert werden. In den letzten zwanzig Jahren wurden grosse Anstrengungen unternommen, um Grundlagendaten über Naturgefahren zu gewinnen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) stellt nationale Grundlagendaten für die Einschätzung von Gefahren und Risiken zur Verfügung.