Artenförderung

Das vom BAFU in Zusammenarbeit mit Fachpersonen entwickelte Konzept Artenförderung Schweiz fasst die verschiedenen Ansätze und Instrumente der Artenförderung zusammen. Das Konzept konkretisiert Ziele, Grundsätze und Massnahmen zur langfristigen Erhaltung der Artenvielfalt in der Schweiz. Mit der Liste der National Prioritären Arten zeigt das BAFU, welche Arten aus nationaler Sicht besonders wichtig zu schützen und zu fördern sind.

Mit der Strategie Biodiversität Schweiz hat der Bund ein klares Ziel im Bereich Artenförderung gesetzt: Bis 2020 soll der Erhaltungszustand für die National Prioritären Arten verbessert sein (Ziel 3).

Weiter sind für die Artenförderung die nachhaltige Nutzung der Landschaft durch die Sektoralpolitiken (Ziel 1, 8), die Schaffung einer ökologischen Infrastruktur (Ziel 2) und der Erhalt der genetischen Vielfalt (Ziel 4) wichtig. Anstrengungen braucht es auch im Bereich Wissen (Ziel 7) und Monitoring (Ziel 9).

Konzept Artenförderung Schweiz

Mit dem Konzept Artenförderung Schweiz hat das BAFU eine Grundlage für die Umsetzung des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz im Bereich Erhaltung der einheimischen Tiere, Pflanzen und Pilze vorgelegt.

Grundsätze des BAFU für die Artenförderung:

  • Das Konzept bezieht sich auf einheimische wildlebende Arten (Pflanzen, Tiere und Pilze). Es geht davon aus, dass alle Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet grundsätzlich zu erhalten sind.
  • Wiederansiedlungen und Umsiedlungen sind nur als Ausnahme in Betracht zu ziehen. Hierfür werden Regeln festgelegt, die auf den entsprechenden IUCN-Richtlinien basieren.
  • Genetische Vielfalt ist ein zentraler Faktor für die Anpassungsfähigkeit und das langfristige Überleben der Arten. Vernetzung und das Vermeiden weiterer Fragmentierung von Lebensräumen sind daher in der Artenförderung zentral.
  • Die Einfuhr und Ausbreitung von invasiven gebietsfremden Arten muss verhindert bzw. eingedämmt werden, vor allem dort, wo sie National Prioritäre Arten und ihre Lebensräume bedrängen.
  • Bei Zielkonflikten in der Artenförderung ist zunächst zu prüfen, ob mit einem räumlichen und zeitlichen Nebeneinander von Massnahmen der Konflikt gelöst und ein Mehrwert geschaffen werden kann.

Konzept Artenförderung Schweiz (PDF, 1 MB, 01.10.2012)Grundlagen für den Aktionsplan zur Strategie Biodiversität Schweiz im Bereich Artenförderung

Massnahmen Artenförderung

Das Konzept Artenförderung schlägt Massnahmen vor, mit denen die Artenvielfalt in der Schweiz erhalten werden soll.

Im Zentrum steht die spezifische Artenförderung für National Prioritäre Arten. Zur Förderung dieser Arten hat das BAFU Aktionspläne skizziert, in denen Arten aufgrund von ähnlichen Lebensraumansprüchen gruppiert werden. Die Aktionspläne verteilen sich auf fünf Lebensraumbereiche, die auch fünf Politikbereichen entsprechen:

  • Wald
  • Landwirtschaftlich genutztes Gebiet
  • Gewässer
  • Siedlungs- und Verkehrsflächen
  • Übriges Offenland

Mit dem Vorgehen sollen Synergien mit den verschiedenen Politikbereichen optimal genutzt werden.

Artenförderung Vögel Schweiz

Für die Schweizer Brutvogelarten sind seit 2002 prioritäre Arten festgelegt worden. Darauf aufbauend fördert das Programm Artenförderung Vögel Schweiz rund ein Viertel der Schweizer Brutvogelarten mit Aktionsplänen, um ihren Fortbestand zu sichern. Das Programm wird vom BAFU unterstützt.

National Prioritäre Arten

Da die Mittel zur Artenförderung beschränkt sind, ist es nötig, Prioritäten zu setzen. Es sollen Organismen mit höchstem Handlungsbedarf und ausreichenden Kenntnissen von Artenförderungsprogrammen profitieren.

Daher hat das BAFU in Zusammenarbeit mit den Nationalen Datenzentren und Koordinationsstellen für Flora, Fauna, Pilze und Flechten sowie weiteren Expertinnen und Experten National Prioritäre Arten bezeichnet. Dies sind Arten, die in der Schweiz gefährdet sind und für deren Erhaltung die Schweiz eine besondere Verantwortung trägt.

Die Liste der National Prioritären Arten enthält derzeit rund 3600 Arten und dient als Vollzugshilfe in der Arten- und Lebensraumförderung. Die Priorität wurde in vier Stufen eingeteilt. Dabei haben rund

  • 10% der Arten eine sehr hohe Priorität (Priorität 1)
  • 20% eine hohe Priorität (Priorität 2) 
  • 30% eine mittlere Priorität (Priorität 3)
  • 40% eine mässige Priorität (Priorität 4).

Analog zu den Roten Listen wird die Liste der National Prioritären Arten regelmässig aktualisiert.

Die Liste der National Prioritären Arten kann auch als Excel-Tabelle heruntergeladen werden. Die Tabelle enthält zusätzliche Angaben

  • zum Stand der ökologischen Kenntnisse,
  • zu erfolgreichen Fördermassnahmen,
  • zum Vorkommen der Arten in verschiedenen Lebensräumen,
  • zur Verbreitung der Arten nach biogeografischen Regionen, Höhenstufen und Kantonen. 

Das BAFU verfügt über eine Version der Liste mit noch detaillierteren Angaben zur Lebensraumbindung. Diese Liste ist auf Anfrage per E-Mail beim BAFU erhältlich.

Liste der National Prioritären Arten

Cover Liste der National Prioritären Arten

Arten mit nationaler Priorität für die Erhaltung und Förderung, Stand 2010. 2011

Artenförderung und programmorientierte Subventionspolitik

Das BAFU organisiert die Umsetzung der Massnahmen im Rahmen seiner Zuständigkeiten mit den jeweiligen Partnern. Es unterstützt die Massnahmen der Kantone mit den Programmvereinbarungen in den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz, Waldbiodiversität und Gewässer sowie die Massnahmen Dritter mit weiteren Bundesmitteln.

Die Kantonalen Fachstellen für Natur und Landschaft sowie für Wild, Wald, Jagd, Fischerei und Gewässer sind die federführenden Partner des Bundes für die Umsetzung auf regionaler Ebene.

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Letzte Änderung 30.06.2015

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