Amphibienlaichgebiete

Um die gefährdeten Amphibien der Schweiz zu schützen, hat der Bund das Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung in Kraft gesetzt. Es bezeichnet die wichtigsten Fortpflanzungsgebiete. Bei der Umsetzung von Massnahmen vor Ort besteht ein erhebliches Vollzugsdefizit.

70 % der einheimischen Amphibien stehen auf der Roten Liste. Hauptursache ist der massive Verlust an Laichgewässern in den vergangenen 100 Jahren. Besonders kritisch ist die Situation der Arten der gelegentlich austrocknenden Gewässer (d.h. Gewässer, die jährlich oder mindestens alle paar Jahre austrocknen).

Um die gefährdeten Amphibien zu schützen, hat der Bund 2001 das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung IANB und die dazugehörige Verordnung erlassen. Das Inventar bezeichnet die bedeutendsten Fortpflanzungsgebiete und beauftragt die Kantone, für deren Schutz und Unterhalt zu sorgen.

Das Ziel des IANB ist es, die nachgewiesenen Amphibienbestände langfristig zu erhalten, zu fördern beziehungsweise wiederherzustellen. Die Inventarobjekte sollen zudem als Bestandesstützpunkte und Ausbreitungszentren dienen.

Vor allem für seltenere und gefährdete Amphibienarten sind die inventarisierten Laichgebiete überlebenswichtig. Einige Arten kommen markant häufiger in IANB-Objekten vor als in übrigen Gebieten. Ausschliesslich in IANB-Gewässern findet sich der akut gefährdete Italienische Springfrosch (Rana latastei).

Das Inventar umfasst 929 Objekte. Noch nicht in Kraft gesetzte, aber inventarisierte Objekte unterstehen einem provisorischen Schutz.

Von 2012 bis 2017 wurden in Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen die Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung schweizweit revidiert. An seiner Sitzung vom 29. September 2017 hat der Bundesrat die Revision genehmigt. Sie trat am 1. November 2017 in Kraft.


Medienmitteilung vom


Die revidierten Objekte der Amphibienlaichgebiete sind ab Ende November 2017 auf dem Web-GIS verfügbar.

Schutz und Unterhalt

Bei der Umsetzung der bestehenden IANB-Objekte sind in erster Linie die Kantone gefordert und mit ihnen alle Organe, Institutionen und Unternehmungen, die sich mit der konkreten Umsetzung von Schutzmassnahmen beschäftigen. Das BAFU unterstützt diese fachlich und finanziell.

Erfolgskontrolle

Bei der Umsetzung ausreichender Schutz- und Pflegemassnahmen vor Ort besteht ein erhebliches Vollzugsdefizit. Folgende Gründe wurden identifiziert:

  • Mangelnden Ressourcen im Naturschutz (personell wie finanziell)
  • Höheres Gewicht anderer Nutzungsinteressen
  • Nachlässigkeit im Umgang mit Naturwerten
  • Zu geringer politischer Willen zur Durchsetzung von Massnahmen bei Nutzungskonflikten
  • Teilweise fehlende wissenschaftliche Detailkenntnisse

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Letzte Änderung 30.06.2015

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