Moore

Seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative 1987 stehen Moore unter dem Schutz der Bundesverfassung. Zum Schutz der verbliebenen Gebiete hat der Bund die Hochmoor-, Flachmoor- und Moorlandschaftsverordnung samt Inventaren erlassen. In vielen geschützten Objekten von nationaler Bedeutung sinkt allerdings die ökologische Qualität. Benötigt werden Pufferzonen und Regenerationen. Das BAFU unterstützt die Kantone mit Vollzugshilfen.

In den vergangenen 200 Jahren wurden fast 90 % der Moore in der Schweiz zerstört.

1987 wurde die «Eidgenössische Volksinitiative zum Schutz der Moore» (Rothenthurm-Initiative) deutlich angenommen. Dadurch fand der Moorschutz (Art. 78 Abs. 5 BV) Eingang in die Bundesverfassung:

«Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung sind geschützt. Es dürfen darin weder Anlagen gebaut noch Bodenveränderungen irgendwelcher Art vorgenommen werden. Ausgenommen sind Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung des Schutzzweckes und der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung dienen.»

Gestützt auf diese neue Rechtsgrundlage und auf das revidierte Natur- und Heimatschutzgesetz hat der Bund die Hochmoor-, die Flachmoor- und die Moorlandschaftsverordnung samt Inventaren erlassen.

Die Schutzziele sind in den Verordnungen festgehalten:

  • Ungeschmälerte Erhaltung in Fläche und Qualität
  • Erhaltung und Förderung der standortheimischen Pflanzen und Tierwelt
  • Erhaltung der typischen Geländeform
  • Aufwerten und Wiederherstellen bereits geschädigter Moorflächen

Von 2012 bis 2017 wurden in Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen die Moore von nationaler Bedeutung schweizweit revidiert. An seiner Sitzung vom 29. September 2017 hat der Bundesrat die Revision genehmigt. Sie trat am 1. November 2017 in Kraft.


Medienmitteilung vom 


Flachmoore

1268 Flachmoore von nationaler Bedeutung stehen heute unter Schutz. Für die meisten Flachmoore gilt, dass eine extensive landwirtschaftliche Nutzung förderlich ist.

Die Regelung zur Nutzung der Flachmoore erfolgt meistens mittels Vereinbarungen mit dem Bewirtschafter. Mindererträge und ökologische Leistungen werden abgegolten.

Zu den häufigsten überlagerten Nutzungen gehören der alpine Skisport und neuerdings weitere Freizeitnutzungen im Winter und Sommer. Die Regelung dieser Nutzung erfolgt meist in der Schutzplanung.

Hochmoore

Alle 551 noch verbliebenen Hochmoore haben nationale Bedeutung und sind heute vollkommen geschützt.

Intakte Hochmoore benötigen keine Pflegemassnahmen. Da aber viele Hochmoore von früheren Nutzungen gestört sind, erfordern sie Aufwertungsmassnahmen (Regeneration).

Regeneration

Laut Artikel 4 der beiden Moorverordnungen soll die Regeneration in gestörten Moorbereichen - soweit sinnvoll - gefördert werden.

Die Regeneration stoppt den Abbau der Torfschicht und ermöglicht das Wachstum des Moores. In den meisten Fällen ist dies ein sehr langandauernder Prozess.

Die Ziele der Regeneration sind:

  • Wiederherstellung der ökologischen, besonders der hydrologischen Bedingungen, welche für das Moor existentiell sind. 
  • Wiederherstellung der typischen Pflanzen- und Tierwelt durch gezielte Schaffung von Habitaten oder die Verbesserung ihrer Struktur. 
  • Wiederherstellung der funktionellen Aspekte des Ökosystems, welche für das Wachstum des Moors verantwortlich sind.

Regeneration von Hochmooren

Cover Regeneration von Hochmooren

Grundlagen und technische Massnahmen. 2009

Pufferzonen

Pufferzonen sind an das Biotop angrenzende Flächen. Ziel ist es, das Biotop vor Nährstoffeinträgen aus dem angrenzenden Intensivkulturland zu schützen und die Aufrechterhaltung des notwendigen Wasserhaushaltes zu gewährleisten.

Zur Erfüllung dieser Aufgabe müssen für die Pufferzonen besondere Nutzungs-, Schutz- und Unterhaltsregelungen festgelegt werden. Um das Ausmass der Pufferzone ermitteln zu können, hat das BAFU den Pufferzonen-Schlüssel für Moorbiotope herausgegeben.

Schweizweit fehlen um die Flachmoore von nationaler Bedeutung 70 % der notwendigen Puffer-Flächen; bei den Hochmooren sind es rund 50 %.

Pufferzonen-Schlüssel 1997

Leitfaden zur Ermittlung von ökologisch ausreichenden Pufferzonen für Moorbiotope. 2. Auflage. 1997

Erfolgskontrolle Moorschutz

Gleichzeitig mit der Inkraftsetzung der beiden Moorinventare hat das BAFU eine Erfolgskontrolle aufgebaut. Die Qualität der Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung verschlechtert sich laufend. Die festgestellten Veränderungen sind mit den Zielen des Moorschutzes nicht vereinbar.

Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz

Cover Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz. Ergebnisse der Erfolgskontrolle Moorschutz. Stand: Juni 2007. 97 S.

Ergebnisse der Erfolgskontrolle Moorschutz. Stand: Juni 2007

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Letzte Änderung 27.03.2018

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