Wildtierpassagen

Viele Wildtierkorridore sind beeinträchtigt oder unterbrochen. Wildtierpassagen sollen helfen, unterbrochene Korridore aufzuwerten. Der Bund hat zusammen mit kantonalen und nationalen Partnern Richtlinien und Konzepte erarbeitet.

Wildtierkorridor bei Birchiwald Kt. Bern (Bild: Martin Frick, TBA)

Die festen Routen, auf denen sich Wildtiere grossräumig bewegen, werden Wildtierkorridore genannt. Wildtierkorridore von überregionaler Bedeutung vernetzen innerhalb des Verbreitungsareals einer Art Populationen grossräumig miteinander.

In der Schweiz existieren 305 Wildtierkorridore von überregionaler Bedeutung, welche erfasst und beschrieben sind (Stand 2018).

Eine Gesamtbeurteilung der Wildtierkorridore kam zu folgendem Schluss:

  • 42 (14%) der insgesamt 305 überregionalen Wildtierkorridore sind weitgehend unterbrochen und können von Wildtieren nicht mehr benutzt werden.
  • Über die Hälfte der Korridore sind in ihrer Funktionstüchtigkeit nennenswert bis stark beeinträchtigt (178 Korridore, 58%).
  • Etwa ein Drittel (85 Korridore, 28%) kann als intakt eingestuft werden.

2001 wurde das Ziel gesetzt, 51 überregionale Wildtierkorridore durch wildtierspezifische Bauwerke zu sanieren.

Stand der Umsetzung Nationalstrassen (2017)

Von den 51 sanierungsbedürftigen überregionalen Wildtierkorridoren queren 40 Nationalstrassen.

  • 10 (25%) Wildtierkorridore sind saniert oder in Realisierung.
  • 16 (40%) Wildtierkorridore befinden sich in einer Projektierungsphase.
  • 14 (35%) Projekte wurden noch nicht gestartet.

Richtlinien und Konzepte für Wildtierpassagen

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat eine Richtlinie über den Bau von Wildtierpassagen erstellt.

Planung und Bau von Wildtierpassagen an Verkehrswegen (PDF, 25 kB, 21.04.2010)Die Richtlinie des UVEK zeigt Kriterien auf, anhand derer die Anzahl der Wildtierpassagen, ihr Standort, der Bauwerktyp und die Dimensionen bestimmt werden. November 2001.

Die Richtlinie «Querungshilfe für Wildtiere» des ASTRA gibt vor, wie die Trennwirkung von Nationalstrassen auf die Landschaft durch eine optimale Einbindung von Querungsbauwerken minimiert werden kann.

Mit einer VSS-Norm für die Gestaltung von Gewässerdurchlässen bei Verkehrsanlagen (Sanierung und Neubau) wird die ökologische Vernetzung von Fliessgewässern erhalten bzw. gefördert. Die Norm zeigt auf, wie Bauwerke für die verschiedenen Tiergruppen geplant, gestaltet und unterhalten werden können.

Fast alle Amphibienarten sind darauf angewiesen, dass die Tiere mehrmals im Jahr gefahrlos zwischen verschiedenen Lebensräumen hin- und herwandern können. Die Normen beim Bau von Strassen und Schienen wurden entsprechend aktualisiert.

Wirkungskontrolle an Wildtierpassagen

Wildtierpassagen ermöglichen eine Lebensraum-Verbindung, die durch den Bau eines Verkehrsträgers verloren gehen wird oder bereits verloren gegangen ist. Zur Zeit sind im Rahmen von Sanierungskonzepten an Autobahnen verschiedene Wildtierpassagen geplant oder wurden kürzlich erstellt.

Damit in Zukunft der Erfolg der Bauwerke miteinander verglichen werden kann, sollen die Datenaufnahmen nach einem standardisierten Verfahren erfolgen. Durch den Vergleich der Wirksamkeit von verschiedenen Bauwerken können zukünftige Wildtierpassagen optimaler geplant und der Kosten-Nutzen-Faktor optimiert werden. Wirkungskontrollen sind obligatorische Bestandteile von Sanierungs- und Wiederherstellungsprojekten.

Weiterführende Informationen

Dokument

Grundlagenbericht für die Richtlinie über Wildtierpassagen (PDF, 127 kB, 08.08.2006)Definition und Zweck einer Wildtierpassage sowie Standards für die Planung. November 2001.

Datenbank der 35 Wildtierpassagen in der Schweiz (MDB, 7 MB, 21.04.2010)Access-Datenbank zu den Wildtierpassagen, mit Informationen zum Baujahr, Ort, technischen Angaben, Zielarten, Planungs-Büro usw. Hinweis: Bitte Datei zuerst auf dem Computer speichern, dann öffnen.

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Letzte Änderung 07.02.2018

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