Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS)

Zur fachlichen Unterstützung hat das BAFU im Jahr 2014 eine Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS) einberufen. Diese sichtet die neu publizierten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema und wählt diejenigen zur detaillierten Bewertung aus, die aus ihrer Sicht für den Schutz des Menschen von Bedeutung sind oder sein könnten.

Die Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS) und ihre Aufgabe

Das BAFU hat als Umweltfachstelle des Bundes die Aufgabe, die Forschung über gesundheitliche Auswirkungen nichtionisierender Strahlung (NIS) zu verfolgen, die Ergebnisse zu bewerten und die Öffentlichkeit über den Stand der Wissenschaft und der Erfahrung zu informieren.

Dieser bildet die Grundlage für die Immissionsgrenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV). Das BAFU würde dem Bundesrat eine Anpassung dieser Grenzwerte empfehlen, wenn neue gesicherte Erkenntnisse aus der Forschung oder aufgrund von Alltagserfahrungen dies erforderten.

Die Bewertung der Ergebnisse wissenschaftlicher Studien dient auch der Früherkennung potenzieller Risiken. Es soll möglichst kein Hinweis auf Schädlichkeit, der ein Handeln erfordern würde, übersehen werden. Die Bewertung muss Aussagen darüber machen, wie stichhaltig biologische Effekte nachgewiesen sind, ob sie für die Gesundheit relevant sind, und wie viele Menschen gegebenenfalls betroffen sind.

NIS ist ein weites Feld, welches ein breites Frequenzspektrum mit einer Vielfalt an Intensitäten und anderen Strahlungscharakteristiken umfasst. Dazu kommt eine dynamische technologische Entwicklung, wodurch die Strahlungsemissionen vielfältiger und komplexer werden. Genauso mannigfaltig sind die biologischen Systeme, welche potentiell von NIS beeinflusst werden könnten. Entsprechend gibt es Studien aus vielen biologischen, medizinischen und technischen Spezialgebieten, für deren Bewertung detailliertes Expertenwissen erforderlich ist.

Zur fachlichen Unterstützung hat das BAFU im Jahr 2014 eine Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS) einberufen. Diese sichtet die neu publizierten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema und wählt diejenigen zur detaillierten Bewertung aus, die aus ihrer Sicht für den Schutz des Menschen von Bedeutung sind oder sein könnten. Die Ergebnisse der Evaluation werden vierteljährlich in Form eines Newsletters auf dieser Internetseite publiziert.

Auswahlkriterien für bewertete Studien

Die kritische Beurteilung von Studien ist zeitaufwendig, und es ist nicht möglich, alle neu erscheinenden Studien im Detail zu analysieren und zu diskutieren. Es sollen daher die für die Risikoabschätzung relevantesten Studien berücksichtigt werden. Prioritär werden dabei Studien behandelt, die möglichst viele der folgenden Kriterien erfüllen:

1) Allgemein:

  • Hohe wissenschaftliche Qualität
  • Umweltrelevante Expositionen, d. h. in erster Linie NIS von Infrastrukturanlagen
  • Neue wissenschaftliche Betrachtungsweisen
  • In der Öffentlichkeit oder Wissenschaft kontrovers diskutierte Studien

2) Bei epidemiologischen Studien:

  • Relevant für die Gesundheit oder das Wohlbefinden von Menschen
  • Expositionen im Bereich oder unterhalb der Immissionsgrenzwerte
  • Ergebnisse aus der Schweiz
  • Ergebnisse, welche auf die Schweiz übertragbar sind

3) Bei experimentellen Studien:

  • Der untersuchte Effekt ist relevant für den Menschen
  • Definierte Untersuchungsbedingungen inklusive Exposition
  • Auswirkungen, welche mit den akzeptierten Wirkungsmechanismen nicht erklärbar sind

Mitglieder der BERENIS

  • Prof. Dr. Martin Röösli, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Basel (Leitung)
  • Prof. Dr. Peter Achermann, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Zürich
  • Dr. Jürg Fröhlich, Fields at Work GmbH, Zürich
  • Prof. Dr. med. Jürg Kesselring, ehemaliger Chefarzt Neurologie und Neurorehabilitation, Rehabilitationszentrum, Valens
  • Prof. Dr. Meike Mevissen, Vet-Pharmakologie & Toxikologie, Universität Bern
  • Dr. David Schürmann, Molekulare Genetik Gruppe, Departement Biomedizin, Universität Basel
  • Dr. med. Edith Steiner, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Basel

Sekretariat:

  • Dr. Stefan Dongus, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Basel

BAFU (Auftraggeber):

  • Dr. Jürg Baumann
  • Dr. Gilberte Tinguely

Beobachter:

  • Dr. Evelyn Stempfel (BAG)
  • Roland Krischek (Suva)
  • René Guldimann (SECO)
  • Dr. Samuel Iff (SECO) 

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Kontakt
Letzte Änderung 13.02.2018

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