Stickstoff – Segen und Problem

Dossier: Risse im Stickstoffkreislauf > Verluste an Biodiversität > Schäden am Wald > Beeinträchtigte Gesundheit > Landwirtschaft in der Verantwortung

Gérard Poffet

Stickstoff belastet die Umwelt

Editorial von Gérard Poffet

Stickstoff: Lecks im Kreislauf

Vor 1900 war pflanzenverfügbarer Stickstoff ein knappes Gut. Innerhalb von nur 100 Jahren hat der Mensch den natürlichen Stickstoffkreislauf völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Aus den Lecks im System gelangen heute gewaltige Mengen an biologisch aktivem Stickstoff in die Atmosphäre, das Grundwasser, die Flüsse und in naturnahe Lebensräume.

Stickstoffkreislauf

Den Stickstoff-Kreislauf optimieren

Der Mensch pumpt gewaltige Mengen an biologisch aktivem Stickstoff in die Umwelt. Dies führt zu Schäden an der Biodiversität und beeinträchtigt das Klima, die Gesundheit, die Meere und das Trinkwasser. Das BAFU analysiert die Probleme und präsentiert Massnahmen, die dabei helfen, die Umwelt zu entsticken.

Hochtal von Rothenthurm (SZ)

Biodiversität: Die Vielfalt erstickt

In den meisten naturnahen Lebensräumen wie Mooren und Magerwiesen sterben Tier- und Pflanzenarten aus, obwohl die Ökosysteme auf den ersten Blick intakt erscheinen. Die Ursache dafür liegt so nah und doch so fern.

Der übermässige Stickstoffeintrag in die Wälder kann zu flacheren Wurzeltellern führen.

Waldökosysteme: Zu viel Stickstoff ist ungesund

95 % der Schweizer Wälder sind heute mit Stickstoff überdüngt. Das bringt Bäume und Waldökosysteme gleichermassen aus dem Gleichgewicht.

Stickoxid-Belastung

Stickoxidbelastung: Viel besser, aber noch nicht gut genug

Die bisher im Bereich Luftreinhaltung getroffenen Massnahmen haben Früchte getragen - auch bei den Stickoxiden. Dies zeigt unter anderem die Langzeitstudie SAPALDIA, die in der Schweiz seit über 20 Jahren die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit von mehr als 9000 Personen untersucht. Noch ist aber längst nicht alles im grünen Bereich.

50 Milchkühe sowie 60 Rinder und Kälber der Rasse Montbéliarde stehen im Laufstall des Betriebs von Jürg und Denise Hostettler in L’Isle am Fuss des Waadtländer Juras. Sie werden fast ausschliesslich mit betriebseigenem Gras und Heu gefüttert.

Gülle auf die Felder statt in die Luft

Vom Stickstoff, den die Nutztiere im Harn und Kot ausscheiden, gelangt nur ein Teil mit dem Hofdünger bis zu den Pflanzenwurzeln. Der Rest entweicht in Form von Ammoniak und Lachgas in die Luft sowie als Nitrat in die Gewässer. Ein zentrales Umweltziel der Landwirtschaft ist, die Emissionen des Luftschadstoffs Ammoniak zu halbieren.

Anlage für die Rückgewinnung von Stickstoff.

Die Meere entlasten

21.05.2014 - Aus Schweizer Kläranlagen fliesst immer weniger Stickstoff in die Gewässer - dank ausgebauter Technik. In der Anlage Kloten/Opfikon im Kanton Zürich gehen Pioniere noch einen Schritt weiter: Sie gewinnen den Stickstoff zurück, damit er als Dünger wiederverwendet werden kann.

Zuströmgebiet zur Grundwasserfassung in Chrummenlanden im Klettgau (SH).

Nitrat im Grundwasser: Das Problem an der Wurzel packen

21.05.2014 - Was zu viel ist, ist zu viel: In vielen Ackerböden schlummert ein grosser Überschuss an Nitrat. Ein Teil davon wird bei Niederschlägen ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser. Gegenmassnahmen scheinen zwar zu greifen, werden aber noch lange nicht ausgeschöpft.

Stickstoffmenge, die im international gehandelten Getreide steckt (vor allem Futtermittel für Vieh).

Internationale Dimension: Unser übergrosser Stickstoff-Fussabdruck

Der globale Stickstoffkreislauf ist überlastet. Mit dem Import von Kraftfutter führt die Schweiz nicht nur Stickstoff ein, sondern exportiert auch Umweltprobleme ins Ausland.

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung 21.05.2014

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Cover Magazin «umwelt» 2/2014 - Stickstoff – Segen und Problem
https://www.bafu.admin.ch/content/bafu/de/home/themen/luft/dossiers/magazin-umwelt-stickstoff.html