Autos sind nicht die einzigen Luftverschmutzer: Der Non-road-Sektor

16.12.2015 – Luftschadstoffe entstehen nicht nur im Strassenverkehr: Auch Baumaschinen, Geräte der Land- und Forstwirtschaft und mobile Motoren aus Garten- und Hobbybereich verschmutzen die Luft. Dieser sogenannte Non-road-Sektor stösst jährlich circa 500 Tonnen Partikel, 10‘000t Stickoxide und 1,2 Mio. t CO2 aus, wie der heute vom BAFU veröffentlichte Bericht zeigt.

Die Analyse von Luftschadstoffen berücksichtigt die unterschiedlichen Verursacher. Einerseits gibt es den Strassenverkehr, andererseits ist der sogenannte Non-road-Sektor nicht zu vernachlässigen.

Hierzu zählen alle mit einem Verbrennungsmotor ausgestattete mobile Maschinen und Geräte, die nicht zur Beförderung von Personen und Gütern auf der Strasse bestimmt sind. Wie beispielsweise:

  • Baumaschinen
  • Schiffe
  • Traktoren und weitere in der Landwirtschaft eingesetzte Maschinen
  • Panzerfahrzeuge
  • Laubbläser, etc.

Wer trägt welchen Anteil an der schmutzigen Luft?

Schadstoffemissionen des Nonroad-Sektors im Jahr 2015     
Einsatzbereich (MaschinengattungenKohlen-monoxid (CO)
[t/a]
Kohlen-wasserstoffe (HC)
[t/a] 
Stickoxide (NOx
[t/a] 
Partikel-masse (PM)
[t/a] 
Kohlen-dioxid (CO2)
[t/a] 
Bauwirtschaft 3'400 299 2'290 40 458'400 
Industrie 1'530 115 922 39 192'300 
Landwirtschaft   13'500 1'060 2'520 226 374'300 
Forstwirtschaft   1'580 167 129 28'700 
Gartenpflege/Hobby  10'600 561 72 30'300 
Schiffe   4'320 462 1'110 39 114'500 
Schiene (Dieselloks) 210 46 397 29'000 
Militär   452 24 122 20'100 
Total Nonroad-Sektor 35'600 2'730 7'600 359 1'248'000 

Überproportionaler Ausstoss des Non-road-Sektors

Vergleicht man die Schadstoffemissionen des Non-road-Sektors mit jenem des Strassenverkehrs, zeigt sich, dass die Emissionen von CO, der Ausstoss an HC, NOx und PM des Non-road-Sektors überproportional hoch sind.

Der Anteil des Non-road-Sektors am gesamten Energieverbrauch von Verkehr und Non-road-Sektor beträgt lediglich 9%. Beim Schadstoffausstoss jedoch beträgt der Anteil des Non-road-Sektors je nach Schadstoffausstoss zwischen 20% (HC und NOx) und 32% (PM).

Vergleich des Non-road Sektors mit dem Strassenverkehr für das Jahr 2015   
 Non-road[t/a] Strassenverkehr [t/a]  Anteil Non-road an der Gesamtmenge
(Strasse + Non-road)
Verbrauch    
Diesel 352'100 2'057'000 15% 
Benzin 40'000 2'425'900 2% 
Energie (inkl. elektrische Energie) 17.9 PJ 183.8 PJ 9% 
Schadstoffemissionen    
Kohlenmonoxid (CO) 35'600  90'800  28% 
Kohlenwasserstoffe (HC) 2'730  12'580   18% 
Stickoxide (NOx)  7'600  32'240  19% 
Partikelmasse (PM)  359  737  33% 
Kohlendioxid (CO2) 1'248'000  14'132'700  8% 

Als Ursache für diese hohen Anteile des Non-road-Sektors an den Luftschadstoff-Emissionen können folgende Fakoren aufgeführt werden:

  • die weniger strengen und später eingeführten Abgasvorschriften für die dem Non-road-Sektor zugerechneten Maschinen und Geräte.
  • die bei diesem Sektor noch in geringerem Masse ausgereifte Technik der Emissionsminderung.

Handlungsbedarf bei Kleingeräten

Foto: Benzinkettensäge, Stihl
Handlungsbedarf sieht das BAFU beim Ausstoss von Kohlenwasserstoffen (HC) durch Kleingeräte und bei den Partikelemissionen in der Landwirtschaft, also bei den Auspuff-Partikeln.

Beim CO und bei den HC wird der grösste Anteil an den Emissionen durch Landwirtschaftsmaschinen verursacht (41 %, bzw. 37 %). Aber auch die in der Gartenpflege und in der Landwirtschaft eingesetzten Geräte tragen einen entscheidenden Anteil zu den CO- (28 %, bzw. 5 %) und den HC-Emissionen (24 %, bzw. 8 %) bei.

Zurückzuführen ist dies vor allem auf die häufig eingesetzten Zwei-Takt-Benzingeräte (beispielsweise Motorsägen, Rasenmäher). Bereits heute nimmt der Anteil Maschinen, die mit Gerätebenzin laufen, tendenziell zu. Ebenso ist ein Trend hin zu umweltschonenderen Elektrogeräten festzustellen.

Relativ saubere Baumaschinen, Traktoren verbesserungsfähig

Traktor, John Deere
Bei der Partikelmasse ist heute die Landwirtschaft mit 58% der gesamten Non-road-Emissionen mit Abstand die grösste Emissionsquelle.

Noch 2005 verursachten Bau- und Landwirtschaftsmaschinen ähnlich hohe Emissionen. Unter anderem wegen der in der Luftreinhalte-Verordnung festgeschriebenen Partikelfilterpflicht, die 2009 in Kraft trat, betrug die von Baumaschinen ausgestossene Partikelmasse im Jahr 2010 jedoch nur noch rund ein Viertel derjenigen der Landwirtschaftsmaschinen - und dies obwohl die Emissionen der Landwirtschaft aufgrund des vermehrten Einsatzes neuer Technologien in der gleichen Periode ebenfalls um 19 % zurückgingen. Trotz steigender Bautätigkeit weisen Baumaschinen somit tiefe Partikelemissionen auf.

Hilfsmittel zur Berechnung der Emissionen

Auf der BAFU-Website steht ein elektronisches Instrument zur einfachen Berechnung der Betriebszeiten und der Luftschadstoff-Emissionen des Non-road-Sektors zur Verfügung.

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Letzte Änderung 16.12.2015

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