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Veröffentlicht am 4. August 2026

Kreislauffähige Elektrogeräte

Smartphones, Laptops oder Haushaltsgeräte: Elektrische und elektronische Geräte begleiten unseren Alltag. Doch ihre Nutzungsdauer wird immer kürzer – mit Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft bietet Lösungen für einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen.

Je länger ein Elektrogerät genutzt wird, umso besser: Ob durch bewussten Konsum, Reparatur oder Wiederverwendung – jede verlängerte Nutzungsdauer spart wertvolle Rohstoffe, vermeidet Abfall, senkt Treibhausgasemissionen und verringert die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten. Am Ende der Produktlebensdauer folgt die Weiterverwendung der Materialien und damit das fachgerechte Recycling.

Der Konsument und die Konsumentin spielen dabei eine entscheidende Rolle: Wer Geräte länger nutzt, reparieren lässt, weiterverkauft oder gebrauchte und wiederaufbereitete Produkte kauft, trägt aktiv zur Kreislaufwirtschaft bei. Damit dies gelingt, müssen jedoch die richtigen Rahmenbedingungen vorhanden sein: Ersatzteile und Reparaturanleitungen stehen zur Verfügung, Geräte sind reparier- und zerlegbar, es gibt Fachleute für Reparaturen sowie Möglichkeiten, einfach Second Hand zu (ver-)kaufen – und all das nicht nur erschwinglich, sondern im besten Fall günstiger als ein Neukauf.

Kreislaufwirtschaft mit Elektrogeräten

Kreislaufwirtschaft setzt an, bevor Ressourcen überhaupt benötigt. Am Anfang stehen Fragen wie: Braucht es ein neues Gerät? Kann ein Bestehendes wiederverwendet oder wiederaufbereitet werden? Braucht es für ein neues Produkt neue Rohstoffe oder können sie aus einem bestehenden Produkt zurückgewonnen werden? Wie kann ein Gerät gestaltet werden, damit es lange und effizient verwendet werden kann?

Um gewohnte Prozesse neu zu denken, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • überdenken: weniger neu kaufen, länger nutzen (Best-Practice Vorschlag: Mobile Abo Revendo)
  • Ökodesign: Elektrogeräte so gestalten, dass sie langlebig, reparierbar und am Ende ihres Lebens rezyklierbar sind (Best-Practice – Vorschlag: noops.ch)

Produkte im Kreislauf halten

Materialien im Kreislauf halten: Recycling

Kreislaufwirtschaft trägt zur Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen bei. Das sind Rohstoffe mit grosser wirtschaftlicher Bedeutung und einem Versorgungsrisiko, wie etwa Lithium, Kobalt oder seltene Erden. Werden diese Materialien in bestehenden Geräten länger genutzt und erfolgreich zurückgewonnen, bleiben sie in der Schweiz im Kreislauf und müssen nicht neu aus dem Ausland bezogen werden.

Kreislauffähige Elektrogeräte für die öffentliche Verwaltung

Die öffentliche Hand ist ein bedeutender Abnehmer von Elektrogeräten: z.B. in den Bereichen Verwaltung, Medizin, Bildung, Sicherheit oder Infrastruktur. Über eine bewusste Beschaffung kann sie die Branche in Richtung Kreislaufwirtschaft lenken und gleichzeitig eine Vorbildfunktion einnehmen. Dabei unterstützen können die Empfehlungen für die ökologische öffentliche Beschaffung.

(Best-Practice, Vorschlag: Stadt Genf)

Rechtliche Grundlagen - Reparierbarkeit, Wiederverwendung und Entsorgung

Ein erster Schritt in Richtung reparaturfähige Geräte ist bereits geschafft. Inverkehrbringer, das heisst Hersteller, Importeure oder Bevollmächtigte, dürfen Geräte wie z. B. Fernseher, Kühlschränke, Geschirrspüler und Waschmaschinen, Smartphones und Tablets nur noch auf den Markt bringen, wenn sie Ersatzteile und Reparaturanleitungen zur Verfügung stellen. Zudem müssen Ersatzteile mit «allgemein verfügbaren Werkzeugen und ohne dauerhafte Beschädigung am Gerät ausgewechselt werden können». So regeln es die Ökodesign-Durchführungsverordnungen der EU, die mit der Revision der Energieeffizienzverordnung (EnEV, SR 730.02) grösstenteils von der Schweiz übernommen wurden.

Die Teilrevision des Umweltschutzgesetzes zur Stärkung der Schweizer Kreislaufwirtschaft gibt dem Bund im Bereich der Elektrogeräte die Möglichkeit, in Bezug auf die Vorbereitung zur Wiederverwendung aktiv zu werden. Mit der Revision wurde in der Schweiz erstmals der Begriff «Vorbereitung zur Wiederverwendung» im Abfallrecht (Art. 7 Ziff. 6bis USG) etabliert. Die Rahmenbedingungen und die Anforderungen an die Vorbereitung zur Wiederverwendung sind in der Vollzugshilfe zum Stand der Technik festgehalten. Somit können in der Praxis erste Erfahrungen gesammelt werden.

Was am Ende der Nutzung mit Geräten geschieht, ist ebenfalls geregelt: Die Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) verpflichtet Händler, Hersteller und Importeure zur kostenlosen Rücknahme ausgedienter Geräte – unabhängig davon, ob ein neues Gerät gekauft wird. Konsumentinnen und Konsumenten sind ihrerseits zur Rückgabe verpflichtet; die Entsorgung über den Kehrichtsack ist verboten. Die Finanzierung des Recyclings wird über einen vorgezogenen Recyclingbeitrag (VRB) sichergestellt. Das SENS und Swico Recyclingsystem wird vollständig durch diese vorgezogenen Recyclingbeiträge finanziert. Dadurch wird der gesamte Sammel-, Logistik- und Recyclingaufwand gedeckt.

Für die fachgerechte Entsorgung und den grenzüberschreitenden Verkehr mit Elektroschrott gelten zusätzliche Vorschriften: Elektroaltgeräte sind gemäss der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) als «andere kontrollpflichtige Abfälle» klassiert. Entsorgungsunternehmen benötigen eine kantonale Bewilligung, die Aus- und Einfuhr erfordert eine Bewilligung des BAFU. Die Ausfuhr in Nicht-OECD- und Nicht-EU-Staaten ist verboten.

Weiterführende Informationen

  • Link zum Webmagazin
  • Studie: Rückgewinnung von Seltenen Technologiemetallen aus Elektronik-Altgeräten, 2025
  • Studie: Entwicklung von Beurteilungsgrundlagen zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft beim Recycling elektrischer und elektronischer Altgeräte, 2025
  • Studie: ReUse: Weiter- und Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikgeräten in der Schweiz, 2023
  • Elektronik Verwertung Altfahrzeuge - Projekt EVA II: Synthesebericht, 2023
  • Projekt «EVA»: Elektronik – Verwertung – Altautos, 2018
  • Studie: Weiter- und Wiederverwendung von elektrischen und elektronischen Geräten, 2018
  • Studie: Seltene technische Metalle in Fraktionen aus der maschinellen Aufbereitung von Elektro- und Elektronikaltgeräten, 2013
  • Studie: Stoffflüsse im Schweizer Elektronikschrott - Metalle, Nichtmetalle, Flammschutzmittel und polychlorierte Biphenyle in elektrischen und elektronischen Kleingeräten, 2017
  • Studie: Rückgewinnung von kritischen Metallen aus Elektronikschrott am Beispiel von Indium und Neodym, 2016
  • Studie: Verwertung seltener Metalle aus der Automobilelektronik in der Schweiz: Systemübersicht und Probenahmekonzept, 2012
  • Studie: Seltene Metalle in Elektro- und Elektronikgeräten - Vorkommen und Rückgewinnungstechnologien, 2011
  • Studie: Scarce technology metals - applications, criticalities and intervention options, 2011
  • Grafiken & Videos mit konkreten Beispielen zu elektronischen Geräten & Kreislaufwirtschaft von den Social-Media-Kanälen (evtl. nur Auswahl) zur Weiterverwendung durch Behörden