Lärmschutzwände

In der Schweiz hat die Lärmreduktion an der Quelle Vorrang. Vor allem entlang von viel befahrenen Verkehrswegen in Siedlungsnähe sind die Belastungsgrenzwerte aber häufig nur mit dem Bau von Lärmschutzwänden zu erreichen.

Um die Bevölkerung entlang von Schienenwegen, Autobahnen und Hauptstrassen mit grossem Verkehrsaufkommen wirksam vor störendem Lärm zu schützen, genügen Massnahmen an der Lärmquelle oft nicht. Lärmschutzwände können den Lärm auf seinem Ausbreitungsweg eindämmen. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren Lärmschutzwände von einigen hundert Kilometern Länge erstellt.

Wirkung und Vorteile einer Lärmschutzwand

Eine Lärmschutzwand unterbricht die direkte Schallausbreitung von der Emissionsquelle zum Schutzobjekt. Ein Unterbruch der Sichtlinie zwischen der Lärmursache und dem Immissionsort reduziert die Belastung etwa um 5 Dezibel. Überragt das Hindernis die Sichtlinie um einen Meter, macht die Reduktion rund 10 dB(A) aus.

Zudem haben die Wände einen psychologischen Effekt. Bei gleicher Lärmintensität fühlen sich befragte Betroffene hinter einer solchen Abschirmung tendenziell weniger belästigt als ohne Schutzwand.

Schwächen von Lärmschutzwänden

Lärmschutzwände können Anwohnern sowie Reisenden die Aussicht versperren und einengend wirken. Um benachbarte Wohnhäuser genügend zu schützen, müssen die Abschirmungen ausreichend hoch, massiv und nahe am Entstehungsort des Lärms gebaut werden. Je nach Situation kann dies ganze Ortsbilder und die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Für Räume in höher gelegenen Stockwerken genügt die Schutzwirkung meistens nicht. Deshalb braucht es oft zusätzliche Ersatzmassnahmen wie Schallschutzfenster. Auch Lücken zwischen Schutzwänden in Verbindung mit einer ungenügenden seitlichen Abschirmung haben oft keinen befriedigenden Schutzeffekt.

Weitere Nachteile sind:

  • Schattenwurf
  • beschränkte Wirkung auf Einzelobjekte
  • relativ schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis
  • Folgeausgaben für den Unterhalt

Bei Behörden und Bevölkerung haben Lärmschutzwände - im Gegensatz zu Massnahmen an der Quelle oder beim Immissionsort - eher eine schlechte Akzeptanz. Weil sie den Aussenraum oft nachteilig verändern, wird aus Gründen der Siedlungsverträglichkeit vielerorts auf ihren Einsatz verzichtet.

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Letzte Änderung 01.01.2018

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