Arzneimittel im Grundwasser

Rückstände von Arzneimitteln treten vor allem an flussnahen Messstellen im Grundwasser auf. Sie stammen aus der Siedlungsentwässerung und gelangen über Kläranlagen in Flüsse und Bäche und von dort durch Uferfiltration ins Grundwasser.

Rund 100 NAQUA-Messstellen wurden 2004 und 2005 im Rahmen von Pilotstudien auf Rückstände von Human- und Veterinärarzneimitteln untersucht. Auswählt wurden Messstellen in Grundwasservorkommen, bei denen mit einem Eintrag von Abwasser oder Gülle ins Grundwasser gerechnet werden muss.

Von den mehr als 80 analysierten Wirkstoffen wurden 10 verschiedene Substanzen im Grundwasser nachgewiesen, meist in Konzentrationen unter 20 ng/l. Mehr als die Hälfte der nachgewiesenen Arzneimittel waren Antibiotika.

Zu den vier am häufigsten nachgewiesenen Wirkstoffen gehörte das Sulfonamid-Antibiotikum Sulfamethoxazol, das Antiepileptikum Carbamazepin und die iodierten Röntgenkontrastmittel Amidotrizoesäure und Iopamidol.

Arzneimittel wurden vor allem an den Messstellen nachgewiesen, in deren Einzugsgebiet abwasserbelastete Fliessgewässer ins Grundwasser infiltrieren.

Arzneimittel-Nachweise und -Konzentrationen

Pilotstudien 2004/2005. Maximalwert pro Messstelle.

 Substanz

Einsatz

Anzahl Messstellen

 

 

beprobt

mit  Nachweis

Konzentration > 100 ng/l

Antibiotika

 

 

 

 

Sulfamethoxazol

H

100

18

-

Enoxacin

H

47

4

-

Norfloxacin

H

47

2

-

Sulfadiazin

H, V

100

1

-

Sulfamethazin

V

100

4

1

Sulfathiazol

V

75

1

-

Röntgenkontrastmittel

 

 

 

 

Amidotrizoesäure

H

47

13

-

Iopamidol

H

47

8

1

Antiepileptika

 

 

 

 

Carbamazepin

H

47

9

-

Lipidsenker

 

 

 

 

Clofibrinsäure

H

47

1

H = Humanmedizin
V = Veterinärmedizin

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Letzte Änderung 29.08.2018

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