Bund und Kantone sind zuständig für den Vollzug

Der Vollzug liegt grösstenteils beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Während das BAFU sich in erster Linie auf Unternehmen fokussiert, die grosse Mengen Holz aus riskanten Ländern einführen, kümmern sich die Kantone um Holz, das im Schweizer Wald geernet wird.

Ab 1. Januar 2022 tritt die neue Holzhandelsverordnung (HHV) in der Schweiz in Kraft. Dabei ist das BAFU für die Unternehmen, die Holz erstmalig einführen sowie für Händler zuständig. Dem BAFU obliegt auch die Anerkennung der Inspektionsstellen und deren Kontrolle in regelmässigen Abständen.

Wird im Schweizer Wald Holz geerntet, sind die Kantone für die Kontrolle der Waldbesitzerinnen verantwortlich.

Risikobasierte Kontrolle bei Unternehmen

Das BAFU kontrolliert in erster Linie risikobasiert, ob die Vorschriften der Verordnung eingehalten werden. Dies bedeutet: Unternehmen, die besonders grosse Mengen Holz aus riskanten Ländern importieren und in Verkehr bringen, werden prioritär kontrolliert. Dabei werden die Ausgestaltung und die Anwendung des Sorgfaltspflichtsystems sowie dessen Aktualisierung überprüft. Sind die geforderten Informationen vorhanden? Liegt eine aktuelle Risikobewertung vor? Es werden auch die Risikominderung auf Produkt- und Komponentenebene und deren Dokumentation geprüft. Bei Kontrollen ist es angezeigt, dass Proben entnommen werden, damit die Holzart und wo möglich die Herkunft festgestellt werden können.

Kontrolle der Rückverfolgbarkeit bei Händlern

Bei den Händlern wird geprüft, ob sie dokumentiert haben von welchem Zulieferer sie Holz oder Holzerzeugnisse bezogen und an welchen Abnehmer sie diese weitergegeben haben.

Anerkannte Inspektionsstellen im Aufbau

Unternehmen können in Zukunft Inspektionsstellen beauftragen, ihr System der Sorgfaltspflicht und dessen Anwendung auf seine Konformität hin zu bewerten. Das BAFU anerkennt und überwacht diese Inspektionsstellen. Dafür hält es in einem Pflichtenheft fest:

  • über welche Fachkompetenzen die Inspektionsstellen verfügen,
  • welche Elemente im Rahmen einer Inspektion überprüft und
  • in einem Bericht festgehalten werden müssen.

Für die Inspektionsstellen ist eine Akkreditierung der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) als Konformitätsbewertungsstelle, die Inspektionen durchführt Voraussetzung für eine Anerkennung durch das BAFU (Norm SN EN ISO/IEC 17020, 2012, Anforderungen an den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen, Typ C).
Sowohl das Pflichtenheft als auch die Liste mit den anerkannten Inspektionsstellen werden sobald als möglich vom BAFU bereit gestellt.

Vollzug durch die Kantone

Waldbesitzerinnen sind im Sinne der HHV ebenfalls Erstinverkehrbringer. Für die Kontrolle sind die Kantone zuständig. In der Schweiz braucht es für die Holzernte eine waldgesetzliche Nutzungsbewilligung, die von den Kantonen flächendeckend kontrolliert wird. Damit bündeln sich hier die Vollzugsaufgaben aus der Waldgesetzgebung und der HHV.

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Letzte Änderung 12.05.2021

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