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Veröffentlicht am 19. März 2026

1. Newsletter Wald und Holz 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Am 12. Dezember 2025 hat der Bundesrat die seit Jahren angekündigte Integrale Wald- und Holzstrategie 2050 (IWHS 2050) genehmigt. Mit dieser Strategie werden die Waldpolitik und der Umgang mit der Ressource Holz miteinander verschmolzen. Sie zielt insbesondere darauf ab, Lücken zu schliessen und das Gesamtsystem Wald und Holz zu optimieren. Dabei zeigt sie Stossrichtungen für die konkrete Umsetzung auf.

Es handelt sich dabei keineswegs um eine «Schönwetterstrategie», ganz im Gegenteil: Sie benennt die Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, und thematisiert die Widersprüche, die es zu überwinden gilt. Vor allem aber macht die IWHS 2050 zwei Dinge deutlich: Erstens ist es an der Zeit, Massnahmen zu finanzieren, die Synergien zwischen dem Schutz und der Nutzung der Waldressourcen schaffen, und zweitens dürfen die einzelnen Dimensionen der Multifunktionalität der Wälder und der Ressource Holz nicht mehr isoliert betrachtet werden. Ein erstes Paket von Massnahmen zur Schliessung bestehender Lücken wird derzeit umgesetzt.

Ganz im Sinne der IWHS 2050 präsentiert sich auch der erste Newsletter dieses Jahres in neuer Form: Die bislang getrennten Newsletter für die Bereiche Wald und Holz wurden zusammengefasst und erscheinen mit dieser Ausgabe erstmals in einer einzigen Publikation. So können wir Ihnen in Zukunft sämtliche Informationen im Zusammenhang mit der IWHS 2050 gebündelt zur Verfügung stellen.

2026 blicken wir auf das 150-jährige Bestehen des Waldgesetzes zurück, eines erfolgreichen Gesetzestextes mit Pioniercharakter. Dass unser Newsletter gerade rechtzeitig zu diesem Jubiläum in seiner neuen Gestalt vorliegt, freut mich ganz besonders.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Michael Reinhard
Abteilungschef Wald, Bundesamt für Umwelt BAFU

150 Jahre Forstpolizeigesetz – eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

Titelseite Forstpolizeigesetz 1876

Vor 150 Jahren stand die Schweiz an einem Wendepunkt: Kahle Hänge, gefährliche Murgänge und verheerende Überschwemmungen zeigten schonungslos, was passieren kann, wenn der Wald an seine Grenzen gebracht wird. 1876 zog die Schweiz die Konsequenzen – mit dem «Bundesgesetz betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei im Hochgebirge» vom 24.3.1876. Es war damals ein revolutionärer Schritt hin zu einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Waldpolitik.

Was folgte, ist eine Erfolgsgeschichte: Die Waldfläche blieb erhalten, Schutzwälder wurden aufgebaut, Biodiversität und Erholung gewannen an Bedeutung – und das Vertrauen der Bevölkerung in ein starkes Waldgesetz wächst bis heute. Doch diese Geschichte ist nicht zu Ende. Sie bekommt ein neues Kapitel.

Mit der Integralen Wald- und Holzstrategie 2050 (IWHS 2050) knüpft die Schweiz an dieses Erbe an. 150 Jahre nach dem ersten Forstpolizeigesetz bleibt der Grundgedanke derselbe: Der Schweizer Wald ist von zentraler Bedeutung für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft und er soll auch in Zukunft gesund, vielfältig und naturnah erhalten bleiben.

Webseite 150 Jahre Forstpolizeigesetz

Integrale Wald- und Holzstrategie 2050: Umsetzung

Mit der Genehmigung der Integralen Wald- und Holzstrategie durch den Bundesrat startet die Umsetzungsphase. Grundlage dafür bilden drei zentrale Dokumente: der Strategiebericht, der Indikatorenbericht und der Massnahmenplan 2025-2032. Letzterer legt zudem die jeweiligen Zuständigkeiten fest und zeigt auf, wer welche Aufgaben übernimmt.

Übergeordnet braucht es eine enge Koordination der Umsetzung zwischen Bund, Kantonen und weiteren Akteuren sowie eine verlässliche Erfolgskontrolle. Diese Elemente werden bis Ende 2026 in einem gemeinsam abgestimmten Umsetzungskonzept festgelegt. Ziel ist es, allen Beteiligten ein pragmatisches, leicht anwendbares Instrument zur Verfügung zu stellen, das die Umsetzung effizient unterstützt.

Mehr erfahren: Integrale Wald- und Holzstrategie 2050

Holz Symbolbild

Schwerpunkt Aktionsplan Holz

Sie lesen in dieser Rubrik News und Beiträge zu aktuellen Ergebnissen des Aktionsplan Holz.

«Und wenn die Fichte doch ausgeht?»

Ende Januar diskutierten S-WIN-Mitglieder sowie geladene Gäste in Dübendorf unter dem Leitthema „Und wenn die Fichte doch ausgeht?” über die Zukunft der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. Im Zentrum standen die ersten Ergebnisse des ETH-Verbundprojekts «MainWood».

Die Analysen verdeutlichen den deutlichen Rückgang der Fichte aufgrund klimatischer Veränderungen. Doch die Tagung zeigte auch Lösungswege auf. Eine effizientere Allokation der Ressourcen ist der Schlüssel. Experten forderten, Holz verstärkt im Bauwesen einzusetzen und es so lange wie möglich „vom Feuer fernzuhalten” (Kaskadennutzung). Neue Materialien wie Spaltstäbe für Holzwerkstoffplatten, Scrimber oder faserverstärktes Brettschichtholz bieten innovative Alternativen für robuste Tragwerke, auch bei veränderter Rohstoffverfügbarkeit.

Die Botschaft der Tagung ist klar: Durch Innovation und interdisziplinäre Zusammenarbeit kann die Wertschöpfungskette Wald-Holz auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Weiter zum vollständigen Rückblick

White Paper zeigt: Neue Finanzierungswege könnten die Holzwirtschaft stärken

Holz gewinnt als nachhaltiger Baustoff zunehmend an Bedeutung und spielt im klimapolitischen Kontext eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung. Dennoch schöpft die holzbasierte Wertschöpfungskette in der Schweiz ihr Potenzial noch nicht vollständig aus. Warum ist das so? Ein neues White Paper liefert Antworten. Es untersucht die Finanzierungssituation der internationalen und insbesondere der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft mit besonderem Fokus auf KMU. Die Analyse stützt sich auf internationale Kapitalmarktdaten, Unternehmenskennzahlen sowie die Ergebnisse einer breit angelegten Umfrage unter Schweizer Firmen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Während grosse, börsennotierte Unternehmen ein breites Spektrum an modernen Finanzierungsinstrumenten nutzen, setzen Schweizer KMU der Holzkette vor allem auf Eigenkapital und klassische Bankkredite. Innovative oder nachhaltige Finanzierungsformen spielen bisher kaum eine Rolle. Das White Paper zeigt zudem, dass Informationslücken und strukturelle Hürden den Zugang zu Kapital zusätzlich erschweren. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, welches Potenzial in neuen Modellen steckt: Eine bessere Sichtbarkeit der Klimaleistungen, transparente Daten und zielgerichtete Finanzierungsinstrumente könnten Investitionen mobilisieren und somit die nachhaltige Entwicklung der gesamten Branche stärken.

Entstanden ist das White Paper «Timber Financing - Theorie und Finanzierungspraxis der Schweizer und internationalen Holzindustrie» im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der ZHAW School of Management and Law und Timber Finance, unterstützt durch den Aktionsplan Holz.

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Biozide im Wald: Aktualisierte Informationen auf Webseite

Die Verwendung von umweltgefährdenden Stoffen ist im Wald grundsätzlich verboten. In Umsetzung der Motion Hegglin (23.2998) gilt seit Herbst 2025, dass die Kantone Anwendungen von Biozid-Produkten zur Bekämpfung von Arthropoden und Mikroorganismen, die eine erhebliche Gefährdung für die Gesundheit des Menschen oder von Nutztieren oder für die Umwelt darstellen, im Wald bewilligen – allerdings nur unter den Voraussetzungen des Anhang 2.4 Ziff. 4ter ChemRRV. Die wichtigsten Informationen dazu sind auf der BAFU-Webseite ausführlich erläutert und Sie finden dort auch weiterführende Dokumente.

Biozide und Pflanzenschutzmittel werden oft verwechselt. Auf der Webseite finden Sie deshalb die jeweiligen Definitionen. Die korrekte Unterscheidung ist relevant, da für die beiden Stoffgruppen unterschiedliche Regelungen gelten.

Mehr erfahren

Art. 32 WaG – Gesuchseingabe für Finanzhilfen Periode 2027/2028

Im Hinblick auf die nächste Periode (2027/2028) wurde das Gesuchsformular zur Unterstützung von Aufgaben, die im Interesse der Walderhaltung liegen (Artikel 32 WaG) auf der Webseite aufgeschaltet. Die Vereinigungen wurden über die nächste Eingabemöglichkeit der Gesuche und die Rahmenbedingungen informiert.

Weitere Informationen

Änderung der VpM-BAFU per 15.01.2026

Die Verordnung des BAFU über phytosanitäre Massnahmen für den Wald (VpM-BAFU, (SR 916.202.2) wurde per 15.01.2026 aufgrund neuer Erkenntnisse und EU Bestimmungen angepasst. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Massnahmen gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer: Neu müssen nur noch Ahorn, Rosskastanie, Birke, Esche, Pappel, Weide und Ulme im Umkreis befallener Pflanzen gefällt werden. Zudem wurden Massnahmen gegen den Eschenprachtkäfer aufgenommen.

Wald- und Holzforschungsförderung Schweiz

Bis zum jüngsten Stichtag vom 31. Januar 2026 sind 13 Gesuche für Beiträge der Wald- und Holzforschungsförderung Schweiz (WHFF CH) eingegangen. Die thematische Breite der Projekte zeigt: Das Interesse aus Praxis, Forschung und Wirtschaft an einer innovativen und nachhaltigen Entwicklung von Wald und Holz bleibt hoch. Das zuständige Expertengremium prüft derzeit alle Eingaben sorgfältig. Sobald die Bewertungen vorliegen, werden die Förderentscheide kommuniziert.

Der nächste Eingabetermin für neue Beitragsgesuche ist der 31. Juli 2026.

Mehr zur WHFF‑CH

Beruf(ung) im Wald – die Möglichkeiten in der Übersicht

Ausbildungsdiagramm

Die Codoc, Fachstelle des BAFU für forstliche Bildung, hat die Übersicht über die Waldberufe und die entsprechenden Ausbildungswege aktualisiert und interaktiv gestaltet. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Bildungsanbietern wurden zudem die Portraits sämtlicher Waldberufe auf den neusten Stand gebracht. Das Diagramm ermöglicht einen umfassenden Überblick über die berufliche Vielfalt im Wald und eine bessere Sichtbarkeit der Weiterbildungsmöglichkeiten.

Übersicht Waldberufe | Fachstelle Codoc

Schweizer Engagement im European Forest Pedagogics Netzwerk

Gruppenfoto Forest pedagogy

Das europäische Netzwerk für Waldpädagogik wurde vor rund 20 Jahren gegründet und besteht aus Mitgliedern aus 17 Ländern. Es bietet eine wertvolle Plattform für den internationalen Austausch von Erfahrungen, um den Wald als schützenswertes Ökosystem auch künftigen Generationen näherzubringen. Die Schweiz engagiert sich aktiv im Netzwerk und wird, im Auftrag des BAFU, durch Fachpersonen der Waldpädagogik der Stiftung Silviva vertreten.

Mehr Informationen: FCN Subgroup – Forest pedagogics

Aktuelle Publikationen

Jahrbuch Wald + Holz 2025

Das Jahrbuch Wald und Holz wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) verfasst und herausgegeben. Es informiert ausführlich über die Waldressourcen, die Holznutzung, die Leistungen und Produkte des Waldes, die Holzverarbeitung und den Handel mit Holz und Holzprodukten der Schweiz. Die meisten Daten stammen aus Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des BAFU.

Dank nachhaltiger Holzernte den Nährstoffverlust minimieren

Der Verlust an Nährstoffen im Boden setzt dem Wald zu und mindert seine Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel. Eine neue Publikation des BAFU zeigt, mit welchen Vorkehrungen bei der Holzernte diese Stoffe im Boden zurückgehalten werden können.