Klimatipps für den Alltag

Wie lässt es sich klimaschonender leben? Und wie können die eigenen CO2-Emissionen reduziert werden? Im Alltag gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Text: Carla Gross, BAFU, und Cornélia Mühlberger de Preux

Pro Jahr belastet jede Schweizerin und jeder Schweizer die Atmosphäre mit rund 11,6 t Kohlendioxid (CO2) - die grauen Emissionen eingerechnet, die mit importierten Gütern und Dienstleistungen verbunden sind. Der weltweite Durchschnitt liegt bei schätzungsweise 5,3 t pro Person (Stand 2011). Die persönliche Treibhausgasbilanz wird durch unser Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen geprägt. Klimaschutz im Alltag ist vor allem beim Wohnen und Essen sowie bei der Mobilität und der Freizeit möglich.

Neben allgemeinen Ratschlägen (fett gedruckt) hat das BAFU rund ein Dutzend besondere Klimatipps erarbeitet (siehe Illustrationen): Sie zeigen, wie viel CO2 und wie viel Geld sich einsparen lassen, wenn wir uns umweltbewusstes Verhalten angewöhnen und überlegte Kaufentscheide treffen. Zur Berechnung dieser Klimatipps wurden verschiedene Quellen herangezogen. Die ermittelten Werte beziehen sich sowohl bei den verwendeten Geräten wie bei den benutzten Verkehrsmitteln und den Konsumgewohnheiten auf das Verhalten eines Durchschnittsschweizers oder einer Durchschnittsschweizerin. Bei den Zahlen handelt es sich um Richtwerte; sie sollen die Grössenordnung der möglichen Einsparungen wiedergeben. Die CO2-Einsparungen beinhalten die Emissionen aller Treibhausgase umgerechnet auf CO2.

Dass Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkaufen noch zu wenig an den Klimaschutz denken, liegt oft nicht am mangelnden Willen, sondern am fehlenden Wissen. Gefragt sind bessere Information, Aus- und Weiterbildung sowie Beratung. Zu diesem Zweck baut das BAFU zurzeit ein umfassendes Klimaprogramm auf.

Wohnen und Bauen

Beim Wohnen belasten der Energiekonsum und das Heizen das Klima am meisten.
Wer in diesem Bereich Energie sparen will, schafft sich wo immer möglich effiziente A+++-Geräte an und schaltet Lampen und Geräte wann immer möglich aus. Da viele Geräte beim Ausschalten automatisch auf Standby gehen, empfiehlt es sich, Stromleisten zu benutzen, um den Strom vollständig abzuschalten. Durch den Bezug von ökozertifiziertem Strom lässt sich der CO2-Ausstoss ganz gezielt senken.

Auch beim Heizen bringen kleine Schritte viel: Mit jedem Grad, das weniger geheizt wird, lassen sich nicht nur 6 % CO2-Emissionen, sondern auch Geld einsparen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer empfiehlt sich das Bauen nach Minergie-Standard. Auch beim Sanieren zahlen sich verschiedene energiesparende Massnahmen aus.

Ernährung und Konsum

Zum Einmaleins des Klimaschutzes im Alltag gehört der Konsum von Saisonfrüchten und -gemüse aus der Region - wenn möglich aus biologischem Anbau. Schlecht für das Klima sind Nahrungsmittel, die mit dem Flugzeug in die Schweiz transportiert oder in Treibhäusern gezogen werden. Wer weniger Fleisch- und Milchprodukte isst, trägt dazu bei, grosse Mengen an Treibhausgasen einzusparen. Die Produktion von Rindfleisch ist übrigens deutlich belastender für das Klima als diejenige von Poulet- und Schweinefleisch.

Reisen und Freizeit

Reisen im Flugzeug belastet die persönliche CO2-Bilanz so stark, wie kaum eine andere Aktivität: Ein Flug über 18‘000 km nach Bangkok und zurück beispielsweise schlägt pro Passagier mit 1900 kg CO2-Emissionen zu Buche. Zum Vergleich: Dieselbe Menge CO2 emittiert, wer mit dem Auto 9800 km fährt. In etwa die gleiche Distanz legen Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt jährlich per Auto und Motorrad zurück.

Unterwegs sind wir sowohl im Inland wie im Ausland vor allem in der Freizeit. 54 % unserer Mobilität sind auf Freizeitaktivitäten zurückzuführen. Deshalb: Bei der Wahl des Ferienziels und der Ausübung von Hobbys auch auf die Entfernung und die Transportmittel achten. Diese beiden Faktoren haben einen grossen Einfluss auf die persönliche Klimabilanz. Dasselbe gilt übrigens bei Ferienunterkünften: Weniger Luxus bei der Ausstattung bedeutet auch weniger CO2-Emissionen.

Mobilität

Wer im Alltag mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs ist, schützt nicht nur Klima und Portemonnaie, sondern tut auch etwas für seine Gesundheit. Die öffentlichen Verkehrsmittel weisen eine deutlich bessere Energiebilanz auf als das Auto. Dem Klima nützt aber auch, wer sein Auto teilt oder Car-Sharing-Angebote wie Mobility benutzt. Der ökologische Fussabdruck lässt sich zudem durch den Kauf eines umweltfreundlichen Autos mit geringem Treibstoffverbrauch (vgl. VCS-Auto-Umweltliste) und durch eine energiesparende Fahrweise (Eco-Drive) verkleinern. Wer so fährt, spart mit einem herkömmlichen Auto pro 100 km nicht weniger als einen Liter Benzin und damit 2 kg CO2!

Quelle: siehe gedruckte Version oder ePaper

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Letzte Änderung 26.11.2014

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