Schweizer Klimapolitik

Die Schweiz verfolgt eine aktive Politik zur Reduktion der Treibhausgase. Sie leistet einen Beitrag zum international anerkannten Ziel, die globale Erwärmung auf deutlich weniger als 2 Grad zu begrenzen. Das geltende CO2-Gesetz fokussiert darauf, die Emissionen im Inland zu senken.

Das CO2-Gesetz, Herzstück der Schweizer Klimapolitik, verfolgt ein Emissionsziel für das Jahr 2020 und setzt mit verschiedenen Instrumenten bei Gebäuden, Verkehr und Industrie an:

  • Die Schweiz soll ihre Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2020 um mindestens 20% gegenüber 1990 senken.
  • Das Gesetz betrifft vor allem fossile Brenn- und Treibstoffe, erfasst aber neben CO2 auch andere wichtige Treibhausgase.
  • Zudem schreibt es dem Bund eine koordinierende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel zu.

Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgase

CO2-Abgabe

Ein zentrales Instrument zur Erreichung der gesetzlichen Klimaschutzziele ist die CO2-Abgabe. Sie ist eine Lenkungsabgabe und wird seit 2008 auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas erhoben.

Emissionshandel

Der Emissionshandel ermöglicht es, Emissionen da zu reduzieren, wo die Kosten tief liegen. So lassen sich Klimaschutzziele kostengünstig erreichen. Mit Emissionsrechten und Emissionsminderungszertifikaten handeln insbesondere Unternehmen und spezialisierte Händler.

Gebäude

Der Gebäudesektor verursacht ca. ein Drittel der Schweizer CO2-Emissionen. Hier setzen kantonale Gebäudestandards und das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen an.

CO2-Emissionsvorschriften für Fahrzeuge

Analog zur EU gelten in der Schweiz CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen: Seit 2015 darf die Neuwagenflotte im Durchschnitt höchstens 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Ab 2020 gelten für Personenwagen ein Zielwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Zusätzlich werden CO2-Emissionsvorschriften für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper eingeführt. Sie müssen einen Zielwert von durchschnittlich 147 Gramm CO2 pro Kilometer einhalten.

Kompensation von CO2-Emissionen

Sowohl die Importeure von Treibstoffe wie auch die Betreiber von fossil-thermischen Kraftwerken sind zur Kompensation von CO2-Emissionen verpflichtet.

Klimaprogramm Bildung und Kommunikation

Das CO2-Gesetz sieht auch Massnahmen in Bildung und Kommunikation vor, um andere gesetzliche Massnahmen zu verstärken und den freiwilligen Klimaschutz zu fördern.

Technologiefonds

Mit einem Technologiefonds fördert der Bund Innovationen, die Treibhausgase oder den Ressourcenverbrauch reduzieren, den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigen und die Energieeffizienz erhöhen. Bürgschaften erleichtern es innovativen Unternehmen, Darlehen aufzunehmen.

Branchenvereinbarungen

Das Umweltschutzgesetz und das CO2-Gesetz ermöglichen es dem Bund, Vereinbarungen mit Wirtschaftszweigen abzuschliessen.

Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Anpassung an den Klimawandel

Weil die Erderwärmung im besten Fall auf 1,5°C begrenzt werden kann, wird die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels immer wichtiger. Die Koordination der Anpassung ist seit 2013 eine Bundesaufgabe.

 Weitere Politikfelder beeinflussen den Ausstoss von Treibhausgasen:

Internationale Klimapolitik

Internationale Klimapolitik

Klimatische Veränderungen machen nicht Halt an Landesgrenzen. Da die Erwärmung die Schweiz mit ihrem Gebirgsökosystem stark betrifft, ist ein global koordiniertes Vorgehen für das Alpenland entscheidend.

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Letzte Änderung 28.09.2018

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