Nutzungsbedingungen Aquaprotect

Disclaimer mit Urheberrechtsvermerk, Haftungsausschluss und technischen Hinweisen.


1.  Rechtliche und technische Hinweise

Aus den Karteninhalten, bzw. Darstellungen von Flutzonen und den allfällig dazugehörenden Texten (im Folgenden „Flutzonen" genannt) können Rechtsansprüche weder begründet noch abgeleitet werden. Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Swiss Re) als Urheberin der Daten und Besitzerin der Copyrights übernimmt keine Haftung für Vollständigkeit und Inhalt. Die Karten und Texte sind Informationsmaterial für die Öffentlichkeit, keine rechtsverbindliche Aussage.

Die Flutzonen wurden 2008 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) durch die Swiss Re erstellt. Die Firma Intermap Technologies, Inc. (Intermap) hat das Projekt unterstützt.

Aus der Tatsache, dass ein bestimmtes Gebiet nicht ausgewiesen ist, kann nicht geschlossen werden, dass hier keine Hochwassergefahr besteht. Grundsätzlich kann es überall zu Überschwemmungen kommen (z.B. durch extreme Niederschlagsereignisse).

Aufgrund der Eingangsdaten erfolgte die Ausweisung der Überschwemmungsgebiete in der Regel ohne Berücksichtigung technischer Hochwasserschutzeinrichtungen (Dämme, Deiche, Mauern, etc.), wodurch der Zustand vor Errichtung allfälliger Bauten dargestellt wird. Andrerseits können auf Grund des teilweise automatisierten Herstellungsprozesses der vorliegenden Flutzonen (vgl. Methodik) lokale Gebiete als potentiell gefährdet dargestellt sein, die in Realität eine geringere Gefährdung aufweisen.

Für allfällige Schäden oder Forderungen, welche durch die Nutzung oder Weitergabe der Flutzonen oder deren Interpretation verursacht werden, haften weder Swiss Re noch BAFU oder Intermap.

Veränderungen oder Bearbeitungen an den Daten dürfen nur mit vorgängigem schriftlichem Einverständnis von Swiss Re vorgenommen werden oder vorgenommen lassen werden. Die gewerblichen Schutzrechte, insbesondere die Urheberrechte an den Flutzonen, verbleiben bei Swiss Re.


2.    Veröffentlichung und Weitergabe der "Flutzonen"

Mit Ausnahme der involvierten Parteien Swiss Re,  BAFU und Intermap dürfen die Flutzonen ohne ausdrückliche Erlaubnis der Swiss Re von niemandem weitergegeben oder zugänglich gemacht werden.

Bei jeder Weitergabe oder Veröffentlichung der Flutzonen ist sicher zu stellen, dass der vorliegende Disclaimer inkl. Urheberrechtsvermerk mit Verweis auf Swiss Re sowie Haftungsausschluss von Swiss Re, inklusive technischer Hinweise, in vollem Umfang zur Kenntnis genommen und bestätigt wird. Zudem ist jede Weitergabe oder Veröffentlichung der Flutzonen der Swiss Re schriftlich mitzuteilen.

Die detaillierte Veröffentlichung dem breiten Publikum gegenüber ist insofern eingeschränkt, dass sichergestellt werden muss, dass eine Parzellen genaue Interpretation der Flutzonen zu keiner Zeit möglich ist. Dies kann beispielsweise technisch umgesetzt werden, in dem ab einer Darstellungsgrösse von 1:10'000 oder höher aufgelöst die Flutzonen einzig als Schraffur mit einem original Massstab getreuem Abstand von 100m der einzelnen Schraffen dargestellt werden.

Dem geeigneten Fachpublikum dürfen die Flutzonen in voller Auflösung zur Verfügung gestellt werden.

Die gewerblichen Schutzrechte, insbesondere die Urheberrechte, an den bestehenden Flutzonen und darauf aufbauenden zukünftigen Flutzonen verbleiben bei Swiss Re.


3.   Methodik und Darstellungsform "Flutzonen"

Ziel des Projektes Aquaprotect II vom BAFU ist die Visualisierung von Überschwemmungsgebieten für Hochwasserabflüsse HQT der Jährlichkeiten T=50 (Zone 1), T=100 (Zone 2), T=250 (Zone 3) und T=500 (Zone 4). Die Ermittlung der Überschwemmungsgebiete gliedert sich dabei in einen hydrologischen und in einen hydraulischen Teil. Ziel des hydrologischen Teils ist die Bestimmung der Hochwasserabflüsse, die als Eingangsgrössen in den hydraulischen Teil dienen.

Da es bei Aquaprotect II um eine Einschätzung des Hochwasserrisikos geht, wurden die zu bestimmenden Hochwasserabflüsse als Schätzungen für den wahrscheinlichsten Wert einer bestimmten Jährlichkeit definiert. Im Gegensatz dazu decken üblicherweise Bemessungswerte des Durchflusses Unsicherheiten ab und werden in der Praxis manchmal - je nach dem Ausmaß der Unsicherheit - grösser als der wahrscheinlichste Wert gewählt. Deshalb können sich die Erwartungswerte (die dem Projekt Aquaprotect II zugrunde liegen) von den Bemessungswerten des Abflusses unterscheiden.

Die Karten enthalten keine Grundstückgrenzen. Die Betroffenheit einzelner Grundstücke kann deshalb nicht abgeleitet werden.


4. Genauigkeit und Anwendungsbereich der Ergebnisse

Insgesamt war es das Ziel, eine möglichst grosse Genauigkeit zu erzielen, die für die Ermittlung von grossmassstäblichen Hochwasserrisikoflächen geeignet ist. Die Werte wurden also unter dem Blickpunkt einer regionalen Betrachtung bestimmt. Allerdings ist mit dieser Vorgangsweise nicht eine Genauigkeit erzielbar, die bei Detailgutachten (z.B. unter Verwendung von Niederschlag-Abflussmodellen) möglich ist. Deshalb sind die in diesem Projekt bestimmten Werte nicht als Bemessungswerte für lokale Fragestellungen geeignet. Die in diesem Projekt bestimmten Werte ersetzen nicht die auf Basis von Detailgutachten bestimmten Bemessungswerte, bei denen auf lokale Aspekte noch detaillierter eingegangen werden kann. Demgegenüber steht in diesem Projekt der Vorteil einer räumlich konsistenten Auswertung, bei der für die gesamte Schweiz die Flutzonen mit einer einheitlichen Methode bestimmt wurden.

Entsprechend der Zielsetzung von Aquaprotect II handelt es sich bei den Hochwasserangaben im vorliegenden Bericht um den Erwartungswert, der mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit erreicht oder überschritten wird. Unsicherheiten, etwa im Pegelschlüssel oder bei der Übertragung auf Querschnitte ohne Abflussmessungen, werden nicht durch eine Erhöhung der Durchflusswerte abgebildet, sondern entsprechen einer gewissen Streuung um die angegebenen Werte. Es handelt sich dabei also nicht um Bemessungswerte sondern um die wahrscheinlichsten Werte. Erwartungswert (Flutzonen aus Aquaprotect II) und Bemessungswerte können voneinander abweichen.

Hydraulische Berechnungen für Flussgebiete der hier vorliegenden Größe mit Daten und Modellen der hier vorliegenden Genauigkeit sind bisher nicht durchgeführt worden. Die Bewältigung der Gesamtaufgabe war nur lösbar durch einen hohen Grad an Automation bei der Durchführung des Gesamtprozesses. Die dabei zugrunde liegenden Prä- und Postprozessing Algorithmen wurden in den letzten Jahren entwickelt und ständig verbessert. Zur Überwachung der Plausibilität der Zwischen- und Endergebnisse sind zahlreiche, aus diesen Erfahrungen erwachsene Qualitätskontrollen in die Gesamtmethodik integriert. Die in der hydraulischen Modellierung sonst angestrebten Genauigkeiten wird hier nicht erreicht, allerdings wäre deren Anwendung auf das hier zugrunde liegende Flussnetz auch mit einem vielfachen Zeit- und Kostenaufwand bei weitem nicht zu bewältigen. Die Genauigkeiten von Modellierungsergebnissen werden im Wesentlichen bestimmt durch Unsicherheiten in den verwendeten Daten, Unsicherheiten in der Parametrisierung sowie Unsicherheiten im verwendeten Modell.


5. Zusammenfassend die verbleibenden Unsicherheiten, die nicht reduziert werden konnten

  • Die hydrologischen Eingangsdaten (Hochwasserabfluss-Quantile) werden auf Basis von Wahrscheinlichkeitsanalysen und nachfolgender Regionalisierung ermittelt. Unsicherheiten bestehen in der Auswahl der geeigneten theoretischen Wahrscheinlichkeitsverteilung und des Parameterschätzverfahrens sowie bei der räumlichen Übertragung von den zunächst nur an den Pegeln bekannten Werten auf das gesamte Flussnetz.
  • Die realen topographischen Verhältnisse werden durch das DHM25 nur soweit erfasst, wie es die zugrunde liegende Rasterauflösung von 25 x 25 m zulässt.
  • Die realen bathymetrischen Verhältnisse werden im Falle der synthetisch erzeugten Flussquerprofile nur näherungsweise (und in Einzelfällen kaum) erfasst.

Die Wirkung vorhandener Hochwasserschutzeinrichtungen wurde bei der Berechnung nicht erfasst, obwohl diese im Einzelfall die Ausdehnung der Überschwemmungsgebiete stark beeinflussen können.

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Letzte Änderung 28.09.2018

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