Schweizer Emissionshandelsregister (EHR)

Im Schweizer Emissionshandelsregister (EHR) werden Emissionsrechte, Emissionsminderungszertifikate und Bescheinigungen verbucht (für die Schweiz und für Unternehmen, die am Emissionshandel teilnehmen). Das BAFU kontrolliert mithilfe des EHR, ob die Unternehmen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen sind, und führt Versteigerungen von Emissionsrechten durch. Gleichzeitig stellt das BAFU die Erfüllung des staatlichen Reduktionsziels sicher.

Das Schweizer EHR ist ein Online-Buchungssystem. Es stellt sicher, dass Erzeugung, Zuteilung, Guthaben, Übertragung, Erwerb, Löschung und Rückgabe der Einheiten sowie Versteigerungsgebote genau verbucht werden. Das EHR lässt sich mit einem Grundbuch vergleichen: Hier werden Änderungen dokumentiert. Alle Einheiten existieren nur in elektronischer Form. Der Handel selbst ist jedoch privatwirtschaftlich organisiert.

Jede Transaktion von Einheiten im Rahmen des Kyoto-Protokolls wird durch den International Transaction Log (ITL) des UNO-Klimasekretariat (UNFCCC) überprüft und genehmigt.

Für Transaktionen aller übrigen Einheiten (Schweizer und europäischer Emissionsrechte, Bescheinigungen) wird diese Prüfung durch das Supplementary Transaction Log (STL) der Schweiz sichergestellt. 

Verknüpfung mit Emissionshandelsregister der EU

Das Abkommen zur Verknüpfung der Emissionshandelssysteme (EHS) der Schweiz und der Europäischen Union (EU) trat am 1. Januar 2020 in Kraft. Damit werden Schweizer und europäische Emissionsrechte gegenseitig anerkannt. Um die Verknüpfung der EHS technisch umzusetzen, ist eine elektronische Verknüpfung der Emissionshandelsregister der Schweiz und der EU notwendig. Die Registerverknüpfung wird in einer Anfangsphase Transfers zwischen dem EHR der Schweiz und der EU nur zu fixen Zeitpunkten ausführen.

Ab dem 21. September 2020 können Transaktionen von Emissionsrechten zwischen beiden Registern initiiert werden. Die Transaktionen werden dann am nächsten Datum gemäss nachfolgender Tabelle unter Berücksichtigung der Regeln des jeweiligen Registers ausgeführt. Transfers finden in der Regel zweimal pro Monat statt. Vor Ablauf der Abgabefrist für Zertifikate am 30. April und dem Liefertermin der EUA-Futures-Kontrakte Mitte Dezember werden die Transfers zweimal wöchentlich durchgeführt.

 
2020 - Kalender zur Durchführung von Transfers zwischen den Registern
28.09.2020  30.11.2020   
05.10.2020  07.12.2020   
19.10.2020  16.12.2020   
02.11.2020  17.12.2020   
16.11.2020  21.12.2020 
2021 – Kalender zur Durchführung von Transfers zwischen den Registern
11.01.2021 05.04.2021 07.06.2021 30.08.2021 22.11.2021
25.01.2021 19.04.2021 21.06.2021 13.09.2021 06.12.2021
08.02.2021 29.04.2021 05.07.2021 27.09.2021 13.12.2021
22.02.2021 30.04.2021 19.07.2021 11.10.2021 22.12.2021
08.03.2021 10.05.2021 02.08.2021 25.10.2021 23.12.2021
25.03.2021 24.05.2021 16.08.2021 08.11.2021  

Im Allgemeinen wird der Transfer-Kalender einen Zeitraum von 12 Monaten (Januar bis Dezember) abdecken. Um eine ausreichende Vorhersehbarkeit für den Markt zu gewährleisten, werden alle Transfer-Daten mindestens einen Monat im Voraus veröffentlicht. Sämtliche Änderungen des Kalenders werden ebenfalls mindestens einen Monat im Voraus veröffentlicht, mit Ausnahme von kurzfristigen Änderungen aufgrund unvorhergesehener vorübergehender Schliessungen der Registerverbindung (z.B. höhere Gewalt, technische und/oder Sicherheitsfragen).

Transaktionen innerhalb des Schweizer EHR werden wie bisher ausgeführt. Auch Transaktionen von im Rahmen des Kyoto-Protokolls ausgestellten Einheiten (z.B. CER) zwischen dem EHR der Schweiz und der EU werden wie bisher ausgeführt, da diese Transaktionen weiterhin über das International Transaction Log (ITL) des UNO-Klimasekretariats (UNFCCC) laufen.

Teilnehmerkreis

Betreiberkonten: EHS-Teilnehmer, die zwischen 2013 und 2020 ein Konto im Schweizer Emissionshandelsregister führen müssen, um ihre Verpflichtungen aus dem CO2-Gesetz zu erfüllen, stellen online einen Antrag zur Eröffnung eines Betreiberkontos im Schweizer Emissionshandelsregister. Es sind dies Betreiber von Anlagen und von Luftfahrzeugen (Luftfahrzeugbetreiber), sofern sie nicht durch eine ausländische Behörde verwaltet werden.

Weiter können ebenfalls Betreiber von Anlagen mit Verminderungsverpflichtung sowie Importeure und Hersteller fossiler Treibstoffe zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus dem CO2-Gesetz online einen Antrag zur Eröffnung eines Betreiberkontos im Schweizer EHR stellen.

Die Gebühren für die Kontoeröffnung und die jährliche Kontoführung werden gemäss Artikel 4 Absatz 1 und 2 der Gebührenverordnung des BAFU nach Aufwand erhoben (CHF 140 pro Stunde).

Grundsätzlich kann von folgenden Gebühren ausgegangen werden:

  Zeitaufwand Kosten
Kontoeröffnung (einmalig)   2 Std. CHF 280
Kontoführung (jährlich) 1 Std. CHF 140

Personenkonten: Neben EHS-Teilnehmern, die zur Erfüllung von Verpflichtungen aus dem CO2-Gesetz ein Konto im Schweizer EHR führen müssen, können auch andere Akteure im EHR ein Konto eröffnen, um am Emissionshandel teilzunehmen. Unternehmen und Personen, die mit Emissionsrechten, Emissionsminderungszertifikaten und Bescheinigungen handeln wollen, stellen online einen Antrag zur Eröffnung eines Personenkontos im Schweizer EHR. Betreiber von Anlagen und Luftfahrzeugbetreiber im EU EHS sowie die übrigen in der EU zur Versteigerung zugelassenen Unternehmen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), die an der Versteigerung teilnehmen wollen, müssen ebenfalls online einen Antrag zur Eröffnung eines Personenkontos im Schweizer EHR stellen.

Die Gebühren für die Kontoeröffnung und die jährliche Kontoführung werden gemäss Artikel 4 Absatz 1 und 2 der Gebührenverordnung des BAFU nach Aufwand erhoben (CHF 140 pro Stunde).

Grundsätzlich kann von folgenden Gebühren ausgegangen werden: 

 

Zeitaufwand  

Kosten

Kontoeröffnung (einmalig)   

4 Std.

CHF 560

Kontoführung (jährlich)

3 Std.

CHF 420

Versteigerungen

Das BAFU versteigert mehrmals pro Jahr Schweizer Emissionsrechte über das EHR. Ab dem Jahr 2020 sind dies Emissionsrechte für Anlagen (CHU2) und Emissionsrechte für Luftfahrzeuge (CHUA oder auch aCHU genannt). Die Versteigerung wird im kompetitiven Verfahren durchgeführt; als geschlossene Einheitspreisauktionen mit nur einer Bieterrunde.

Zur Teilnahme an den Versteigerungen berechtigt sind Betreiber von Anlagen und Luftfahrzeugbetreiber im EHS der Schweiz und der EU sowie die in der EU zur Versteigerung zugelassenen Unternehmen aus dem EWR.

Detaillierte Informationen zur Versteigerung finden sich im Faktenblatt zur Versteigerung und in den allgemeinen Versteigerungsbedingungen (siehe unter „Dokumente“). Termine, Versteigerungsmengen, Höchst- und Mindestgebotsmengen der nächsten sowie die Ergebnisse der bereits durchgeführten Versteigerungen werden im Schweizer EHR publiziert.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 30.11.2020

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