Rahmenmodell Umweltkommunikation: Kampagnen erfolgreich planen und umsetzen
Verhalten zu verändern und nachhaltiges Handeln zu fördern sind zentrale Ziele der Umweltkommunikation. Das neue Rahmenmodell bietet eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um Kampagnen und Massnahmen im Umweltbereich zu planen, zu entwickeln, durchzuführen und zu evaluieren. Als praxisorientierter Leitfaden kann das Tool sowohl von Einsteigerinnen und Einsteigern als auch Expertinnen und Experten angewendet werden.
Was das Rahmenmodell leistet
Das Rahmenmodell bietet Kommunikationsprofis sowie Projektleiterinnen und Projektleitern eine praktische Orientierung und Unterstützung für jede Phase ihrer Kampagne. Es vereint zentrale wissenschaftliche Theorien und Methoden der Verhaltens- und Umweltpsychologie in einem klar strukturierten, modularen Aufbau. Dieser ist flexibel auf unterschiedliche Projekte und Zielgruppen anwendbar.
Das interaktive Rahmenmodell ermöglicht es, einzelne Etappen und Meilensteine eines Projekts zu erkunden. Ausserdem zeigt es auf, welche Leitfragen und Überlegungen zu welchem Zeitpunkt des Prozesses wichtig sind.
Praxisnahes Arbeitsmaterial
Für jede Phase stehen Arbeitsdokumente mit hilfreichen Leitfragen und Checklisten zur Verfügung, die in der Planung und Umsetzung von Massnahmen unterstützen. Diese Hilfsmittel geben Struktur und helfen, auch komplexe Projekte effizient zu organisieren und umzusetzen.
1 Leitfragen Planung Vorbereitung
2 Leitfragen Prozessfaktoren M1 M2
3 Leitfragen Prozessfaktoren M2 M3
5 Leitfragen Kampagnenende
4 Leitfragen Prozessfaktoren M3 M4
7 Leitfragen Planung Überpruefung Meilensteine
9 Checkliste Planung Vorbereitung
6 Leitfragen Formulierung SMART Goals
8 Leitfragen Gruppenleitung
10 Checkliste Prozessfaktoren M1 M2
11 Checkliste Prozessfaktoren M2 M3
12 Checkliste Prozessfaktoren M3 M4
13 Checkliste Kampagnenende
Freiwilligkeit statt Zwang
Zielgruppen sollen vom Nutzen der Massnahmen überzeugt werden und langfristig eine positive Einstellung zur Umsetzung entwickeln. Die klare Struktur des Modells erleichtert den Vergleich und die Evaluation verschiedener Kampagnen. Erfolgreiche Ansätze können damit weiterentwickelt und in zukünftigen Projekten eingesetzt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, weitere Theorien und Ansätze ins Modell einzubinden, um gezielter auf unterschiedliche Zielgruppen oder Themen einzugehen.
Ein Forschungsprogramm als wissenschaftliche Basis
Entwickelt wurde das «Rahmenmodell für Umweltkommunikation im Bereich Nachhaltigkeitsförderung» während eines vierjährigen Forschungsprogramms des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Ziel war es, für Akteurinnen und Akteure in der Umweltkommunikation ein praxisnahes und wissenschaftlich fundiertes Modell zu schaffen. Es soll ihnen als Leitfaden dienen, mit dem Kommunikationsprojekte und Kampagnen zur Förderung nachhaltigen Verhaltens entwickelt, durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden können.
In drei Modulen wurde das Modell stufenweise aufgebaut:
- Modul 1 bildete die Basis, in der bewährte Theorien und Modelle aus der Gesundheits-, Sozial- und Umweltpsychologie analysiert und zu einem flexiblen Rahmengerüst zusammengeführt wurden.
- Modul 2 testete die Praxistauglichkeit des Modells in zwei Pilotprojekten, die wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurden.
- Schliesslich wurden in Modul 3 die Erkenntnisse aus den Pilotprojekten genutzt, um das Modell weiter zu verfeinern und anwendungsfreundlich zu gestalten.
Für detaillierte Einblicke und weiterführende Informationen steht hier der vollständige Forschungsbericht als PDF zum Download bereit.