Indikator Biodiversität

Tagfalter-Index

Tagfalter bevorzugen vorwiegend offene und halboffene Lebensräume und reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung. Sie eignen sich hervorragend als Zeigerarten, da sie auffällig und relativ einfach zu erheben sind. Aufgrund ihrer ausgeprägten Empfindlichkeit u.a gegenüber klimatischen Faktoren sind Tagfalter zuverlässige Indikatoren für die Auswirkungen der Klimaerwärmung. Die Beobachtung langfristiger Trends erlaubt Rückschlüsse auf den Einfluss des Klimawandels auf die Verbreitungsgebiete der Arten.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Wärmezeiger 2021: 105.3 Wärmezeiger 2020: 117 Wärmezeiger 2019: 113.4 Wärmezeiger 2018: 124.4 Wärmezeiger 2017: 104.4 Wärmezeiger 2016: 106.8 Wärmezeiger 2015: 94.3 Wärmezeiger 2014: 121.4 Wärmezeiger 2013: 103.2 Wärmezeiger 2012: 108.3 Wärmezeiger 2011: 94.3 Wärmezeiger 2010: 107.1 Wärmezeiger 2009: 94.8 Wärmezeiger 2008: 104.9 Wärmezeiger 2007: 102.5 Wärmezeiger 2006: 115.7 Wärmezeiger 2005: 85.6 Wärmezeiger 2004: 97.4 Wärmezeiger 2003: 98.7 Wärmezeiger 2002: 83.1 Wärmezeiger 2001: 83.8 Wärmezeiger 2000: 85.3 Wärmezeiger 1999: 81.4 Wärmezeiger 1998: 75.7 Wärmezeiger 1997: 72.7 Wärmezeiger 1996: 66.6 Wärmezeiger 1995: 96.6 Wärmezeiger 1994: 92.4 Wärmezeiger 1993: 87.2 Wärmezeiger 1992: 67.3 Wärmezeiger 1991: 78.7 Wärmezeiger 1990: 56.9 Kältezeiger 2021: 87.1 Kältezeiger 2020: 89.6 Kältezeiger 2019: 110.7 Kältezeiger 2018: 86.5 Kältezeiger 2017: 106.8 Kältezeiger 2016: 80.6 Kältezeiger 2015: 100 Kältezeiger 2014: 95.5 Kältezeiger 2013: 95.4 Kältezeiger 2012: 88.1 Kältezeiger 2011: 105.2 Kältezeiger 2010: 110.2 Kältezeiger 2009: 98.6 Kältezeiger 2008: 94.9 Kältezeiger 2007: 134.1 Kältezeiger 2006: 89 Kältezeiger 2005: 98.9 Kältezeiger 2004: 95.2 Kältezeiger 2003: 82.7 Kältezeiger 2002: 86.6 Kältezeiger 2001: 108.3 Kältezeiger 2000: 90.2 Kältezeiger 1999: 117.4 Kältezeiger 1998: 93.9 Kältezeiger 1997: 89.5 Kältezeiger 1996: 83.6 Kältezeiger 1995: 81.8 Kältezeiger 1994: 91.1 Kältezeiger 1993: 101.6 Kältezeiger 1992: 84.3 Kältezeiger 1991: 126.8 Kältezeiger 1990: 163.7
Index (Durchschnitt 2003–2007 = 100)

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: BDM und Info Fauna
Kommentar

Seit 1990 haben wärmeliebende (thermophile) Arten in der Schweiz stark zugelegt. Die kälteliebenden (psychrophilen) Arten des Hochgebirges, wie zum Beispiel der Gletscherfalter, gehen hingegen zurück. Aufgrund der Klimaerwärmung neigen höhere Temperaturen bevorzugende Arten dazu, ihr Verbreitungsgebiet auszudehnen, während sich Arten, die an niedrige Temperaturen angepasst sind, zurückziehen. Mittelfristig wird diese Entwicklung – also die Verdrängung der alpinen Spezialisten durch weiter verbreitete Arten der tieferen Lagen – zu einer Vereinheitlichung und damit zu einer Verarmung Artengemeinschaften führen.

Im Gegensatz zum Swiss Bird Index, der Veränderungen in den Bestandsgrössen misst, verwendet der Tagfalter-Index die Verbreitung der Arten (Vorkommen bzw. Absenz in einem bestimmten Perimeter). Aus ökologischer Sicht verläuft dieser Prozess viel langsamer. Bereits eine geringfügige Variation des Index deutet daher auf erhebliche Bestandsveränderungen hin.

Die Bewertung des Indikators bezieht sich nur auf die Entwicklung der psychrophilen Arten, da diese am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sind.

Internationaler Vergleich

Die Berechnungsmethode des Index ähnelt jener des «EU Grassland Butterfly Indicator». Die beiden Indices unterscheiden sich aber in der Zahl, Auswahl und Ökologie der berücksichtigten Tagfalterarten und sind deshalb nicht direkt vergleichbar

Methode

Der Index basiert auf der kombinierten Auswertung von Daten des Biodiversitätsmonitorings (BDM) und der Datenbank von info fauna. Er bewertet die Veränderung des Verbreitungsgebiets der Arten. Der Durchschnitt der Verbreitungsgebiete der Jahre 2003 bis 2007 lag bei einem Indexwert von 100. Um der Heterogenität der Datenlage Rechnung zu tragen, werden die verschiedenen Datenquellen (z. B. Zählungen im Rahmen der Roten Liste der Tagfalter oder punktuelle Beobachtungen) getrennt betrachtet. Auf diese Weise wird der Tatsache begegnet, dass nicht jede Datenquelle alle Arten gleichermassen abdeckt. Diese Unterschiede werden in der Schätzung zur Entwicklung der Bestandszahlen berücksichtigt. So konnten für 170 der rund 200 in der Schweiz beobachteten Tagfalterarten Trends geschätzt und von Fachpersonen validiert werden. Die ökologischen Präferenzen der Arten wurden der Fauna Indicativa entnommen. Die Trends der kälteliebenden und der wärmeliebenden Arten wurden anschliessend aggregiert. Das Resultat sind die hier dargestellten Kurven.

Grundlage für die Bewertung der Entwicklung
Angestrebte Entwicklung Anfangswert Endwert Veränderung in % Beobachtete Entwicklung Beurteilung
Stabilisierung Mittel 1990-1992 Mittel 2019-2021 -23.32% Abnahme negativ
Basis: Kältezeiger
 
Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2022

Weiterführende Informationen

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