Indikator Boden

Kupfer- und Zinkbelastung von Landwirtschaftsböden

Kupfer und Zink sind essentielle Nährstoffe für die Pflanzen. Es handelt sich dabei um Spurenelemente, die für den Menschen notwendig sind und bei denen ein Mangel respektive ein Überschuss zu Problemen führt. Die Belastung der Böden durch Zink und Kupfer ist im Wesentlichen durch direkte Einträge in der Landwirtschaft bedingt: Diese beiden Schwermetalle finden sich sowohl im Hofdünger als auch in Pflanzenschutzmitteln. Hofdünger wie etwa Rinder- oder Schweinegülle können grosse Mengen an Zink und Kupfer enthalten, die aus Futtermitteln stammen, denen sie aus gesundheitlichen Gründen oder zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Tiere zugesetzt wurden. Ackerböden oder intensiv genutzes Grasland sind am stärksten von dieser Belastung betroffen. Kupfer ist zudem ein Bestandteil von Fungiziden und Böden unter Spezialkulturen wie Gemüse, Obst und Reben weisen oft hohe Belastungen auf, die sogar die gesetzlichen Richtwerte übersteigen.

Bewertung des Zustandes
mittelmässig mittelmässig
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Durchschnittlicher Gehalt an Zink 2005-09: 61 Durchschnittlicher Gehalt an Zink 2000-04: 59.9 Durchschnittlicher Gehalt an Zink 1995-99: 60.2 Durchschnittlicher Gehalt an Zink 1990-94: 59.2 Durchschnittlicher Gehalt an Zink 1985-89: 58.4 Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer 2005-09: 28.7 Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer 2000-04: 28.6 Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer 1995-99: 29.1 Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer 1990-94: 28.6 Durchschnittlicher Gehalt an Kupfer 1985-89: 28.5
Kupfer- und Zink-Gehalte im Oberboden (0-20 cm) an landwirtschaftlich genutzten NABO-Monitoringstandorten: durchschnittlicher Gehalt pro Erhebung.

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: NABO
Kommentar

Im Schnitt sind die Böden mit landwirtschaftlicher Nutzung zwar nur schwach durch Kupfer und Zink belastet (Richtwert gem. Anh.1, VBBo: Cu -> 40 mg/kg TS; Zn -> 150 mg/kg TS), nichtsdestotrotz kann der heutige Zustand aber nur als mittelmässig bezeichnet werden. Dies deshalb, weil für einen Teil der Böden die Belastung weit über dem Richtwert liegt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Böden unter Spezialkulturen wie Reben, Obst oder intensivem Gemüsebau.

Über den gesamten Messzeitraum hinweg hat der durchschnittliche Kupfergehalt in landwirtschaftlich genutzten Böden insgesamt nur minim zugenommen. Allerdings weist ein Teil der Standorte deutliche Zunahmen auf. Dabei handelt es sich einerseits um Böden, auf denen viel Hofdünger (Gülle und Mist) ausgebracht wird, konkret intensiv genutztes Grasland und ein Teil der Ackerstandorte. Andererseits auch einige Böden unter Spezialkulturen, wo Kupfer als Fungizid eingesetzt wurde.

Bei Zink ist der durchschnittliche Gehalt deutlich gestiegen und die Entwicklung somit klar als negativ zu beurteilen. Am deutlichsten sind die Zunahmen auch hier für Böden, auf denen viel Hofdünger (Gülle und Mist) ausgebracht wird.

Es gibt heute Möglichkeiten, um dem Eintrag von Zink und Kupfer in bestimmte Böden zu vermindern: Studien haben gezeigt, dass die Mengen von Zink und Kupfer in Futtermitteln ohne nachteilige Wirkung auf die Tiere deutlich reduziert werden könnten.

Methode

Seit 1985 werden auf allen 103 Dauerbeobachtungsflächen des Nationalen Boden-Beobachtungsnetzes NABO alle fünf Jahre Mischproben aus den obersten 20 Zentimetern des Bodens genommen.

Der Indikator wurde ausgehend von den Daten von rund 50 Beobachtungsflächen berechnet, hauptsächlich Ackerland, intensiv genutzes Grasland und Spezialkulturen (Gemüsebau, Obstbau, Weinbau).

Die Beurteilung der Zink- und Kupferbelastung wird im Oberboden vorgenommen, weil sich die Schadstoffe aus Substanzen, die oberflächlich auf Landwirtschaftsböden ausgebracht werden, in dieser Schicht akkumulieren.

Der Zink- und Kupfergehalt wird anhand der Methode der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) analysiert (Lösungsmittel: 2 molare Salpetersäure HNO3). Die Ergebnisse (in mg/kg Trockensubstanz) werden als durchschnittliche Gehalte je Erhebungszyklus angegeben.

 
Zuletzt aktualisiert am: 30.11.2017

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