Indikator Boden

Kohlenstoffgehalt von Landwirtschaftsböden

Die organische Substanz der Böden (Humus) entsteht durch die Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Abfällen durch Bodenorganismen. Die Funktionen der Böden (landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Produktion, Regulation des Wasser- und Nährstoffkreislaufes, Klimaregulierung) und ihre Biodiversität hängen von der Quantität und Qualität der organischen Substanz ab. Der Gehalt an Kohlenstoff, der den Hauptbestandteil der organischen Substanz ausmacht, ist ein allgemeiner Indikator für die Qualität und Fruchtbarkeit der Böden.

Bewertung des Zustandes
nicht bewertbar nicht bewertbar
Bewertung der Entwicklung
nicht bewertbar nicht bewertbar
Durchschnittlicher Kohlenstoff-Gehalt 2010-14: 2.12 Durchschnittlicher Kohlenstoff-Gehalt 2005-09: 2.11 Durchschnittlicher Kohlenstoff-Gehalt 2000-04: 2.13 Durchschnittlicher Kohlenstoff-Gehalt 1995-99: 2.09 Durchschnittlicher Kohlenstoff-Gehalt 1990-94: 2.14
Gehalt an organischem Kohlenstoff im Oberboden (0-20 cm) an NABO-Monitoringstandorten unter Ackerbau: durchschnittlicher Gehalt pro Erhebung.

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: NABO
Kommentar

Der Gehalt an organischem Kohlenstoff variiert je nach Bodentyp erheblich: Er wird beeinflusst durch natürliche Faktoren wie die physikalischen Eigenschaften des Bodens (z.B. Lehmgehalt) und die klimatischen Bedingungen, aber auch durch die Nutzung des Bodens durch den Menschen. Die land- und forstwirtschaftlichen Verfahren beeinflussen den Gehalt an organischem Kohlenstoff direkt (Veränderung des Kreislaufs der organischen Substanz) oder auch indirekt (Erosion, Verdichtung).

Die Ergebnisse der fünf Probenahmekampagnen (von 1990–1994 bis 2000–2014) zeigen, dass der Kohlenstoffgehalt im Boden insgesamt stabil geblieben ist, obwohl er in einigen Beobachtungsflächen gestiegen oder gesunken ist.

Weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene existiert ein Referenzwert für den Kohlenstoffgehalt im Boden; auf eine Bewertung dieses Indikators wird folglich verzichtet.

Internationaler Vergleich

Gemäss der Europäischen Strategie zum Schutz der Böden gilt die Verminderung des Gehalts an organischem Kohlenstoff in den Böden als eine der acht grössten Bedrohungen. Im internationalen Vergleich sind die in der Schweiz gemessenen Gehalte an organischem Kohlenstoff in Ackerböden relativ hoch.

Methode

Seit 1985 werden auf allen 103 Dauerbeobachtungsflächen des Nationalen Boden-Beobachtungsnetzes NABO alle fünf Jahre Mischproben aus den obersten 20 Zentimetern des Bodens genommen.

Die Analyen werden im Oberboden durchgeführt, weil sich organische Substanz (deren Hauptbestandteil Kohlenstoff ist) dort akkumuliert. Der organische Kohlenstoff wird anhand der Methode analysiert, die in der Schweiz standardmässig zur Anwendung kommt (Oxidation mit Lösung aus Kaliumdichromat und Schwefelsäure), oder anhand der Methode einer «Elementaranalyse von Kohlenstoff und Stickstoff».  

Der Indikator wird für die 29 Ackerbaustandorte (Ackerböden) berechnet. Der Kohlenstoffgehalt in den Böden verändert sich zwar nur langsam, aber landwirtschaftliche Verfahren können in kürzerer Zeit zu wahrnehmbaren Schwankungen führen. Die Ergebnisse werden als durchschnittlicher Gehalt je Erhebungszyklus seit dem 2. Zyklus (1990–1994) angegeben.

 
Zuletzt aktualisiert am: 30.11.2017

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