Indikator Luft

Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung

Luftschadstoffe können Asthma, chronischen Husten, Bronchitis oder andere Erkrankungen der Atemwege sowie der Lunge hervorrufen. Im Extremfall kann die Luftverschmutzung vorzeitige Todesfälle verursachen. Besonders betroffen von der Luftverschmutzung sind ältere Menschen, Kinder, Ungeborene oder Kranke. Kleinkinder sind anfällig für Infektionen der Luftwege, da ihr Immunsystem und die Lunge bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt sind. Bei Personen mit Asthma kann die verschmutzte Luft Anfälle auslösen. Die entzündungsfördernden Wirkungen der Luftverschmutzung können gerade bei älteren Menschen die Abwehrkräfte schwächen. Belastet wird auch das Herzkreislaufsystem, da es den Sauerstoffmangel kompensieren muss. Die Folge können Herzrhythmusstörungen und Infarkte sein.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
positiv positiv
Vorzeitige Todesfälle auf Grund der Luftbelastung 2015: 2200 Vorzeitige Todesfälle auf Grund der Luftbelastung 2010: 2840 Vorzeitige Todesfälle auf Grund der Luftbelastung 2005: 3500 Vorzeitige Todesfälle auf Grund der Luftbelastung 2000: 3700

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Infras, Ecoplan (2018)
Kommentar

Trotz der zahlreichen Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahren bleibt die Belastung ein Problem. Jährlich ist sie mitverantwortlich für den vorzeitigen Tod von rund 2’200 Personen.

Wegen Luftschadstoff bedingten Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen werden in der Schweiz jährlich ca. 14'000 Tage im Spital verbracht. Die belastete Atemluft führt zu rund 12'000 Fällen von akuter Bronchitis bei Kindern und rund 2'300 neuen Fällen von chronischer Bronchitis bei Erwachsenen. Ferner resultieren ca. 3,5 Mio. Tage mit eingeschränkter Aktivität bei Erwachsenen. Dadurch entstehen jedes Jahr Gesundheitskosten von rund CHF 6,5 Milliarden, davon 3,3 Milliarden verkehrsbedingt. Als verkehrsbedingt werden die im Strassen-, Schienen-, Luft- und Schiffsverkehr entstandenen Effekte gezählt.

In der Schweiz werden die Langzeiteffekte der Luftverschmutzung auf die Gesundheit in der Kohortenstudie SAPALDIA (Swiss Cohort Study on Air Pollution and Lung and Heart Diseases in Adults) untersucht. Diese und weitere internationale Studien zeigen aber auch, dass sich die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen relativ rasch verbessert, wenn der Schadstoffgehalt der Luft abnimmt. Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität haben also einen messbaren positiven Einfluss auf die Volksgesundheit.

Methode

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung in der Schweiz wurden anhand des für die Gesundheitsschädigung massgebenden Leitschadstoffes PM10 in verschiedenen Studien genauer quantifiziert und monetarisiert. Diese Studien wurden von Epidemiologen, Lufthygienikern und Ökonomen gemeinsam durchgeführt.

Grundlage für die Bewertung der Entwicklung
Angestrebte Entwicklung Anfangswert Endwert Veränderung in % Beobachtete Entwicklung Beurteilung
Abnahme 2000 2015 -40.54% Abnahme positiv
 
Zuletzt aktualisiert am: 06.06.2019

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