Indikator Naturgefahren

Auftauen des Permafrostes

Oberhalb von 2400 Metern ist der Boden in der Schweiz je nach geographischer Ausrichtung ständig gefroren. Dieses Phänomen heisst Permafrost. Aufgrund der Klimaänderung droht die Permafrostgrenze in den nächsten Jahrzehnten anzusteigen. Durch das Auftauen können in den Bergen Steinschlag, Fels- oder Bergstürze sowie Rutschungen und Murgänge ausgelöst werden.

Bewertung des Zustandes
nicht bewertbar nicht bewertbar
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
 Schilthorn (BE) 2014: 8.9  Schilthorn (BE) 2013: 6.9  Schilthorn (BE) 2012: 6.8  Schilthorn (BE) 2009: 6.99  Schilthorn (BE) 2008: 4.97  Schilthorn (BE) 2007: 4.66  Schilthorn (BE) 2006: 4.84  Schilthorn (BE) 2005: 4.84  Schilthorn (BE) 2004: 4.81  Schilthorn (BE) 2003: 8.55  Schilthorn (BE) 2000: 4.88 Gentianes (VS) 2015: 4.4 Gentianes (VS) 2014: 4.4 Gentianes (VS) 2013: 4 Gentianes (VS) 2012: 3 Gentianes (VS) 2011: 3.1 Gentianes (VS) 2010: 2.01 Gentianes (VS) 2007: 1.47 Gentianes (VS) 2006: 1.38 Gentianes (VS) 2005: 1.48 Gentianes (VS) 2004: 1.39 Murtèl-Corvatsch (GR) 2015: 4.4 Murtèl-Corvatsch (GR) 2014: 4.2 Murtèl-Corvatsch (GR) 2013: 4.2 Murtèl-Corvatsch (GR) 2012: 4.1 Murtèl-Corvatsch (GR) 2011: 3.85 Murtèl-Corvatsch (GR) 2010: 3.54 Murtèl-Corvatsch (GR) 2009: 3.54 Murtèl-Corvatsch (GR) 2008: 3.51 Murtèl-Corvatsch (GR) 2007: 3.51 Murtèl-Corvatsch (GR) 2006: 3.48 Murtèl-Corvatsch (GR) 2005: 3.47 Murtèl-Corvatsch (GR) 2004: 3.48 Murtèl-Corvatsch (GR) 2003: 3.51 Murtèl-Corvatsch (GR) 2002: 3.44 Murtèl-Corvatsch (GR) 2001: 3.47 Murtèl-Corvatsch (GR) 2000: 3.44 Barba Peider (GR) 2006: 1.91 Barba Peider (GR) 2005: 1.89 Barba Peider (GR) 2004: 2.08 Barba Peider (GR) 2003: 2.47 Barba Peider (GR) 2002: 1.86 Barba Peider (GR) 2001: 1.92 Barba Peider (GR) 2000: 1.9
Tiefe der maximalen Auftauschicht im Permafrost

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Permos
Kommentar

Die Auftauschicht zeigt die Entwicklung in den obersten Schichten des Permafrostes. Steigt die Erwärmung im normalerweise gefrorenen Boden, wird die Auftauschicht grösser. Verantwortlich dafür ist nicht alleine die Lufttemperatur, sondern auch die zeitliche Verteilung der isolierenden Schneedecke im Jahresgang. Eine frühe Schneedecke im Herbst kann die Sommerwärme im Boden isolieren. Hingegen bewirkt eine lang andauernde Schneedecke im Frühling eine Abschirmung vor Wärme und Sonnenstrahlen; so wirkt die Winterkälte länger im gefrorenen Boden.Im Hitzejahr 2003 war die Auftauschicht an zwei Standorten – auf dem Schilthorn und am Barba Peider – deutlich grösser als in den übrigen Jahren. Die extremen Werte von 2003 wurden in den darauf folgenden Jahren nicht erreicht. Allerdings wurden im warmen Jahr 2014 die Werte aller Vorjahre inklusive des Hitzejahres 2003 an drei Standorten übertroffen: Murtel-Corvatsch (4.2 m), Gentianes (4.4 m) und Schilthorn (8.9 m).

Mit zunehmender Tiefe reagiert nach heutigem Wissensstand der Permafrost stark verzögert auf eine Klimaveränderung. Das Abschmelzen des Permafrostes tief im Untergrund kann Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern.

Neben der Auftauschicht ist die Temperaturentwicklung im Bohrloch ein relevanter Indikator für den Zustand. Viele Permafrostbohrlöcher zeigen eine Erwärmungstendenz in 5-10 m Tiefe. Der Trend hat in den letzten Jahren zugenommen. Zudem zeigen die meisten Blockgletscher eine erhöhte Aktivität und eine grössere Geschwindigkeit. Ausnahmen sind nicht auszuschliessen und können mit lokalen Effekten begründet werden.

Methode

Die Permafrostmessungen werden in der Schweiz von PERMOS (Permafrost Monitoring Switzerland) koordiniert. Das PERMOS Messnetz besteht zum einen aus Bohrlochstandorten, die die Temeratur in einer bestimmten Tiefe eines Bohrlochs aufzeichnen („Bohrlochlogging“), wodurch die Tiefe der maximalen Auftauschicht ermittelt werden kann.  Zum anderen beinhaltet das Messnetz Dynamik-Kinematik-Standorte, an denen geomorphologische Beobachtungen, insbesondere von Blockgletschern, Murgängen und Felsstürzen, durchgeführt werden.

 
Zuletzt aktualisiert am: 10.04.2018

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