Ein halbes Jahrhundert im Dienst der Umwelt

Editorial von Katrin Schneeberger, Direktorin BAFU. 

© Kilian J. Kessler | Ex-Press | BAFU

Das Jahr 1971 hat Geschichte(n) geschrieben. Einiges nahm damals zaghaft Anlauf zu späterer Weltgeltung – etwa das @-Zeichen, das Ray Tomlinson mit der ersten je versandten E-Mail einführte. Anderes sorgte vor allem in der Schweiz für frischen Wind. So wurde am 7. Februar das Frauenstimmrecht mit über 65 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Und nur wenige Monate später verkündete der Bundesrat die Gründung eines neuen Amtes, das «gegen schädliche und lästige Einwirkungen, insbesondere gegen die Luftverunreinigung und den Lärm» ins Feld ziehen sollte.

Der «Bundesratsbeschluss über die Schaffung eines Amtes für Umweltschutz im Eidgenössischen Departement des Innern» vom 26. Mai 1971 nummeriert 12 Aufgaben durch, darunter die Information der Öffentlichkeit, den Einsatz für die Umwelt auf internationaler Ebene sowie die «Erteilung von Untersuchungsaufträgen sowie Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen des In- und Auslandes in der Grundlagen- und angewandten Forschung». 

Das breite Spektrum an Aufgaben und Themen, welches das Amt abdeckt, entspricht den Erfahrungen, die ich in meinem bisherigen Werdegang sammeln konnte. So hat mich mein Interesse für die Natur zum Geografiestudium mit seinen vielfältigen Perspektiven auf die Umwelt geführt. Dank diesem Studium, das natur- und sozialwissenschaftliche Ansätze verbindet, wurde ich zur fachlichen Generalistin; dies kommt mir heute angesichts der Themenbreite des BAFU entgegen. Vielfältig sind auch die Formen der Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen föderalen Ebenen und im Austausch zwischen Behörden undder Öffentlichkeit. Das dichte und vielfältige Netz an Partnerinnen und Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ist denn auch ein Merkmal des BAFU, das mich fasziniert.

In seinen Anfängen musste sich das Amt damit zufriedengeben, bestenfalls in kurzen und dürren Verlautbarungen über seine vielfältigen Aktivitäten zu informieren. In den frühen 1990er-Jahren wurde die Kommunikation professionalisiert: Sie begleitet nicht nur Vollzugshilfen für Fachleute aus der Praxis, sondern auch auf eigene Daten gestützte Berichte für wissenschaftlich Interessierte. Darüber hinaus pflegt sie den Dialog mit der Öffentlichkeit, unter anderem über Twitter, LinkedIn, Instagram oder Facebook. 

Wenngleich also das BAFU nach wie vor alle Aufgaben erfüllt, die seine Gründerväter ins erste Pflichtenheft eingeschrieben hatten, hat sich seine Arbeitsweise doch stark verändert. Es ist näher an die Bevölkerung gerückt, fühlt ihren Puls und greift ihre Anliegen auf. Das vorliegende Dossier soll die Vielfalt der Aufgaben veranschaulichen, die das BAFU erfüllt,und die mannigfaltigen Methoden, die es dabei anwendet. 

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

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Letzte Änderung 01.09.2021

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