Altlasten: Das Wichtigste in Kürze

Landesweit sind rund 38'000 mit Abfällen belastete Standorte registriert. Bei voraussichtlich 4000 Standorten handelt es sich um Altlasten, die saniert werden müssen. In rund 1'000 Fällen ist die Sanierung bereits erfolgt. Bis 2025 sollen alle Untersuchungen abgeschlossen und bis 2040 alle Altlasten saniert sein.


1. Sorglose Abfallbeseitigung (Ursachen)

Ehemalige Deponien sowie belastete Betriebs- und Unfallstandorte zeugen von einem früher sorglosen Umgang mit Abfällen. Die Entsorgung und Behandlung der Abfälle musste möglichst billig erfolgen. So landeten beispielsweise brennbare Sonderabfälle in ausgebeuteten Kiesgruben oder giftige Produktionsrückstände versickerten sorglos auf unbefestigten Firmengeländen.


2. Gefährliche Substanzen in der Umwelt (Belastungen)

Von Abfalldeponien, Betrieben oder Unfallstandorten können umweltgefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen:

  • Schadstoffe werden mit dem Sickerwasser ausgewaschen und belasten damit das Grundwasser oder Oberflächengewässer.
  • Weiter gelangen Schadstoffe beispielsweise auch durch ausgasende Siedlungsabfalldeponien in die Luft
  • oder Schwermetalle bei Schiessanlagen in den Boden.

3. Anzahl belastete Standorte (Zustand)

In der Schweiz gibt es etwa 38'000 belastete Standorte, von denen ca. 9'500 auf ihren Überwachungs- oder Sanierungsbedarf hin beurteilt wurden. Bei rund 4000 Standorten ist anzunehmen, dass sie Mensch oder Umwelt gefährden - also Altlasten sind und saniert werden müssen.


4. Verschmutzung der Umwelt, Gefährdung der Bevölkerung, hohe Sanierungskosten und wirtschaftliche Verluste (Auswirkungen)

Gefährliche Substanzen einer Altlast, die in die Umwelt gelangen, können beim Menschen akute oder chronische Erkrankungen auslösen.

Solche Substanzen stellen auch eine Bedrohung für Wasser, Boden und Luft dar. Am häufigsten betroffen ist das Grundwasser.

Gewisse Substanzen sind sehr mobil und langlebig. Glücklicherweise gibt es aber auch zahlreiche Schadstoffe, die innerhalb von Jahren oder wenigen Jahrzehnten von der Natur selbst abgebaut werden.

Gerade für die Schweiz sind Altlasten ein gravierendes Problem, weil die Siedlungsdichte hier sehr hoch ist. Viele belastete Standorte liegen zudem in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Grundwasservorkommen.

Gemäss einer Schätzung werden die Kosten für die gesamte Altlasten-Bearbeitung auf ungefähr 5 Milliarden CHF zu stehen kommen.

Die möglichen Schadstoffbelastungen und die damit verbundenen Kostenfolgen bewirken ausserdem, dass viele Investoren für Neubauten lieber auf die grüne Wiese ausweichen statt (oft gut erschlossene) Industriebrachen zu nutzen. In den meisten Fällen stellen aber die Belastungen objektiv kein wesentliches Hindernis dar.


5. Altlastenbearbeitung (Massnahmen)

Der Bund setzt sich dafür ein, dass keine gefährlichen Altlasten an kommende Generationen weitergereicht werden. Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Altlastenverordnung (AltlV) geben dem BAFU die Gesetzesgrundlagen.

Dank eines Fonds kann der Bund die Altlastenbearbeitung mit jährlich 40 Mio. CHF unterstützen. Das BAFU sorgt dafür, dass die von Altlasten ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt langfristig und nachhaltig gemäss den Prinzipien des Quellenstopps beseitigt werden.

Heute sind die 38'000 belasteten Standorte vollständig in den Katastern von Bund und Kantonen erfasst. In den nächsten Jahren sollen alle Untersuchungen der untersuchungsbedürftigen Standorte abgeschlossen werden können. Dies als Entscheidungsgrundlage, um abzuklären, welche Standorte überwacht oder saniert werden müssen.

  • Bis 2025 sollen alle Untersuchungen abgeschlossen sein;
  • bis 2040 sollen alle Altlasten saniert sein;
  • rund 1'000 Altlasten sind bereits saniert worden.

Dank den gesetzlichen Vorschriften zum Umgang mit Abfällen, die der Bund in den neunziger Jahren erlassen hat, sollten in Zukunft kaum mehr Altlasten entstehen:

  • Dazu gehören beispielsweise die Vorschriften zur Verhinderung der Ablagerung von gefährlichen Abfällen oder das Ablagerungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle ab 2000.
  • Gleichzeitig wurde die Infrastruktur ausgebaut, um Abfälle vor der Ablagerung zu verwerten und zu behandeln.

 

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Letzte Änderung 12.04.2018

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