Altlasten: Das Wichtigste in Kürze

Alle belasteten Standorte sind in öffentlich zugänglichen Katastern kategorisiert, rund zwei Drittel der Untersuchungen sind abgeschlossen und über 1'300 Standorte sind saniert. Die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen verläuft gut und die Arbeiten sind auf Kurs. Die Sanierungen der drei grossen Sondermülldeponien in Monthey, Bonfol und Kölliken sind abgeschlossen. Allerdings verbleiben immer noch über 2'600 Standorte, darunter mehrere grosse Deponien, die noch saniert werden müssen. Bis 2025 sollen alle Untersuchungen abgeschlossen und bis 2040 alle Altlasten saniert sein.


1. Sorglose Abfallbeseitigung (Ursachen)

Ehemalige Deponien sowie belastete Betriebs- und Unfallstandorte zeugen von einem früheren sorglosen Umgang mit Abfällen. Die Entsorgung und Behandlung der Abfälle musste möglichst billig erfolgen. Teilweise war es zu der Zeit aber auch noch nicht möglich, die Abfälle umweltgerecht zu entsorgen. So landeten beispielsweise brennbare Sonderabfälle in ausgebeuteten Kiesgruben oder giftige Produktionsrückstände versickerten auf unbefestigten Firmengeländen.

Mit den heutigen Gesetzen sollte es, ausser bei unvorhersehbaren Ereignissen wie Unfällen, keine neuen belasteten Standorte geben.

 


2. Gefährliche Substanzen in der Umwelt (Belastungen)

Von Abfalldeponien, Betrieben, Schiessanlagen oder Unfallstandorten können umweltgefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen:

  • Schadstoffe werden mit dem Sickerwasser ausgewaschen und belasten damit das Grundwasser oder Oberflächengewässer. 60 % der belasteten Standorte liegen in Gewässerschutzbereichen, also über nutzbaren oder genutzten Grundwasservorkommen.
  • Schadstoffe gelangen in den Boden (z.B. die Schwermetalle Blei und Antimon bei Schiessanlagen).
  • Schadstoffe breiten sich z.B. durch ausgasende Siedlungsabfalldeponien auch in die Luft aus.

3. Anzahl belastete Standorte (Zustand)

In der Schweiz gibt es etwa 38'000 belastete Standorte. Von den untersuchungsbedürftigen belasteten Standorten wurden bereits rund 10'300 auf ihren Überwachungs- oder Sanierungsbedarf hin beurteilt. Bei rund 4000 Standorten ist schlussendlich anzunehmen, dass sie Mensch oder Umwelt gefährden - also Altlasten sind und saniert werden müssen.

Gut 1'300 der geschätzten 4000 Altlasten sind bereits saniert. Von den dringlichen Sanierungen sind die meisten angelaufen. Abgeschlossen sind die Arbeiten z.B. bei der Deponie Pont Rouge in Monthey und bei den grossen Sondermülldeponien Bonfol und Kölliken.

 


4. Verschmutzung der Umwelt, Gefährdung der Bevölkerung, hohe Sanierungskosten und wirtschaftliche Verluste (Auswirkungen)

Gefährliche Substanzen einer Altlast, die in die Umwelt gelangen, können beim Menschen akute oder chronische Erkrankungen auslösen.

Solche Substanzen stellen auch eine Bedrohung für Wasser, Boden und Luft dar. Am häufigsten betroffen ist das Grundwasser.

Gerade für die Schweiz sind Altlasten ein gravierendes Problem, weil die Siedlungsdichte hier sehr hoch ist. Viele belastete Standorte liegen zudem in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Grundwasservorkommen.

Gewisse Substanzen sind sehr mobil und langlebig. Glücklicherweise gibt es aber auch zahlreiche Schadstoffe, die innerhalb von Jahren oder wenigen Jahrzehnten von der Natur selbst abgebaut werden

Gemäss einer Schätzung werden die Kosten für die gesamte Altlasten-Bearbeitung auf ungefähr 5 Milliarden CHF zu stehen kommen.

Die möglichen Schadstoffbelastungen und die damit verbundenen Kostenfolgen bewirken ausserdem, dass viele Investoren für Neubauten lieber auf die grüne Wiese ausweichen statt (oft gut erschlossene) Industriebrachen zu nutzen. In den meisten Fällen stellen aber die Belastungen objektiv betrachtet kein wesentliches Hindernis dar.


5. Altlastenbearbeitung (Massnahmen)

Der Bund setzt sich dafür ein, dass keine gefährlichen Altlasten an kommende Generationen weitergereicht werden. Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Altlastenverordnung (AltlV) geben dem BAFU die Gesetzesgrundlagen.

Dank des VASA Altlasten-Fonds kann der Bund die Altlastenbearbeitung mit jährlich maximal 40 Mio. CHF unterstützen. Das BAFU sorgt dafür, dass die von Altlasten ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt langfristig und nachhaltig gemäss den Prinzipien des Quellenstopps beseitigt werden.

Heute sind die 38'000 belasteten Standorte vollständig in den Katastern von Bund und Kantonen erfasst. In den nächsten Jahren sollen alle Untersuchungen der untersuchungsbedürftigen Standorte abgeschlossen werden können. Dies als Entscheidungsgrundlage, um abzuklären, welche Standorte überwacht oder saniert werden müssen.

  • Bis 2025 sollen alle Untersuchungen abgeschlossen sein;
  • Bis 2040 sollen alle Altlasten saniert sein;

Dank den gesetzlichen Vorschriften zum Umgang mit Abfällen, die der Bund in den neunziger Jahren erlassen hat, sollten in Zukunft keine Altlasten mehr entstehen:

  • Dazu gehören beispielsweise die Vorschriften zur Verhinderung der Ablagerung von gefährlichen Abfällen oder das Ablagerungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle ab 2000.
  • Gleichzeitig wurde die Infrastruktur ausgebaut, um Abfälle vor der Ablagerung zu verwerten und zu behandeln.

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Letzte Änderung 30.04.2019

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