Indikator Lärm

Externe Lärmkosten

Übermässiger Lärm schädigt die Gesundheit. Die Kosten, die dadurch entstehen – beispielsweise für ärztliche Behandlung – werden jedoch nicht von den Verursachern, also den Verkehrsteilnehmenden, getragen, sondern müssen von den Geschädigten selbst übernommen werden. Das Gleiche gilt für den Wertverlust, den Liegenschaften durch übermässigen Lärm erleiden und der ausschliesslich von den Liegenschaftseigentümern getragen wird. Solche Kosten, die nicht von den Verursachern getragen werden, heissen externe Kosten.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Direkte Gesundheitsschäden  2015: 1436 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2015: 1174 Direkte Gesundheitsschäden  2013: 1365 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2013: 1088 Direkte Gesundheitsschäden  2010: 1287 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2010: 1039 Direkte Gesundheitsschäden  2009: 143 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2009: 1204 Direkte Gesundheitsschäden  2007: 131 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2007: 1122 Direkte Gesundheitsschäden  2006: 126 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2006: 1085 Direkte Gesundheitsschäden  2005: 123 Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) 2005: 1051
* Die höheren Lärmkosten ab 2010 sind auf neue Methoden und Datengrundlagen zurückzuführen

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: ARE; BAFU
Kommentar

Die externen Lärmkosten des Strassen- und Schienenverkehrs in der Schweiz belaufen sich jährlich auf über 1,9 Milliarden Franken. Zwar sind die Daten seit 2010 aufgrund eines Methodenwechsels nicht direkt mit den vorherigen Jahren vergleichbar, der zunehmende Trend, der sich bereits seit längerem abzeichnete, setzt sich jedoch fort. Aus diesem Grund wird die Entwicklung negativ bewertet. 

Rund 42 % der Kosten entfallen auf direkte Gesundheitsschäden (v. a. Ischämische Herzkrankheiten sowie bluthochdruckbedingte Krankheiten: ambulante Behandlungen, Spitalaufenthalte, verlorene Lebensjahre usw.). 58 % der Kosten sind Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) anzurechnen. Insgesamt verursacht der Strassenverkehr über 82 % der lärmbedingten Kosten.

Zur Reduzierung der externen Kosten eignen sich vor allem wirtschaftliche Anreizsysteme, die dem Verursacher einen Vorteil verschaffen, wenn er die Lärmbelastung reduziert. Neben finanziellen Anreizen für die Lärmverursacher (Mineralölsteuer, lärmabhängige Start- und Landegebühren) sind auch andere Instrumente denkbar (z.B. Stärkung der Markttransparenz).

Internationaler Vergleich

Es bestehen internationale Studien der externen Kosten in den europäischen Ländern. Die externen Lärmkosten in der Schweiz fallen im Vergleich zur anderen europäischen Länder deutlich höher aus. Dieser Unterschied ist insbesondere auf die hohe Bevölkerungsdichte und das hohe Preisniveau in der Schweiz zurückzuführen.

Methode

Die externen Lärmkosten werden meistens über hedonische Preisbildungsmethoden ermittelt. Bei der Monetarisierung der direkten Gesundheitsschäden werden folgende Auswirkungen berücksichtigt:

  • Medizinische Behandlungskosten (Kosten für Spitalaufenthalte, Arztbesuche und Medikamente)
  • Produktionsausfall (Ausfall von Arbeitskräften)
  • Wiederbesetzungskosten nach Todesfällen von Erwerbstätigen
  • Immaterielle Kosten (Verlust an Wohlbefinden; Schmerz und Leid bei der betroffenen Person, erfasst über die Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung).

Grundlage für die Monetarisierung ist eine Untersuchung der Lärmbelastung durch den Strassen- und Schienenverkehr im Jahr 2010 in der Schweiz. Dazu wird die Lärmdatenbank Schweiz sonBASE verwendet.

 
Zuletzt aktualisiert am: 03.12.2018

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