Indikator Wald und Holz

Ergebnis der Holzernte

Der Indikator gibt Auskunft über die Rentabilität der Holzernte, wobei die Holzerlöse den Kosten der 2. Produktionsstufe gegenüberstehen (holzerntekostenfreier Erlös). Diese Kennzahl ist massgebend für die Deckung der weiteren Strukturkosten und für das schlussendliche Ergebnis der Waldbewirtschaftung. Die Sicherstellung der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit ist mit dieser Sichtweise eine zentrale Grundvoraussetzung für alle nicht verzichtbaren Leistungen einer effektiven und effizienten Waldbewirtschaftung zu Gunsten von Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Der Bund stellt dabei Daten zur Struktur, Wirtschaftlichkeit und natürlichen Produktionsgrundlagen bereit. Im öffentlichen und privaten Kleinwald werden diese Daten nicht erhoben.

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
negativ negativ
Deckungsbeitrag Ia 2016: -9 Deckungsbeitrag Ia 2015: -12 Deckungsbeitrag Ia 2014: -7 Deckungsbeitrag Ia 2013: -8 Deckungsbeitrag Ia 2012: -8 Deckungsbeitrag Ia 2011: 1 Deckungsbeitrag Ia 2010: 4 Deckungsbeitrag Ia 2009: 1 Deckungsbeitrag Ia 2008: 7
Deckungsbeiträg DB Ia der Waldbewirtschaftung über alle Waldfunktionen (Wirtschaftswald / Erholungwald / Schutzwald / Natur- und Landschaftswald). Wert gibt ein Ausmass für den Holzerlös.DB Ia: Holzerntekostenfreier Erlös des eigenen Einschlags (nur Liegendnutzung; ohne Stehendnutzung, Lagerveränderungen, Beiträge).

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Forstwirtschaftliche Testbetriebsnetz (TBN)
Kommentar

Die wirtschaftliche Lage der Schweizer Waldwirtschaft ist schwierig, wobei die Forstbetriebe seit 2012 negative Ergebnisse in der Holzernte ausweisen. Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen wie sinkende Holzpreise, anhaltend hohe Kosten, abnehmende finanzielle Ressourcen von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie steigende Bedürfnisse der Bevölkerung bringen die bisherige Wirtschaftsweise im Wald an ihre Grenzen. Das heutige System ist somit nur begrenzt in der Lage, die eigenen Ziele (Bsp. Betriebsergebnis, Dienstleistungen, leistungsfähige Mitarbeiter, etc.) und die gemeinwirtschaftlichen (z.B. Schutz vor Naturgefahren, Biodiversität, etc.) und privatwirtschaftlichen Leistungen (z.B. Holzproduktion) langfristig eigenständig zu finanzieren. Die Holzerträge lassen sich dabei im Kontext eines international gehandelten Produkts nur bedingt optimieren. Demgegenüber werden im Rahmen von eigenen Massnahmen der Waldwirtschaft und mit Unterstützung des Bundes im Rahmen von NFA Massnahmen zur Kostensenkung ergriffen (Bsp. Einsatz rationeller Arbeitsverfahren und eigentumsübergreifende Zusammenarbeit).

Internationaler Vergleich

Im Rahmen der DACH-Initiative werden die forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetze von Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH) laufend auf der Basis einheitlicher Kennzahlen verglichen und Schlussfolgerungen daraus gezogen. Mit weiteren Statistiken lassen sich die Daten aufgrund unterschiedlicher Definitionen nur bedingt vergleichen.

Methode

Beobachtungsstichprobe, welche 160 öffentliche Forstbetriebe aus den Forstzonen Jura, Mittelland, Voralpen und Alpen (inkl. Alpensüdseite) umfasst. Ziel der Erhebung ist es, die wirtschaftliche Situation dieser Forstbetriebe detailliert abzubilden und darauf aufbauend Schlussfolgerungen für die Gesamtbranche zu ziehen. In der aktuellen Konzeption liefert das TBN betriebswirtschaftliche Kennziffern nach Forstzonen und auf der Ebene Schweiz. Ergänzend dazu erstellen einige Kantone eigene Auswertungen, die sie für Verdichtungen auf kantonaler Ebene nutzen. Zentrales Instrument ist die sogenannte «ForstBAR», eine speziell für die Schweizer Forstwirtschaft entwickelte Software zur Kosten- und Leistungsrechnung.

 
Zuletzt aktualisiert am: 27.11.2018

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