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Thema: Wasser

Nitrat im Grundwasser

Grundwasser enthält von Natur aus nur wenige Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l). Ins Grundwasser gelangt Nitrat hauptsächlich durch den Einsatz von Stickstoff-haltigem Hof- und Mineraldünger in der Landwirtschaft und die Bodenbearbeitung. Wird mehr Dünger ausgebracht als die Pflanzen aufnehmen können, so wird der überschüssige Stickstoff in Form von Nitrat aus dem Boden ausgewaschen und mit dem Sickerwasser ins Grundwasser verlagert.

Auch die Deposition von Stickoxiden und Ammoniak aus der Luft lässt den Stickstoff-Gehalt im Boden und damit das Risiko steigen, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird. Stickoxide entstehen beim Verbrennen von Heiz- und Treibstoffen; Ammoniak-haltige Verbindungen werden hauptsächlich in der Landwirtschaft emittiert, insbesondere durch die Tierhaltung sowie die Lagerung und Verwertung der Hofdünger.Im Siedlungsgebiet kann Stickstoff lokal auch von Sportplätzen, Grünanlagen und Privatgärten sowie aus undichten Abwasserleitungen in den Boden und ins Grundwasser gelangen.

Gemäss Gewässerschutzverordnung GSchV soll im Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, eine Nitrat-Konzentration von 25 mg/l nicht überschritten werden. Dieser Anforderungswert gewährleistet, dass das Grundwasser nach einfacher Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden kann. Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressource der Schweiz. Über 80% des Trinkwassers in der Schweiz wird aus Grundwasser gewonnen.

Schutz vor übermässigem Eintrag von Nitrat bietet eine ausgeglichene Stickstoffbilanz in der Landwirtschaft sowie eine standortgerechte und nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Weitergehende, gezielte Massnahmen zur Reduktion der Nitrat-Konzentration im Grundwasser werden im Rahmen von Sanierungsprojekt nach Art. 62a des GSchG gefördert.

Bewertung des Zustandes
negativ negativ
Bewertung der Entwicklung
neutral neutral
Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA
Kommentar

Die Nitrat-Konzentration im Grundwasser überschreitet landesweit an 15 bis 20% der NAQUA-Messstellen den Anforderungswert der Gewässerschutzverordnung GSchV von maximal 25 mg/l. In intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen ist die Nitrat-Konzentration am höchsten. Im Ackerbaugebiet liegt sie an rund 50% der Messstellen bei mehr als 25 mg/l.Die Nitrat-Konzentration im Grundwasser wird auch durch die hydrologischen Verhältnisse, d.h. die Grundwasserneubildung beeinflusst. Während die Nitrat-Konzentration durch sehr nasse Jahre tendenziell eher sinkt, steigt sie aufgrund überdurchschnittlich trockener Periode tendenziell eher an.

Internationaler Vergleich

Je nach Land gelten z.T. andere Zielwerte.

Methode

Die Nitrat-Konzentration im Grundwasser der Schweiz wird auf Landesebene im Rahmen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA erfasst. Das Messnetz der Nationalen Grundwasserbeobachtung umfasst 545 Messstellen und wird vom Bundesamt für Umwelt in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen betrieben. Ausgewertet wird jeweils der Maximalwert pro NAQUA-Messstelle und Jahr.

 
Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2015

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Letzte Änderung 09.12.2016

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