PCB

Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden bis zu ihrem Totalverbot im Jahr 1986 für zahlreiche technische Zwecken eingesetzt. Ein bedeutender Teil dieser PCB ist in die Umwelt gelangt, wo sie sich wegen ihrer hohen Stabilität teilweise heute noch befinden. Dank den bereits getroffenen Massnahmen sind die PCB-Konzentrationen in der Luft, im Boden und in den Sedimenten von Oberflächengewässern jedoch deutlich zurückgegangen.

PCB sind giftig, persistent, akkumulieren in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen und verteilen sich über atmosphärische Prozesse weltweit. PCB sind für ein breites Spektrum von chronisch toxischen Wirkungen bekannt. Sie schädigen unter anderem das Immunsystem und das zentrale Nervensystem und wirken nachteilig auf endokrine (hormonale) Steuerungsmechanismen. Ein Teil weist dioxinähnliche Wirkungen auf. Diese Substanzen werden deshalb als dioxinähnliche oder coplanare PCB (cPCB) bezeichnet.

In der Schweiz verboten

In der Schweiz sind PCB in "offenen Systemen" seit 1972 verboten. Als offene Systeme gelten zum Beispiel elastische Fugendichtungsmassen, Korrosionsschutzbeschichtungen sowie Farben und Lacke. 1986 wurden PCB schliesslich für alle Anwendungen verboten. Trotzdem sind 20 Jahre nach dem totalen Verbot immer noch relevante Mengen von PCB aus früheren Anwendungen vorhanden.

Weitere Reduktion nötig

Eine weitere Verringerung der PCB-Konzentration in der Umwelt muss auf drei Ebenen ansetzen:

1. Sukkzessive Entfernung und fachgerechte Entsorgung noch verbleibender Quellen in der Schweiz. Dies betrifft vor allem folgende Anwendungsbereiche:

2. Zusätzliche punktuelle Quellen identifizieren und eliminieren. Die hohen PCB-Gehalte in Fischen in der Saane, die Ende 2007 im Kanton Freiburg festgestellt wurden, lassen darauf schliessen, dass solche Schadstoffe unter bestimmten Umständen aus alten Deponien und verunreinigten Betriebsstandorten wie z.B. Schrottplätzen, Transformatoren- und Kondensatorenfabriken, kunstoffproduzierenden oder metallverarbeitenden Betrieben freigesetzt werden und eine Gefährdung von Gewässern und Boden verursachen können. Solche Quellen werden im Rahmen der Altlastenbearbeitung erfasst, untersucht und nötigenfalls saniert. Bis heute wurden in der Schweiz 12 PCB-Altlasten für rund 25 Millionen Franken saniert.

3. Vorhandene Lagerbestände in anderen Ländern und die davon ausgehende grenzüberschreitende Verbreitung verringern. Dazu müssen die Entwicklungsländer im Rahmen der Stockholm-Konvention über die persistenten organischen Schadstoffe (POPs Konvention) bei der Reduktion ihrer PCB-Emissionen unterstützt werden.

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Letzte Änderung 15.03.2018

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