Indikator Chemikalien

Freisetzung von Benzol aus Betrieben

Benzol steht beispielhaft für Schadstoffe, die von Industriebetrieben in die Luft freigesetzt werden. Es entsteht bei Verbrennungsprozessen sowie bei der Verdunstung von Brenn- und Treibstoffen. Benzol kann Krebs (Leukämie) erzeugen und hat in höherer Konzentration akute Auswirkungen auf Augen, Atemwege und das zentrale Nervensystem. Es wurde bisher keine Schwelle nachgewiesen, unterhalb derer keine Gefahr für die Gesundheit besteht. Die Daten stammen aus dem Schadstoffregister SwissPRTR (Pollutant Release and Transfer Register).

Bewertung des Zustandes
nicht bewertbar nicht bewertbar
Bewertung der Entwicklung
nicht bewertbar nicht bewertbar
Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2016: 17661 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2015: 28020 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2014: 20076 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2013: 16315 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2012: 16275 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2011: 29200 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2010: 27400 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2009: 50878 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2008: 49643 Freisetzung von Benzol aus Betrieben in Luft in kg 2007: 45294

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: BAFU
Kommentar

Im Jahr 2016 wurden rund 17’700 kg Benzol aus meldepflichtigen Betrieben in die Luft freigesetzt. Dies ist eine Senkung gegenüber den jährlichen Mengen der letzten zwei Meldejahre.

Eine Abnahme einer Schadstofffreisetzung ist auf den ersten Blick positiv für die Umwelt, eine Zunahme negativ. In der Regel kann aber keine Bewertung erfolgen, wenn die Gründe für die Veränderung und die Konsequenzen nicht bekannt sind. Insbesondere muss geklärt werden, ob ein Rückgang auf Produktionsverlagerungen ins Ausland zurückzuführen ist. In diesem Fall werden die Schadstoffe statt in der Schweiz im Ausland freigesetzt. Ein Wechsel auf andere Produktionsverfahren kann bei bestimmten Schadstoffen zu einem Rückgang der Freisetzungen führen, bei andern Schadstoffen dafür zu einer Zunahme. Für die Schadstoffmengen, die ins Abwasser gelangen, gelten die gleichen Überlegungen. Zudem kann es je nach Schadstoff auch ein gewünschter Effekt sein, ihn im Abwasser einer Behandlung zuzuführen statt ihn z.B. unkontrolliert in die Luft abzugeben. Aus diesen Gründen werden der Zustand und die Entwicklung nicht bewertet.

Internationaler Vergleich

Die Daten über die Freisetzung von Schadstoffen und Transfers für Abfällen werden in allen Ländern, die das PRTR-Protokoll umgesetzt haben – darunter alle EU-Staaten - in vergleichbarer Weise erhoben. Da es sich jedoch um absolute Zahlen handelt, ist ein Vergleich auf nationaler Ebene nicht aussagekräftig, da kleinere Länder mit weniger Industrie zwangsläufig besser abschneiden. Die Detaildaten der einzelnen Betriebe hingegen sind vergleichbar.

Methode

Das Schadstoffregister SwissPRTR informiert jährlich über Freisetzungen von Schadstoffen und Transfers von Abfällen. Betriebe aus bestimmten Branchen und ab einer festgelegten Grösse melden aus einer Liste von 86 Schadstoffen die Mengen, die im Vorjahr in Luft, Wasser oder Boden freigesetzt wurden. Dabei existieren substanzspezifische Schwellenwerte für die Meldepflicht. Die Daten zeigen nicht direkt, wie gross die entsprechenden Betriebe sind. Wichtige Parameter wie Produktionsvolumen, Arbeitsplätze oder Kapazität einer Anlage beeinflussen die Schadstoff- und Abfallmengen direkt oder indirekt. Sie sind naturgemäss je nach Branche sehr verschieden. Die Eigendeklaration der Industrie basiert auf Messungen, Berechnungen und Schätzungen und wird von den Kantonsbehörden geprüft. Daten über die gesamte Emission von Benzol in der Schweiz werden durch die Sektion Industrie und Feuerungen erarbeitet und stammen nicht aus PRTR-Meldungen der Betriebe.

 
Zuletzt aktualisiert am: 16.10.2018

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