Indikator Klima

Treibhausgasemissionen

In der Schweiz sind die menschenverursachten Auswirkungen auf das Klima zum grossen Teil auf den energiebedingten Ausstoss von Kohlendioxid zurückzuführen. Die bedeutendste Quelle für CO2-Emissionen ist derzeit der Verkehr, gefolgt von den Gebäuden und der Industrie. Der Hauptanteil der Lachgas-und der Methanemissionen stammt aus der Landwirtschaft.

Bewertung des Zustandes
mittelmässig mittelmässig
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend
Absolute Werte

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Bundesamt für Umwelt: Treibhausgasinventar
Ziel 2020: 20 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2018: 13.5736104757827 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2017: 10.704087057989 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2016: 9.11766160964564 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2015: 9.69222126265072 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2014: 8.81751161260179 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2013: 1.47986169892755 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2012: 2.92443036372877 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2011: 5.5680099271687 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2010: -2.0914448872569 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2009: 0.965902142896567 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2008: -1.72273241575472 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2007: 0.817326143748417 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2006: -2.65992372612156 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2005: -3.38960424168373 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2004: -2.06309728228344 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2003: -0.964008772855593 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2002: 0.924250613420128 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2001: -1.95457299783061 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 2000: 0.855668045127501 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1999: -0.242855658309864 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1998: -0.66446423021813 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1997: 2.21946472947039 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1996: 0.0866680326548277 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1995: 1.17534425171681 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1994: 2.84645524956618 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1993: 0.923437130563357 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1992: -3.73958371899137 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1991: -4.27469829919298 Reduktion der THG-Emissionen gegenüber Basisjahr 1990: -0.817276094982134

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: Bundesamt für Umwelt: Treibhausgasinventar
Kommentar

Für das Jahr 2020 wurden prozentuale Reduktionsziele festgelegt. Diese basieren nicht auf dem aktuellen Emissionswert von 1990, sondern demjenigen, welcher im Second Initial Report festgelegt wurde (Basisjahr). Die Treibhausgasemissionen sind zwischen 1990 (Basisjahr) und 2018 um 14 % gesunken, wobei die grossen jährlichen Schwankungen auf die Witterung zurückzuführen sind. An das im CO2-Gesetz festgelegte Ziel für das Jahr 2020 - eine Reduktion um 20 % gegenüber 1990 (Basisjahr) - darf auch die Senkenleistung des Waldes angerechnet werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass sie zur Zielerreichung nicht wesentlich beitragen wird. Das Reduktionsziel wird möglicherweise nicht erreicht. Deshalb wird die Entwicklung als unbefriedigend beurteilt.

Die Entwicklung verlief nicht in allen Sektoren gleich. Im Jahr 2018 hat der Verkehr mit 32 % den höchsten Anteil an den Gesamtemissionen von Treibhausgasen, und diese gehen erst seit wenigen Jahren leicht zurück. Sie lagen 2018 immer noch 1 % über dem Niveau von 1990 (Basisjahr). Die Emissionen im Gebäudesektor konnten bis 2018 um 34 % gegenüber 1990 (Basisjahr) gesenkt werden, diejenigen der Industrie um 14 %.

Das indikative Ziel des Jahres 2020 von –10 % für den Verkehrssektor wird wahrscheinlich verfehlt. Unter normalen Witterungsbedingungen dürfte auch der Gebäudesektor sein indikatives Ziel von –40 % nicht erreichen. Nur die Industrie könnte ihr Ziel von –15 % erreichen. Bei den übrigen Emissionen (Landwirtschaft, synthetische Gase und Abfallwirtschaft) dürfte die Erreichung des sektoriellen Ziels von –10 % ebenfalls schwierig sein.

Das CO2-Gesetz sieht verschiedene Massnahmen zur Senkung der Emissionen in den verschiedenen Sektoren vor. Dazu zählen unter anderem die Erhöhung der CO2-Lenkungsabgabe auf Brennstoffen verbunden mit einer Erhöhung der Beiträge an das nationale Gebäudeprogramm, Emissionsvorschriften für Neufahrzeuge, das Emissionshandelssystem für energieintensive Industriebetriebe und eine teilweise Kompensationspflicht der Emissionen aus Treibstoffen durch die Importeure.

Internationaler Vergleich

Im Rahmen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und des Kyoto Protokolls werden die THG-Emissionen aller Industriestaaten nach detaillierten Vorgaben berechnet. Die Einhaltung der Richtlinien wird von Expertengremien überprüft. Die THG-Inventare der UNFCCC werden von verschiedenen internationalen Organisationen verwendet (z. B. von der Europäischen Umweltagentur EUA, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD oder der Comission of Sustainable Development CSD).

Methode

Die Daten stammen aus dem THG-Inventar der Schweiz, welches jedes Jahr vom BAFU nach den Richtlinien der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) erstellt wird. Die Methoden sind ausführlich im National Inventory Report dokumentiert und entsprechen den technischen Handbüchern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Dieser Indikator zeigt die Summe aller Treibhausgasemissionen seit 1990 in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, d. h. die verschiedenen Treibhausgase werden entsprechend ihrer Klimawirksamkeit skaliert und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Methodische Änderungen oder die Verfügbarkeit neuer Daten erfordern eine Neuberechnung der kompletten Zeitreihen seit 1990.

Für die Berechnung der Zielwerte des Jahres 2020 wird der im Second Initial Report ausgewiesene Basiswert für das Jahr 1990 von 53.7 Mio. t CO2-Äquivalenten verwendet. Gemäss Richtlinien des Kyoto-Protokolls wird in der zweiten Verpflichtungsperiode die Senkenleistung der Forstwirtschaft gegenüber einem Referenzwert (Forest Management Reference Level) an das Ziel angerechnet. Die Anrechnung der Senkenleistung erfolgt 2022 im Treibhausgasinventar nach Abschluss der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls. Aufgrund heutiger Schätzungen ist davon auszugehen, dass die anrechenbare Senkenleistung im Bereich von einigen Hunderttausend Tonnen zu liegen kommt.

Grundlage für die Bewertung der Entwicklung

Die Bewertung erfolgt auf der linearen Tendenz der Emissionswerte für die Zeit von 2008 – dem Jahr der Einführung der CO2-Abgabe – bis 2018. Mit der Einführung der CO2-Abgabe scheint bei den Emissionen eine Trendwende eingesetzt zu haben. Setzt sich die bisherige Tendenz fort, so dürften die Emissionen im Jahr 2020 45 Mio. t CO2-Äq. betragen. Das Zwischenziel für 2020 (43 Mio. t CO2-Äq.) wird somit wahrscheinlich verfehlt.

 
Zuletzt aktualisiert am: 22.09.2020

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