Indikator Naturgefahren

Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse

Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse können bedeutende Schäden verursachen. Die Höhe der Schäden wird von der Nutzung des Siedlungsraums und von der Intensität und der räumlichen Ausdehnung der Naturereignisse beeinflusst. Sie hängt somit auch von den Massnahmen ab, die ergriffen werden, um Menschen, Umwelt und Sachwerte zu schützen. Die Schadensumme im Ereignisfall ist ein Indikator einerseits für den Erfolg der vorbeugenden Massnahmen zum Schutz vor Naturereignissen und andererseits für die Verletzlichkeit von Bauten und Infrastrukturen.

Bewertung des Zustandes
mittelmässig mittelmässig
Bewertung der Entwicklung
nicht bewertbar nicht bewertbar
Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2020: 39.96 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2019: 82.0796756917585 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2018: 204.036276500448 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2017: 174.614207353828 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2016: 97.7437636363636 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2015: 147.452114630468 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2014: 100.309045630778 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2013: 124.555465116279 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2012: 38.7512972329664 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2011: 117.603372230428 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2010: 61.80764514218 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2009: 25.9555502535043 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2008: 22.883700296736 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2007: 718.727928571425 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2006: 75.7210869565218 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2005: 3094.50272926983 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2004: 50.9117125860989 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2003: 76.8699905332913 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2002: 370.556417910448 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2001: 84.950059124321 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 2000: 773.666969657843 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1999: 747.4989409836 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1998: 46.3331311962988 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1997: 216.447196694215 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1996: 36.7513455149502 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1995: 93.1476724715339 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1994: 239.54039549949 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1993: 1046.24359697386 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1992: 72.2878365896981 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1991: 53.1133000739099 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1990: 372.579444444445 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1989: 17.3248783505154 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1988: 175.990910250957 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1987: 1763.80980935874 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1986: 176.853665934066 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1985: 76.3017316209035 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1984: 158.442533211177 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1983: 83.920594059406 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1982: 64.9257087378641 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1981: 90.2187897435899 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1980: 41.7899563080284 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1979: 87.8616931818182 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1978: 1041.54074749853 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1977: 507.200178465201 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1976: 35.4807530120482 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1975: 320.675067401961 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1974: 61.5020667102681 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1973: 218.929239052405 Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse 1972: 42.5656362217017
*teuerungsbereinigt, Preisbasis 2020

Daten zur Grafik: Excel
Quelle: WSL
Kommentar

Von 1972 bis 2020 verursachten Hochwasser und Murgänge Schäden von 13.4 Mia. CHF. Die Schäden durch Rutschungen und Sturzprozesse belaufen sich auf 1 Mia. CHF. Insgesamt resultieren damit Schäden von 14.4 Mia. CHF; dies entspricht einem durchschnittlichen Schaden von rund 295 Mio. CHF pro Jahr.

Die Schadenssumme ist in erster Linie durch einzelne Grossereignisse geprägt. So verursachte das Hochwasser vom August 2005 allein Schäden in der Höhe von rund 3 Mia. CHF, und die Hälfte der Schäden ist allein auf die fünf grössten Einzelereignisse zurückzuführen

Etwa 1.8 Millionen Menschen, d.h. rund 20 % der Schweizer Bevölkerung, leben gemäss national verfügbaren Daten in überschwemmungsgefährdeten Gebieten. Genau dort befinden sich auch rund 1.7 Millionen oder rund 30 % der Arbeitsplätze. In potenziellen Überschwemmungsgebieten liegen rund 25 % der Sachwerte (insgesamt rund CHF 840 Mrd.[1]). Hier findet auch ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung statt. Die vorhandene Schutzinfrastruktur schützt diese Gebiete gegen häufige Ereignisse. Ohne diese Schutzinfrastruktur wären die Schäden durch Hochwasser deutlich höher.

Schäden lassen sich verhindern oder begrenzen, wenn die Gefahr bekannt ist. Die Fertigstellung der Gefahrenkarten, ihre laufende Aktualisierung und konsequente Umsetzung sind deshalb vordringlich. Durch eine gefahrengerechte Raumnutzung kann das Schadenspotential begrenzt werden. Bauten und Infrastrukturen sind so zu planen, dass grössere Schäden vermieden werden. Präventive Massnahmen (z.B. Schutzbauten) müssen robust und überlastbar ausgelegt sein und einfach an neue Bedingungen (Klimawandel) angepasst werden können. Die verbleibenden Risiken sind durch eine umfassende Notfallplanung und eine optimierte Warnung und Alarmierung zu begrenzen.

Absolute Sicherheit im Umgang mit Naturgefahren gibt es nicht. Allerdings haben die Analyse der grossen Hochwasserereignisse und insbesondere das Projekt OWARNA gezeigt, dass sich durch konsequente Umsetzung moderner Hochwasserschutzkonzepte und durch eine verbesserte Warnung und Alarmierung bis zu 20% der Schäden vermeiden liessen. Aus diesem Grund wird der Zustand als mittelmässig bewertet. Die Entwicklung wird nicht bewertet, weil die starken jährlichen Schwankungen und die relativ kurze Beobachtungsperiode keine eindeutige Aussage zulassen.

Methode

Seit 1972 sammelt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL im Auftrag des BAFU systematisch Daten zu den Unwetterschäden in der Schweiz. Dabei werden die Prozesse Hochwasser, Murgang, Rutschung sowie (seit 2002) Steinschlag und Felssturz berücksichtigt. Die Erhebungen basieren hauptsächlich auf Meldungen von etwa 3000 Schweizer Zeitungen und Zeitschriften sowie – bei grösseren Ereignissen – auf Angaben von Kantonen und Versicherungsgesellschaften.

[1] Der Erstellungswert des Bauwerks Schweiz beträgt CHF 3 355 Mrd. gemäss Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft der Schweiz“ (Staub P., Rütter H., 2014).

 
Zuletzt aktualisiert am: 19.05.2021

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