Pflanzenschutzmittel im Grundwasser

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM), d.h. von PSM-Wirkstoffen und PSM-Abbauprodukten, treten landesweit an mehr als der Hälfte der Messstellen im Grundwasser auf. In intensiv ackerbaulich genutzten Gebieten werden PSM-Rückständen an über 90% der Messstellen nachgewiesen.

Gemäss der Gewässerschutzverordnung (GSchV) soll Grundwasser generell keine künstlichen langlebigen Substanzen enthalten. Für Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, gilt für PSM-Wirkstoffe zusätzlich ein Grenzwert («numerische Anforderung») von 0.1 Mikrogramm pro Liter (µg/l). Das Grundwasser muss zudem – gegebenenfalls nach einfacher Aufbereitung – die Anforderungen des Lebensmittelrechts erfüllen. Dieses enthält auch einen Höchstwert von 0.1 µg/l für die im Rahmen des Zulassungsverfahrens als relevant eingestuften PSM-Metaboliten.

PSM-Metaboliten weit verbreitet

Die Konzentrationen von PSM-Wirkstoffen überschritten in den letzten Jahren an jeweils rund 2% der NAQUA-Messstellen den Grenzwert. Zudem wurden deren Abbauprodukte, sogenannte Metaboliten, verbreitet in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen. An rund 20% der Messstellen lagen die Konzentrationen von PSM-Metaboliten über 0.1 μg/l; für Trinkwasser-relevante Metaboliten gilt dies ebenfalls als Grenzwert.

Die drei PSM-Wirkstoffe, die von 2014 bis 2017 jedes Jahr an mehreren Messstellen den Grenzwert überschritten, sind Bentazon, Metolachlor und Atrazin. Nachdem die Zulassung von Atrazin 2007 aufgehoben wurde, sind dessen Konzentrationen im Grundwasser mittlerweile tendenziell rückläufig.

In den letzten Jahren gestiegen sind dagegen die Konzentrationen verschiedener Metaboliten von Metolachlor. Vier Metaboliten dieses Herbizids traten 2017 in Konzentrationen von mehr als 0.1 μg/l im Grundwasser auf.

Im Grundwasser weit verbreitet sind ebenfalls Metaboliten des Rüben-Herbizids Chloridazon. Insbesondere der Metabolit Desphenyl-chloridazon tritt grossflächig in Konzentrationen von mehr als 0.1 μg/l im Grundwasser auf.

2017 wurden zudem im Rahmen einer NAQUA-Pilotstudie in der Schweiz Metaboliten des Fungizids Chlorthalonil im Grundwasser nachgewiesen. Der Metabolit Chlorthalonil-sulfonsäure (R417888) tritt nach aktuellen Kenntnisstand im Mittelland häufig in erhöhten Konzentrationen im Grundwasser auf. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat diesen Metaboliten als Trinkwasser-relevant eingestuft.


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Letzte Änderung 19.08.2019

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