Zustand der Gewässer

Als Wasserschloss Europas verfügt die Schweiz über umfangreiche Wasserressourcen. Trotz insgesamt guter Wasserqualität beeinträchtigen Rückstände aus Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Mikroverunreinigungen sowie Verbauungen und künstliche Hindernisse die ober- und unterirdischen Gewässer. Analysen und Prognosen von Pegelständen und Abflüssen ermöglichen, frühzeitig vor Hochwasser zu warnen.


Wasserhaushalt Schweiz

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Zustand der Fliessgewässer

Wasserführung & Abflussregime

Das Wasserangebot in der Schweiz ist im Prinzip gross und von natürlichen Faktoren wie der Witterung oder Vergletscherungsgrad abhängig. In der Schweiz sind die Wassermengen in den Fliessgewässern aber vielerorts durch die Wasserkraftproduktion beeinflusst. Als Folge des Klimawandels wird die Verfügbarkeit von Wasser in Trockenphasen künftig regional eingeschränkt sein. Das BAFU überwacht Wasserführung und Abflussregime der Schweizer Gewässer.

Temperatur

Die Wassertemperatur ist einer der physikalischen Schlüsselparameter, der die chemischen und biologischen Prozesse in einem Fliessgewässer mitbestimmt. Die Messungen des BAFU sind eine Grundlage, um Veränderungen der Temperatur festzustellen und deren Ursachen zu verstehen.

Wasserqualität

Die Wasserqualität der Fliessgewässer hat sich seit den 1970er Jahren bezogen auf die Belastungen mit Nährstoffen stark verbessert. Der Eintrag von Mikroverunreinigungen ist die neue und zurzeit grösste Herausforderung.

Struktur & Morphologie

Die Schweizer Fliessgewässer sind stark verbaut und in ihren natürlichen Funktionen eingeschränkt. Rund ein Viertel aller Gewässer befindet sich in einem schlechten morphologischen Zustand. Zusätzlich beeinträchtigen zahlreiche Durchgangshindernisse den Lebensraum.

Geschiebe & Schwebstoffe

Feststoffe sind ein wichtiger Bestandteil von ökologisch intakten Flüssen und Bächen, doch in rund einem Drittel der Gewässer ist ihr Haushalt gestört. Das BAFU beobachtet den Feststofftransport in Fliessgewässern schweizweit.

Zustand der Seen

Quantität

Das BAFU misst die aktuellen Wasserstände der Schweizer Seen, rechnet Vorhersagen und informiert die Öffentlichkeit.

Wassertemperatur

Als Folge des Klimawandels ist die Temperatur vieler Seen in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Ein weiterer Anstieg wird erwartet. Die Erwärmung wirkt sich auf die Mischungsdynamik und damit auf den Sauerstoffgehalt in den tieferen Schichten der Seen aus. Um die Wassertemperatur ausgewählter Seen auf Bundesebene langfristig zu beobachten, läuft ein Pilotprojekt bis 2024.

Wasserqualität

Seit den 1980er Jahren hat sich die Wasserqualität der Schweizer Seen stark verbessert, insbesondere der Phosphorgehalt ist markant zurückgegangen. Doch einzelne Seen sind immer noch überdüngt und leiden unter Sauerstoffmangel. Die Konzentrationen von Mikroverunreinigungen sind in den grossen Seen in der Regel unterhalb der Grenzwerte. Die Qualität der Badegewässer ist generell gut. Doch die Pflanzen- und Tiergesellschaften der Schweizer Seen sind stark von menschlichen Einflüssen geprägt.

Struktur

Die Uferbereiche vieler Schweizer Seen sind beeinträchtigt: Uferverbauungen reduzieren die Qualität der Lebensräume von Pflanzen und Tieren.

Zustand des Grundwassers

Grundwasservorkommen

Die Schweiz ist reich an Grundwasser. Grundwasservorkommen finden sich fast überall, sowohl in oberflächennahen Lockergesteinen als auch in geklüfteten und verkarsteten Festgesteinen. Sie stellen eine bedeutende natürliche und ökonomische Ressource dar.

Grundwasser-Quantität

Die Grundwassermenge in der Schweiz ist langfristig stabil, aber im Jahresverlauf schwankend.

Grundwasser-Qualität

Von Natur aus enthält Grundwasser keine künstlichen langlebigen Substanzen. Nachhaltig beeinträchtigt wird die Grundwasser-Qualität durch Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Entlang der Fliessgewässer treten auch Mikroverunreinigungen aus Industrie, Gewerbe und Haushalten im Grundwasser auf.

Grundwassertemperatur

Die Grundwassertemperatur ist eine wesentliche Eigenschaft und ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich des hydrochemischen und biologischen Zustands des Grundwassers. Sie hat Auswirkungen auf den Anteil an gelöstem Sauerstoff im Wasser sowie den Grad der Mineralisierung. Anhand der Entwicklung der Grundwassertemperatur können mögliche Auswirkungen der Klimaänderung bzw. der Urbanisierung auf die Grundwasser-Quantität und Grundwasser-Qualität aufgezeigt werden.

Stabile Wasserisotope

Die stabilen Wasserisotope Deuterium und Sauerstoff-18 stellen einen natürlichen Tracer im Wasserkreislauf dar, mit dem sich die Herkunft von Wasserkomponenten bestimmen und klimatische Veränderungen verfolgen lassen.

Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA

Die Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA liefert ein landesweit repräsentatives Bild über den Zustand und die Entwicklung der Grundwasserressourcen, sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht.

Hydrologische Vorhersagen

Qualität der Vorhersagen

Die Vorhersagen der Wasserstände und Abflussmengen beruhen auf hydrologischen und meteorologischen Daten sowie auf dem hydrologischen Modell WaSiM. Die Qualität der hydrologischen Vorhersagen wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, so zum Beispiel durch die Grösse und hydrologische Komplexität des Einzugsgebiets sowie die Wetterlage.

Weiterführende Informationen

Kontakt
Letzte Änderung 23.08.2022

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