Wasserhaushalt Schweiz

Der Wasserhaushalt umfasst die wichtigen Komponenten des Wasserkreislaufs. Für die Schweiz und deren grossen Flussgebiete berechnet das BAFU jährlich die Wasserbilanz.

Der Wasserhaushalt umfasst die für einen bestimmten Untersuchungsraum relevanten Komponenten des Wasserkreislaufs. Die Komponenten werden mit einfachen Bilanzgleichungen quantifiziert. Der Detaillierungsgrad ist abhängig von der Grösse des betrachteten Gebiets. Für grosse Flussgebiete begnügt man sich oftmals mit der klassischen Wasserbilanzgleichung:

Niederschlag = Abfluss + Verdunstung +/- Speicheränderung

Die Komponenten des Wasserkreislaufs

Für kleinere Gebiete können detailliertere Betrachtungen sinnvoll sein. Dann wird beispielsweise die Verdunstung in Interzeptionsverdunstung, Evaporation und Transpiration oder der Abfluss in Oberflächen-, Zwischen- und Basisabfluss unterteilt.

Wasserbilanz für die Schweiz

Das BAFU berechnet jährlich die Wasserbilanz sowohl für die politische Schweiz als auch für die grossen Flussgebiete. Bei politischen Gebilden decken sich die Grenzen oft nicht mit den natürlichen Grenzen der Einzugsgebiete. In diesen Fällen müssen die bedeutenden Zuflüsse ins Gebiet separat ermittelt werden.

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Kennzahlen (mm pro Jahr) für den Wasserhaushalt der Schweiz für das Kalenderjahr 2017 und (kursiv in Klammern) für die Normperiode 1981-2010. Abgebildet sind die politische (grau) und die hydrologische Schweiz (hellgrau).

Vergleich mit langjährigen Mittelwerten

Die Werte einzelner Jahre sind nur aussagekräftig, wenn sie mit langjährigen Mittelwerten verglichen werden können. Sowohl in der Meteorologie als auch in der Hydrologie werden für Vergleiche sogenannte Normperioden herangezogen. Die aktuelle Normperiode erstreckt sich von 1981 bis 2010.

tabelle-wasserhaushalt-schweiz-de
Natürlicher Wasserhaushalt der ganzen Schweiz und bedeutender Grosseinzugsgebiete für 2018 und die Normperiode 1981-2010 (mm pro Jahr). P: Niederschlag, R: Abfluss, E: Verdunstung, dS: Speicheränderungen.

Wasserreserven

Neben den Grössen, die jährlich umgesetzt werden, werden im Wasserhaushalt auch die Wasserreserven betrachtet. Darunter versteht man die gesamthaft gespeicherte Menge Wasser. Diese stellt eine potenzielle Reserve dar und bezieht sich zwar auf vorhandene und gespeicherte aber nicht unbedingt auf technisch, ökologisch, wirtschaftlich oder rechtlich nutzbare Wasserressourcen.

Die Wasserreserven betragen in der Schweiz rund 340 km3. Bei den Seen werden dabei für Bodensee und Genfersee nur die schweizerischen Anteile berücksichtigt.

Beschreibung  km3 
Natürliche Seen > 100 Mio. m3, Anteile Schweiz  130 
Stauseen 
Gletscher  57 
Grundwasser  150 

Total

341
 
Wasserreserven der Schweiz (Quelle: BAFU, VAW)

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Letzte Änderung 14.06.2019

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