Newsletter Aktionsplan Biodiversität Nr. 6, 18. Februar 2015

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Der «Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz» nimmt kontinuierlich schärfere Konturen an. Am 18. Februar hat der Bundesrat den dringenden Handlungsbedarf zum Erhalt der Biodiversität anerkannt, in dem er die Stossrichtung des Aktionsplans, die vom UVEK vorgeschlagene zeitliche Etappierung und den finanziellen Ressourcenbedarf des Bundes zur Kenntnis genommen sowie das weitere Vorgehen festgelegt hat.

In einem nächsten Schritt sollen sich die Kantone, die wichtige Partner bei der Umsetzung und Finanzierung sind, zu den Massnahmen äussern, welche sie direkt betreffen.

Dieser Schritt dient dazu, den Kantonen die Gelegenheit zu geben, die Massnahmen zu priorisieren und Stellung zu dem vom Bund geplanten finanziellen und zeitlichen Rahmen nehmen. Dieses Vorgehen soll gegenseitiges Vertrauen schaffen, indem Vorbehalte und Vorschläge konstruktiv formuliert werden können.

Wegen diesen notwendigen Verzögerungen im Zeitplan will der Bundesrat dem anhaltenden Biodiversitätsverlust mit Sofortmassnahmen entgegentreten: Ab 2017 stellt der Bund jedes Jahr zwischen 20 und 40 Millionen Franken zur Verfügung, um damit vor allem die grössten Vollzugsdefizite im Bereich Sanierung und Unterhalt bestehender Schutzgebiete angehen zu können. Diese Mittel bedingen jedoch, dass die Kantone entsprechende Beiträge leisten.

Diese weiteren Schritte sollen dazu dienen, die zu erwartenden sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen des Biodiversitätsförderung weiter zu verankern.

Mit freundlichen Grüssen

Sarah Pearson, Leiterin Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz, BAFU



Weiteres Vorgehen Aktionsplan

Der Bundesrat hat am 18. Februar das Aussprachepapier des UVEK zum «Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz» zur Kenntnis genommen und das weitere Vorgehen für den Aktionsplan festgelegt. Dieser Plan dient dazu, dem deutlichen Rückgang der biologischen Vielfalt und damit der Bedrohung unserer Lebensgrundlagen und unseres Wohlstands entgegenzuwirken. Um eine Einschätzung und eine Priorisierung der Massnahmen des Aktionsplans vornehmen zu können, werden sie in einem nächsten Schritt den Kantonen vorgelegt. Auf Basis der Rückmeldungen der Kantone wird in einem zweiten Schritt eine Vernehmlassungsvorlage für den überarbeiteten Aktionsplan einschliesslich der nötigen Gesetzesänderungen vorbereitet. Diese soll im Frühjahr 2016 in die Vernehmlassung gehen.


Rückblick Tagung «Ökologische Infrastruktur»

Rund 300 Teilnehmende aus Verwaltung, Wirtschaft, Forschung, NGOs und privaten Büros haben am 19. November 2014 die BAFU-Tagung «Ökologische Infrastruktur» besucht. Die Veranstaltung bot den Stakeholdern die Möglichkeit, sich zu den Inhalten dieses zentralen Massnahmenbereichs des Aktionsplans zu äussern. Im Zentrum der Gruppenarbeiten stand die Frage nach einer erfolgreichen Umsetzung.  Dabei tauchten immer wieder die Begriffe Information, Sensibilisierung, Beratung und Motivation auf. Man war sich einig, dass der gesellschaftliche Nutzen der Massnahmen überzeugen müsse; dann sei die Frage nach der Finanzierung ein kleinerer Hemmschuh


Rückblick auf weitere Tagungen

Das Jahr 2015 hat vielversprechend begonnen. Gleich an drei wichtigen Tagungen im Januar stand die biologische Vielfalt im Zentrum:

In Bern trafen sich am 16. Januar Forschende mit Personen aus Politik, Verwaltung und von NGOs zur SWIFCOB-Tagung «Biodiversität und Politik: Vielfalt bewegt» des Forum Biodiversität Schweiz.

Ebenfalls in Bern wurden an einer Tagung von Info Flora am 21./22. Januar neuste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus der Praxis zur Ex situ-Erhaltung und zur Auspflanzung gefährdeter Pflanzenarten vorgestellt.

An der 2. Agroscope-Nachhaltigkeitstagung «Funktionelle Biodiversität in der Landwirtschaft» am 22. Januar diskutierten Forschende neue Erkenntnisse zur gezielten Nutzung von Leistungen der Biodiversität zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit.


Umweltbericht 2015

Der Bericht des Bundesrates gibt einen Überblick über den Zustand der Umwelt und der natürlichen Ressourcen in der Schweiz. Biodiversität ist eines der zehn analysierten Umweltthemen. Der Bundesrat hält unter anderem fest, dass die Entwicklung der Biodiversität stark davon abhängt, «ob es gelingt, eine ökologische Infrastruktur aus Schutz- und Vernetzungsgebieten aufzubauen und die Agglomerationen so aufzuwerten, dass sich der Zustand der Biodiversität im Siedlungsgebiet verbessert».

Cover Umweltbericht 2015

Umweltbericht 2015

Der Bericht «Umwelt Schweiz 2015» gibt einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt in unserem Land. Er zieht Bilanz aus den Massnahmen, die der Bund ergriffen hat, um die Umweltqualität zu verbessern, und zeigt auf, wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Ausserdem vergleicht er die Fortschritte der Schweiz mit denen ihrer Nachbarländer und wirft einen Blick in die Zukunft, indem er Umweltperspektiven für das Jahr 2030 zusammenfasst.


4. Weltbiodiversitätsbericht

Anlässlich der Eröffnung der COP 12 im Oktober 2014 wurde der 4. Weltbiodiversitätsbericht (Global Biodiversity Outlook 4) publiziert. Dieser Bericht fasst weltweit periodisch die neusten Fakten, den Zustand und die Trends bezüglich Biodiversität zusammen und zieht Schlussfolgerungen für die weitere Entwicklung der Biodiversitätskonvention.


Kurzfassung des 5. Nationalberichts zuhanden der Biodiversitätskonvention

Im Vorfeld der COP 12 hat die Schweiz ihren 5. Nationalbericht eingereicht. Dieser legt Rechenschaft ab über die Umsetzung der Biodiversitätskonvention in der Schweiz. Die vorliegende Kurzfassung nimmt die wichtigsten Ergebnisse des internationalen Berichts auf.


Europäischer Umweltbericht 2015

Am 4. März erscheint der europäische Bericht zum Zustand der Umwelt (The European Environment - State and Outlook 2015). Auch er liefert eine umfassende Gesamtsicht zu Umweltzustand, Trends und Ausblick - u.a. zur Biodiversität.


Termine zum Aktionsplan

  • Sommer 2015: Vorkonsultation der Kantone
  • Frühling 2016: Vernehmlassung
  • Ab 2017: Umsetzung des Aktionsplans

Kontakt
Letzte Änderung 18.02.2015

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