Auswirkungen auf das Klima des heutigen Investitionsverhaltens

Die Schweiz hat sich mit der Ratifikation des Klimaübereinkommens von Paris dem international vereinbarten Ziel verpflichtet, die Finanzflüsse klimaverträglich auszurichten (Art. 2.1.c.). Die Frage, mit welchen Strategien und Massnahmen Finanzmarktakteure einen effektiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können, gewinnt für private Akteure sowie Umwelt- und Finanzregulatoren zunehmend an Bedeutung. Dabei gehen die Finanzmarktakteure dieses Thema unterschiedlich an.

Eine breite Literaturstudie im Auftrag des BAFU diskutiert die theoretisch verfügbaren Wirkungskanäle und analysiert, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Massnahmen von Finanzmarktakteuren klimawirksam sind. Diese Klimawirkung wird dabei als eine klimarelevante Veränderung in realwirtschaftlichen Unternehmen verstanden. Es zeigt sich, dass es insbesondere auf die konkrete Umsetzung der Massnahme ankommt, inwieweit damit eine Klimawirkung erzielt werden kann.

Hier finden Sie die Studie zum Überblick der Klimawirkung durch Massnahmen von Finanzmarktakteuren in Deutsch. Die Zusammenfassung ist in Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar.

Überblick des aktuellen Forschungsstands zur Klimawirkung durch Massnahmen von Finanzmarktakteuren

Überblick des aktuellen Forschungsstands zur Klimawirkung durch Massnahmen von Finanzmarktakteuren

Risiken des heutigen Investitionsverhaltens

Klimaauswirkungen wie Überschwemmungen und Hitzeperioden können Vermögenswerte tangieren (physische Klimarisiken). Bei einer Erwärmung von 4-6°C sind die prognostizierten Werteverluste massiv höher, als wenn die Eindämmung auf unter der kritischen Schwelle von 2°C gegenüber vorindustrieller Zeit gelingt. Werden weltweit Massnahmen (bspw. eine CO2-Abgabe) ergriffen, die den Verbrauch fossiler Energien einschränken oder direkt verteuern, können betroffene Firmen an Wert verlieren (Transitionsrisiken). Mit klimaverträglichen Investitionsstrategien lassen sich solche Risiken vermindern und gleichzeitig marktkonforme Renditen erzielen.

Verschiedene Aufsichtsbehörden und Zentralbanken haben sich Ende 2017 zum Network for Greening the Financial System (NGFS) zusammengeschlossen. Die SNB und die Finma sind dem Netzwerk auch beigetreten. Ziel ist es, auf freiwilliger Basis Erfahrungen zu Klimarisiken auszutauschen und zur Entwicklung des klimabezogenen Risikomanagements im Finanzsektor beizutragen. Um solche Risiken frühzeitig auf Institutsebene zu erkennen, empfiehlt eine von der Industrie geleitete und vom Financial Stability Board eingesetzte Expertengruppe (TCFD) unter anderem, 2°C Szenarioanalysen durchzuführen. Mit der Teilnahme an den Klimaverträglichkeitstests haben viele Schweizer Finanzmarktakteure dies erstmals umgesetzt.

Ein Rechtsgutachten im Auftrag des BAFU zeigt, dass materielle Klimarisiken bereits im geltenden Recht weitgehend mitberücksichtigt werden müssen. Auf freiwilliger Basis können zudem Klimaauswirkungen aufgrund von Investitions- und Finanzierungsentscheiden gemessen und ausgewiesen werden.

Rechtliches Gutachten «Berücksichtigung von Klimarisiken und -wirkungen auf dem Finanzmarkt» (PDF, 513 kB, 31.10.2019)Gutachten von Prof. Dr. Mirjam Eggen, Bern und Dr. Cornelia Stengel, Zürich, im Auftrag des BAFU, 2019.

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Letzte Änderung 05.01.2021

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