Regulatorische Arbeiten zu Nachhaltigkeit im Finanzmarkt

Der Bundesrat hat sich mit dem Bericht "Nachhaltigkeit im Finanzsektor" (Juni 2020) zum Ziel gesetzt, dass der Finanzplatz für nachhaltige Finanzdienstleistungen führend werden soll. Nicht nur soll damit die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, sondern auch ein effektiver Beitrag zu den Klima- und Umweltzielen geleistet werden (vgl. Medienmitteilung vom 26.06.2020). Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe unter der Leitung des SIF in enger Zusammenarbeit mit dem BAFU vertieft Fragen zu Transparenz, Risiken und Sorgfaltspflichten.

Mit dem totalrevidierten CO2-Gesetz werden Finma und SNB verpflichtet, regelmässig die institutsbezogenen Klimarisiken sowie Risiken für die Finanzstabilität zu überprüfen und darüber Bericht zu erstatten. Auch hat der Ständerat drei Postulate überwiesen, um weitergehende Massnahmen zu eruieren (vgl. Ritter "Recht" unten auf der Seite "Klima und Finanzmarkt"). Zudem wird in Erfüllung des Übereinkommens von Paris für alle relevanten Wirtschaftsbereiche eine langfristige Klimastrategie erarbeitet ("long-term low greenhouse gas emission development strategy"). Darin wird auch die klimaverträgliche Ausrichtung der Finanzflüsse konkretisiert. Mit Forschungsarbeiten prüft das BAFU mögliche Erweiterungen der PACTA-Analyse auf weitere Umweltbereiche wie Biodiversität und Wald. Ebenfalls wird mit verschiedenen Forschungsarbeiten untersucht. welche Strategien von Finanzmarktakteuren wirksam sind, um eine tatsächliche Klima- und Umweltwirkung in der Realwirtschaft zu erzeugen. Eine Überblicksstudie zum Stand der aktuellen, weltweiten Forschung dazu wird das BAFU Ende November 2020 hier veröffentlichen.

Weil viele Schweizer Finanzmarktakteure in der EU ebenfalls Finanzprodukte vertreiben, sind die EU-Regeln besonders relevant. Die Europäische Kommission will ihre Strategie zu nachhaltigen Finanzen erweitern und den Aktionsplan mit 10 Massnahmen, den sie im März 2018 veröffentlicht hat, umsetzen. Verschiedene regulatorische Änderungen werden 2021 in Kraft gesetzt, wie zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken und –wirkungen für alle Finanzprodukte oder zur expliziten Berücksichtigung von nicht-finanziellen Zielen bei der Kundenberatung. Ein Klassifizierungssystem für ‚grüne‘ wirtschaftliche Aktivitäten (Taxonomy) besteht zudem bereits für den Bereich "Klima".

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Letzte Änderung 03.05.2021

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