Regulatorische Arbeiten zu Nachhaltigkeit im Finanzmarkt

Der Bundesrat hat sich mit dem Bericht «Nachhaltigkeit im Finanzsektor» (Juni 2020) zum Ziel gesetzt, dass der Finanzplatz für nachhaltige Finanzdienstleistungen führend werden soll. Nicht nur soll damit die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, sondern auch ein effektiver Beitrag zu den Klima- und Umweltzielen geleistet werden (vgl. Medienmitteilung vom 26.06.2020). Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe unter der Leitung des SIF in enger Zusammenarbeit mit dem BAFU vertieft Fragen zu Transparenz, Risiken und Sorgfaltspflichten.

Die FINMA hat grosse Banken und Versicherungsunternehmen verpflichtet, ab Juli 2021 klimabedingte Finanzrisiken systematisch offenzulegen. Der Ständerat hat drei Postulate überwiesen, um weitergehende Massnahmen zu eruieren (vgl. Reiter «Recht» unten auf der Seite «Klima und Finanzmarkt»). Mit Forschungsarbeiten prüft das BAFU zudem mögliche Erweiterungen der regelmässigen PACTA-Fortschrittsmessung auf weitere Umweltbereiche wie Biodiversität. Ebenfalls wird mit verschiedenen Forschungsarbeiten untersucht, welche Strategien von Finanzmarktakteuren eine tatsächliche Klima- und Umweltwirkung in der Realwirtschaft erzeugen (vgl. auch Klimawirkung und Risiken).

Weil viele Schweizer Finanzmarktakteure in der EU ebenfalls Finanzprodukte vertreiben, sind die EU-Regeln besonders relevant. Die Europäische Kommission hat ihre Strategie zu nachhaltigen Finanzen erweitert und verschiedene regulatorische Änderungen 2021 in Kraft gesetzt, wie zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken und -wirkungen für alle Finanzprodukte oder zur expliziten Berücksichtigung von nicht-finanziellen Zielen bei der Kundenberatung. Ein Klassifizierungssystem für ‚grüne‘ wirtschaftliche Aktivitäten (Taxonomy) besteht zudem bereits für den Bereich "Klima".

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Letzte Änderung 17.08.2021

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