Wald, Holz und CO2

Wälder und Böden sind CO2-Speicher. Sie spielen deshalb eine Rolle für die Treibhausgasbilanz und für die Erfüllung des Kyoto-Protokolls. Eine nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung der erneuerbaren Ressource Holz ist entscheidend für den CO2-Haushalt.

Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die Vertragsstaaten zur Reduktion, der für die Klimaerwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen. Die Schweiz hat, ihre Emissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 gegenüber dem Niveau von 1990 um 8% gesenkt, bis 2020 soll die Schweiz ihre Emissionen gegenüber 1990 um 20% senken.

Fossile Energieträger sind die Hauptursache für die Steigerung des Treibhauseffektes. Ihr Verbrauch setzt grosse Mengen CO2 frei. Deshalb sind in erster Linie ihre Emissionen durch eine sparsamere und effizientere Energienutzung zu reduzieren. Auch der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energieträger trägt zur Zielerreichung bei.

Funktion des Waldes

Pflanzen - insbesondere Waldbäume - nehmen während des Wachstums viel CO2 auf. Sie speichern den Kohlenstoff in der Biomasse und den Sauerstoff geben sie zurück an die Atmosphäre. Beim Abbau oder bei der Verbrennung der Biomasse wird wieder CO2 gebildet und an die Atmosphäre abgegeben. Der Wald ist eine Senke, wenn er mehr CO2 aufnimmt als abgibt. Gibt der Wald mehr CO2 ab als es aufnimmt, so ist er eine Quelle. 

Der Wald- und Holzsektor im Kyoto-Protokoll

Die Bestimmungen des Kyoto-Protokolls, welche die Anrechnung des Waldes regeln, sind in den Artikeln 3.3 und 3.4 festgehalten.

Aufforstungen und Rodungen

Gemäss dem Kyoto-Protokoll müssen Aufforstungen als Senken und Rodungen als Quellen zwingend angerechnet werden (Artikel 3.3).

Aufforstungen sind Senken. Ihre Leistung wird angerechnet, wenn sie seit 1990 ausgeführt wurden. Als Aufforstungen gelten Pflanzungen, Saaten oder eine anderweitige Förderung der Waldbegründung. Die Zunahme der Waldfläche in der Schweiz ist aber weitgehend auf die natürliche Vergandung von nicht genutzten Landwirtschaftsflächen zurückzuführen. Solche Flächen gelten gemäss Kyoto-Protokoll nicht als Aufforstungen, weil sie nicht direkt vom Menschen verursacht wurden.

Rodungen verursachen Quellen, weil die Biomasse eines Waldes definitiv entfernt wird. Auch sie müssen angerechnet werden, wenn sie seit 1990 ausgeführt wurden. Über die gerodeten Flächen muss genau Buch geführt werden. Entscheidend ist die CO2-Freisetzung während der Verpflichtungsperiode. Ins Gewicht fallen deshalb vor allem Rodungen, die in diesen Jahren durchgeführt werden.

Waldbewirtschaftung und Holzverwendung

Das Kyoto-Protokoll erlaubt die Anrechnung von land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten (Artikel 3.4).

Die Anrechnung der Waldbewirtschaftung war in der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode (2008-2012) freiwillig. In der zweiten Verpflichtungsperiode (2013-2020) müssen alle Vertragsparteien über die Aufnahme und die Freisetzung von CO2 durch Waldbewirtschaftung Rechenschaft abgelegen. Für Wälder welche seit 1990 in irgendeiner Form bewirtschaftet wurden, müssen Veränderungen des Vorrates in den Pflanzen, im Totholz, in der organischen Auflage und im Boden ausgewiesen werden. Seit 2013 müssen auch Veränderungen des Kohlenstoffvorrats in Holzprodukten aus einheimischen Holz berücksichtigt werden. Für die Berechnung dieser CO2-Sequestrierung im Wald und Holz gelten besondere Bestimmungen. Insbesondere wurde für jedes Land ein Maximalbetrag festgelegt. Dieser beträgt für die Schweiz 1.8 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Holznutzung oder Schadenereignisse können dazu führen, dass dieser Maximalwert nicht erreicht wird. In der zweiten Verpflichtungsperiode wird die CO2-Bilanz des Wald und Holz-Sektors gegenüber einen vorher definierten Referenzwert abgerechnet. Weiter können aussergewöhnliche natürliche Störungen wie Stürme oder Waldbrand im Extremfall aus der Anrechnung ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus ist es den Ländern freigestellt weitere landwirtschaftliche Aktivitäten, durch welche CO2 aus der Luft gebunden werden kann, zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu nutzen. Die Schweiz hat sich entschieden sowohl in der ersten als auch in der zweiten Verpflichtungsperiode nur Veränderungen in der CO2-Bilanz (Senken oder Quellen) aus der Waldbewirtschaftung anzurechnen.

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Letzte Änderung 29.10.2018

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