E-Government – Portal Abfall und Rohstoffe

Im Jahr 2017 haben der Informatikrat des Departements (IRD UVEK) und die Geschäftsleitung GS-UVEK beschlossen, eine E-Government-Plattform UVEK aufzubauen – E-Gov UVEK. Das BAFU und das BAKOM wurden als Pilotämter und innerhalb des BAFU die Abfallprozesse als Pilotprozesse für die Umsetzung ausgewählt.

Betroffen davon sind die:

  • Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA),
  • Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA), und
  • Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten (VASA).

Im Rahmen des E-Gov UVEK Programmes und im Hinblick auf die Ablösung von veva-online, die Einführung der Meldepflicht nach VVEA und die Digitalisierung der VASA-Deklaration wird nun das Portal Abfall und Rohstoffe aufgebaut.


1. Warum braucht es das Portal Abfall und Rohstoffe?

Die bestehende Anwendung veva-online wird in den nächsten Jahren ihr Lebensende erreichen und muss ersetzt werden. Die KVU hat den Bund gebeten, für die Abwicklung der neu geschaffenen Meldepflicht nach VVEA eine Informatiklösung bereitzustellen. Um Redundanzen zu vermeiden, soll auch die Deklaration der abgelagerten Abfälle nach VASA inskünftig digital abgewickelt werden. Mit der Integration in die Plattform E-Gov UVEK sollen weitere Möglichkeiten zur Digitalisierung genutzt werden.


2. Was beinhaltet das Portal Abfall und Rohstoffe?

Im Portal Abfall und Rohstoffe werden zukünftig die Meldungen zu den drei Verordnungen VeVA, VASA und VVEA abgewickelt. Konkret beinhaltet das Portal die Prozesse für: 

  • die Vergabe einer Betriebsnummer nach VeVA
  • die Vergabe und Erneuerung einer Entsorgungsbewilligung nach VeVA
  • den Verkehr mit Sonderabfällen und anderen kontrollpflichtigen Abfällen im Inland nach VeVA
  • den grenzüberschreitenden Verkehr mit Abfällen nach VeVA
  • die Berichterstattung über nicht kontrollpflichtige Abfälle nach VVEA
  • Meldung über den Betrieb und Zustand der Deponien nach VVEA
  • die Deklaration der abgelagerten Abfälle VASA. 
Diagramm VVEA VeVA VASA

3. Was wird zuerst umgesetzt?

In einem ersten Schritt werden die Prozesse für die Vergabe von Betriebsnummern, die Erteilung und Erneuerung von Entsorgungsbewilligungen nach VeVA sowie die Meldung der nicht kontrollpflichtigen Abfälle nach VVEA aufgebaut. Die Inbetriebnahme dieser Funktionen ist im Januar 2021 geplant. Damit kann die Pflicht zur Berichterstattung gemäss VVEA erfüllt werden, die ab 1. Januar 2021 gilt. Das bedeutet, dass Abfallanlagen bis Ende Februar 2022 die Datenlieferung für das Jahr 2021 vornehmen müssen (Inspektorate bis Ende April 2022) und die Kantone die Daten bis Ende Juni 2022 an das BAFU weiterleiten.


4. Was passiert mit bestehenden Daten von veva-online?

Die Daten der Abgeberbetriebe, Entsorgungsunternehmen und Exporteure werden von veva-online ins Portal Abfall und Rohstoffe migriert. Da veva-online für die übrigen Prozesse nach VeVA weiterhin benötigt wird, werden die Betriebsnummern und Entsorgungsbewilligungen mittels einer Schnittstelle synchronisiert. Weitergeführt wird der Abgleich dieser Daten mit jenen des Entsorgungswegweisers (EWW).


5. Wie kann man auf das neue System zugreifen?

Benutzer aus Kantonen und Unternehmen, die bisher veva-online genutzt haben, werden per E-Mail informiert und angeleitet, dass sie sich im Portal Abfall und Rohstoffe registrieren müssen. Unternehmen, die neu meldepflichtig werden und keinen Zugang zu veva-online haben, müssen sich selber in der Plattform E-Gov UVEK registrieren. Die kantonalen Fachstellen müssen diese Unternehmen über die Pflicht zur Registrierung informieren.

E-Government Designvorschlag
Abbildung 1: Designvorschlag, neben den dargestellten Kacheln gibt es auch die Möglichkeit, die Services tabellarisch in Listen darstellen zu können. Funktionalitäten und Darstellungsmöglichkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich präsentiert.

6. Was ist neu?

Unternehmen können Betriebsnummern und Entsorgungsbewilligungen im System beantragen. Die zuständige kantonale Fachstelle teilt die Betriebsnummer zu und erteilt gegebenenfalls die entsprechende Entsorgungsbewilligung.

Die meisten Entsorgungsunternehmen, die nach VVEA verpflichtet sind, Meldungen von nicht kontrollpflichtigen Abfällen nach VVEA zu erfassen, verfügen bereits über eine Betriebsnummer und/oder eine Entsorgungsbewilligung nach VeVA. Die zuständige kantonale Fachstelle muss diese Unternehmen im System als «Abfallanlagen mit Meldepflicht nach VVEA» bezeichnen und die erforderlichen Daten erfassen (z. B. Anlagetyp). Die Unternehmen werden dann vom System aufgefordert, eine entsprechende Meldung zu erfassen. Die Meldung kann auch via Drittsysteme von Verbänden erfasst werden. Entsprechende Schnittstellen zum Hochladen der Daten werden zur Verfügung gestellt.

Der Umfang der zu erfassenden Daten entspricht den Vorgaben des Vollzugshilfemoduls zur Berichterstattung nach VVEA. Der zuständige Kanton kann vorgeben, ob nach den Abfallcodes der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen (LVA) oder nach denjenigen in Anhang 1 VVEA gemeldet werden muss.

Ähnlich wie im heutigen veva-online wird auch das Portal Abfall und Rohstoffe Werkzeuge bereitstellen, um Auswertungen zu konfigurieren und die verfügbaren Daten zu extrahieren. Geeignete Modelle für die Auswertung der Daten (z. B. Elimination von Doppelzählungen) und zum Erstellen von aussagekräftigen Statistiken müssen im Rahmen der Begleitgruppe noch erarbeitet werden. Dabei soll auch beurteilt werden, ob die verfügbaren Werkzeuge ausreichen oder ob weitere Anpassungen oder Unterstützung bei der Konfiguration erforderlich ist.


7. Wo gibt es Schulungen und Unterstützung?

Mit der Entwicklung der Plattform E-Gov UVEK wird auch eine Organisation für die Schulung und Unterstützung der Benutzer und Benutzerinnen aufgebaut. Fachliche Fragen werden an den 1st Level Support Abfall und Rohstoffe gerichtet. Fragen zur Applikation oder technische Fragen (z. B. zum Login oder zu Schnittstellen) werden von einer zentralen Stelle beantwortet.

Nach Bedarf sollen auch kostenpflichtige Schulungen für die Anwendung des Portals Abfall und Rohstoffe angeboten werden.


8. Was passiert mit veva-online?

In einem zweiten Schritt werden die übrigen Funktionen zum Verkehr mit Sonderabfällen und anderen kontrollpflichtigen Abfällen nach VeVA sowie zum grenzüberschreitenden Verkehr mit Abfällen nach VeVA im Portal Abfall und Rohstoffe aufgebaut. Der Begleitschein für Sonderabfälle im Inland soll neu vollständig elektronisch verwendet werden können. Die heute bestehenden Schnittstellen zur Übertragung von Daten über entgegengenommene Sonderabfälle und andere kontrollpflichtige Abfälle an Drittsysteme (EWW, ARVIS, RESSIS) und SwissPRTR werden weitergeführt. Ebenso werden die Schnittstellen zum grenzüberschreitenden Verkehr (EUDIN, WPA) auch im Portal Abfall und Rohstoffe weiter angeboten. Weil die Daten für die Erstellung der Deklaration nach VASA bereits im System verfügbar sind, kann die Deklaration neu im Portal Abfall und Rohstoffe erstellt werden. Schliesslich wird auch die Meldung über den Betrieb und Zustand der Deponien nach VVEA im System abgebildet. Die Daten aus veva-online werden ins Portal Abfall und Rohstoffe migriert. Die genannten Funktionen werden Anfang 2022 in Betrieb genommen. Anschliessend wird die Anwendung veva-online stillgelegt.


9. Wird das Portal Abfall und Rohstoffe noch weiterentwickelt?

Es ist davon auszugehen, dass nach der Inbetriebnahme weitere Optimierung und Anpassungen sowie grössere Erweiterungen notwendig sind. Die Organisation, welche die Weiterentwicklung steuert und ausführt, wird nach Abschluss des Projekts aufgebaut werden.

eGovernment
Abbildung 2: Das Layout des neuen Portals wird responsive sein. Das heisst, dass es sich dem Typ des Endgeräts entsprechend anpasst und immer die optimale Darstellung für die Nutzerin, den Nutzer gewährleistet wird.

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Letzte Änderung 24.04.2020

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