Trockenlegen durch das Entfernen von Betriebsflüssigkeiten

Um eine Gefährdung von Mensch und Umwelt durch austretende Flüssigkeiten oder Gase zu vermeiden, sollten folgende Betriebsflüssigkeiten und Gase vor dem Pressen, Transportieren oder Schreddern entfernt werden.

  • Treibstofftank (Benzin, Diesel, Biodiesel, usw.)
    Die Tanks sollen vollständig entleert und anschliessend aufgeschlitzt werden. Emissionen in die Luft sind möglichst vollständig zu erfassen. Die gefasste Abluft ist so zu behandeln, dass die Emissionsgrenzwerte nach Anh. 1 LRV eingehalten werden.
  • Treibstofftank Gas
    Neben komprimiertem Erdgas (CNG: compressed natural gas) oder ähnlichen Gasen wie Biogas, Kompogas oder Klärgas wird auch Flüssiggas (LPG: liquified petrolium gas) wie Propan oder Butan als Treibstoff für Fahrzeuge verwendet.
    Gastanks können allenfalls als Ersatzteile wiederverwendet werden. Wegen der Explosionsgefahr müssen Tanks von gasbetriebenen Fahrzeugen in jedem Fall vor dem Schreddern demontiert werden.
    Für die fachgerechten Demontage und Behandlung der Gastanks sind die massgebenden Normen zu berücksichtigen (gehören nicht zu dieser Vollzugshilfe):
  • Brems- und Kupplungsflüssigkeit, Hydraulik- und Servolenkungsöl, Schalt-, Automatik- und Differenzialgetriebeöl
    Die Flüssigkeiten sollen mit geeignetem Gerät (z.B. Absaugen) oder mitsamt den Flüssigkeitsbehältern vollständig entfernt werden.
  • Motoren- und Getriebeöl
    Die Öle sollen abgelassen oder mit einem geeigneten Gerät abgesogen werden. Nach dem Ablassen sollten die Öffnungen wieder tropffrei verschlossen werden.
  • Ölfilter
    Ölfilter sollen mitsamt der Flüssigkeit entfernt oder möglichst vollständig entleert werden. Öffnungen sollen tropffrei verschlossen werden (Wiederanbringen des entleerten Filters oder Anbringen von Verschlusskappen).
  • Kühlerflüssigkeit
    Die Einfüllbehälter sollen entleert oder mitsamt der Flüssigkeit entfernt werden.
  • Kältemittel aus Klimaanlagen
    Zur Entnahme der Kältemittel sind geschlossene Systeme zu verwenden (Absaugung mit geeignetem Gerät). Die Lagerung der entnommenen Kältemittel hat in Spezialgebinden zu erfolgen.
    Pro Betrieb soll mindestens 1 Mitarbeiter oder Mitarbeiterin im Besitze der Fachbewilligung Kältemittel gemäss Art. 7 ChemRRV sein. Andere Mitarbeitende, welche mit Klimaanlagen umgehen, können intern vom betriebseigenen Inhaber der Fachbewilligung Kältemittel ausgebildet werden und sind durch diesen zu überwachen.
  • Batterien, Bleiakkumulatoren
    Sie sind auszubauen und gewässerschutzkonform in säurebeständigen und flüssigkeitsdichten Kunststoffgebinden zu lagern.
  • Pyrotechnische Bauteile (Airbags)
    Diese Bestandteile können im Fahrzeug belassen werden, sofern sie nicht als Ersatzteile weiterverwendet werden oder aufgrund von anderen Bestimmungen entfernt bzw. ausgelöst werden (z.B. Anforderungen aufgrund der Produktehaftpflicht).
  • Latentwärmespeicher, Stossdämpfer, Federbeine
    Sofern sie nicht als Ersatzteile weiterverwendet werden, können diese Bestandteile im Fahrzeug belassen werden.

Betriebsflüssigkeiten (z.B. Benzin, Diesel), die nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zweck wieder eingesetzt werden, sind als Abfall umweltverträglich zu entsorgen. Sonderabfälle und andere kontrollpflichtige Abfälle sind dazu berechtigten Entsorgungsunternehmen zu übergeben (Art. 4 VeVA). Das Vermischen und Verdünnen von Sonderabfällen ist nur unter bestimmten Bedingungen zulässig (Art. 5 Abs. 4 VeVA). Dazu gehört das Vermischen

  • von Hydraulikölen mit Motoren- und Getriebeölen, sofern die Hydrauliköle nicht einer stofflichen Verwertung zugeführt werden können.
  • von synthetischen Ölen mit Mineralölen, wenn diese in der Praxis nicht unterschieden werden können.

Weitere Informationen zu den zutreffenden Abfallcodes und Codes der Entsorgungsverfahren:

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung 29.05.2018

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