Waldreservate

In Waldreservaten hat die Biodiversität Vorrang – auch vor den Ansprüchen des Menschen an den Wald. Waldreservate bedecken 6,5 % der Waldfläche der Schweiz. Das waldpolitische Ziel ist es, diesen Anteil bis 2030 auf 10% zu erhöhen. 

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Waldreservate – wie hier in Mörel-Filet – gehören zu den Kerngebieten der ökologischen Infrastruktur.
© Markus Forte

Waldreservate sind die Kerngebiete der ökologischen Infrastruktur im Wald. Die Reservate schützen den Wald als natürliches Ökosystem und dienen der Erhaltung der Biodiversität.

  • In Naturwaldreservaten wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann.
  • In Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um bedrohte Arten zu fördern. Dazu gehören vor allem Arten, die viel Licht und Wärme benötigen.
  • Wenn beide Reservatstypen miteinander kombiniert werden, spricht man von Komplexreservaten.

Zuständig für die Einrichtung von Reservaten sind gemäss Waldgesetz die Kantone. Der Bund stellt strategische und fachliche Grundlagen bereit und fördert die kantonalen Reservatsprogramme mit Finanzhilfen (Programmvereinbarungen Wald, Teilprogramm Waldbiodiversität). Waldreservate sind auf Dauer angelegte Schutzflächen, die jeweils für eine begrenzte Zeit zwischen Kanton und Waldeigentümern vertraglich gesichert werden (in der Regel auf 25 Jahre für Sonderwaldreservate, bzw. auf 50, seltener auf 99 Jahre für Naturwaldreservate).

Als Voraussetzung für die Gewährung von Bundesmitteln hat jeder Kanton ein Waldreservatskonzept entwickelt. Weitere strategische Kriterien und fachliche Qualitätsindikatoren hat das BAFU in einer Vollzugshilfe definiert. 

Waldreservate in der Schweiz

Ende 2019 waren rund 87‘000 Hektaren oder 6,5 % der Waldfläche der Schweiz als Waldreservate ausgewiesen. Bis zum Jahr 2030 sollen es 10 % sein.

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Letzte Änderung 14.07.2022

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