Physikalische, chemische und biologische Bodenbelastungen

Bei den Bodenbelastungen unterscheidet man zwischen physikalischen (mechanischen), chemischen (stofflichen) und biologischen Belastungen.

Bodenbelastung
© Sektion Boden, BAFU

Zwischen den Belastungsarten gibt es zahlreiche Wirkungszusammenhänge; So fördert Bodenverdichtung beispielsweise den oberflächlichen Wasserabfluss und damit die Bodenerosion. Andererseits können Schadstoffe bodenbildende und bodenlockernde Lebewesen schädigen und damit der Erosion und Verdichtung Vorschub leisten.

Physikalische Bodenbelastungen

Unter die physikalischen Bodenbelastungen fallen vor allem die Bodenverdichtung und die Bodenerosion.

Böden werden verdichtet, wenn ihre Hohlräume zusammengepresst werden. Dies geschieht, wenn sie mit zu schweren Maschinen oder Fahrzeugen bearbeitet oder befahren werden. Dabei spielt die Bodenfeuchtigkeit eine wesentliche Rolle. Auf verdichteten Böden versickert das Wasser nicht mehr, die Luftzirkulation ist unterbunden und die Abbauprozesse und das Wurzelwachstum sind gehemmt. Am meisten verdichtungsgefährdet sind in der Schweiz Böden, auf denen Ackerbau oder intensive Graswirtschaft betrieben wird.

Bei der Bodenerosion wird fruchtbare Feinerde durch Wasser abgeschwemmt. Die Hauptursache für Erosion in der Schweiz ist die nicht standortgerechte landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Als besonders gefährdet gelten Hanglagen, aber auch offene Ackerflächen sowie Flächen mit intensivem Gemüseanbau. Der Landwirtschaft können durch Bodenerosion grosse wirtschaftliche Verluste erwachsen. Die Bodenerosion ist jedoch nicht bloss ein Bodenschutzproblem. Das abgeschwemmte nähr- und schadstoffreiche Erdmaterial belastet auch Gewässer oder wertvolle Biotope. Zudem leiden Kanalisationen und Verkehrsinfrastrukturen unter Erosionsereignissen, indem sie mit Schlamm und Steinen überdeckt und verstopft oder zumindest verunreinigt werden.

Chemische Bodenbelastungen

Über verschmutzte Luft, Niederschläge und Ablagerung von Stäuben, über Mineral- und Hofdünger, die Verwertung und illegale Entsorgung von Abfällen, Pflanzenschutzmittel etc. gelangen bedeutende Mengen an Schadstoffen auf und in die Böden. Die Auswirkungen sind oft nicht oder nur in Ansätzen bekannt. Ein Teil dieser Stoffe reichert sich im Boden an, während andere via Boden ins Wasser, in die Luft oder über Pflanzen in die Nahrungskette gelangen. Im Boden können sie das Bodenleben und damit die Bodenfruchtbarkeit schädigen. Der Mensch belastet den Boden mit Schadstoffen und indirekt das Trinkwasser und die Nahrungsmittel und damit sich selbst. Auch durch direkte Bodenaufnahme kann er sich gefährden.

Problematische Bodenbelastungen hängen in der Regel zusammen mit speziellen oder einseitigen Nutzungen (z.B. Rebbau), mit der Nähe zu wichtigen Schadstoffquellen (Strassenverkehr, Metallwerke), mit unkontrollierter Verwertung von belastetem abgetragenem Boden oder es sind Altlasten. Erhöhte Schadstoffgehalte können jedoch auch natürliche Ursachen haben (Beschaffenheit des Ausgangsgesteins).

Biologische Bodenbelastungen

Biologische Bodenbelastungen sind Belastungen durch gentechnisch veränderte, krankheitserregende oder standortfremde und invasive Lebewesen. Gegenwärtig ist diese Art der Bodengefährdung zwar nicht akut, doch durchaus real. Mit der Globalisierung werden Güter immer schneller über den Erdball verschoben. Mit ihnen reisen gewissermassen als blinde Passagiere auch Lebewesen, welche die Fruchtbarkeit unserer Böden beeinträchtigen können. Auch bei Freisetzungsversuchen können Organismen in den Boden gelangen, die das Ökosystem stören.

Flächenverbrauch

Ein weggebaggerter oder versiegelter Boden kann seine Funktionen im Naturhaushalt nicht mehr erfüllen. Insbesondere in den Agglomerationen und den angrenzenden ländlichen Räumen ist vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung damit zu rechnen, dass der Druck, Böden zu überbauen, weiterhin gross bleiben wird. Deshalb ist ein haushälterischer und sorgfältiger Umgang mit der Bodensubstanz ein zentrales Anliegen des Bodenschutzes. Die Raumplanung mit ihren Instrumenten ist hier gefordert.

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Letzte Änderung 21.08.2018

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