Rio+20: UNO-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung 2012

An der UNO-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung im Juni 2012 in Rio de Janeiro, Brasilien, erneuerte die Staatengemeinschaft das Engagement für die Nachhaltige Entwicklung. Mit dem Beschluss von Rio wurde erstmals die Grüne Wirtschaft auf die weltpolitische Agenda gesetzt. Weiter hat man Massnahmen zur Stärkung der institutionellen Rahmenbedingungen beschlossen. Zudem wurde an dieser Konferenz entschieden, dass, Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt werden sollen.

Mit der Rio+20-Konferenz wollte die internationale Staatengemeinschaft 40 Jahre nach der Konferenz über die menschliche Umwelt von Stockholm und 20 Jahre nach der Konferenz über Umwelt und Entwicklung von Rio das politische Engagement für die Nachhaltige Entwicklung erneuern, Fortschritte und Lücken in der Umsetzung der früheren Beschlüsse prüfen und Lösungen für neue Herausforderungen identifizieren. Schwerpunktthemen waren Grüne Wirtschaft im Kontext der Nachhaltigen Entwicklung und der Armutsreduktion sowie Reform der Nachhaltigkeits- und Umweltgouvernanz innerhalb der UNO. Des Weiteren wurden die Schaffung von globalen Nachhaltigkeitszielen sowie die Verabschiedung eines Aktionsrahmens zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklung diskutiert.

Der Bundesrat hatte das BAFU mit der Leitung und Koordination des Vorbereitungs- und Verhandlungsprozesses zu Rio+20 beauftragt. Beteiligt waren verschiedene Bundesstellen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, namentlich aus Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt-, Entwicklungs- und Jugendorganisationen.

Das Abschlussdokument war weniger ambitioniert als es sich die Schweiz gewünscht hätte, aber konnte in einzelnen Bereichen wichtige Akzente setzen und Prozesse starten um die nachhaltige Entwicklung zu stärken. Der Entscheid um Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erarbeiten. Dies mündete schlussendlich 2015 in die Verabschiedung der „2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung“ der UNO, bei welcher 17 Ziele und 169 Unterziele den Kernbestandteil bilden. Die Ziele sind wichtig, um jedem Land den Handlungsbedarf aufzuzeigen und den Fortschritt der Nachhaltigen Entwicklung mess- und vergleichbar zu machen. Es wurde die Schaffung eines hochrangigen politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung beschlossen, welches die Kommission für Nachhaltige Entwicklung abgelöst hat. Es fungiert als das globale Überprüfungsgremium für die Umsetzung der „2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung“.

  • Das Thema Grüne Wirtschaft ist zum ersten Mal in die höchste politische Agenda aufgenommen worden. Im Abschlussdokument ist explizit anerkannt worden, dass die Grüne Wirtschaft einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung und zur Armutsbekämpfung leisten kann.
  • Ein Zehnjahresprogramm für nachhaltiges Konsum- und Produktionsverhalten konnte verabschiedet werden. Das Programm ist ein konkretes Instrument zur Förderung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster und damit zur Umsetzung von grüner Wirtschaft. Die Schweiz war aktiv an der Erarbeitung dieses Instruments beteiligt.
  • Das UNO-Umweltprogramm UNEP wurde gestärkt, indem es die universelle Mitgliedschaft erhält und künftig alle Staaten mit umfassen wird. Damit erhöhen sich die politische Autorität und Legitimität von UNEP.
  • Schliesslich konnten in konkreten thematischen Bereichen, in welche sich die Schweiz aktiv eingebracht hat, wie namentlich Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, Chemikalien- und Abfallmanagement, Gesundheit und Naturkatastrophen Fortschritte erzielt werden.

UNO-Konferenzen: Meilensteine in der internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik

  • 1972 Stockholm: Die Konferenz in Stockholm gilt als Beginn der internationalen Umweltpolitik. Der 5. Juni, der Tag des Konferenzbeginns, ist heute der internationale Tag der Umwelt. In der Stockholm-Deklaration bekennt sich die Staatengemeinschaft erstmals zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Umweltschutz. Dem Recht der Staaten auf Nutzung der eigenen Ressourcen wird die Pflicht gegenüber gestellt, dafür zu sorgen, dass durch Tätigkeiten im eigenen Land anderen Staaten kein Schaden zugefügt wird. Im Nachgang zur Konferenz von Stockholm wurde das UNO Umweltprogramm UNEP gegründet.
  • 1992 Rio: An der Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio wurden wichtige Grundsätze wie das Vorsorgeprinzip oder das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Zudem verabschiedete die Staatengemeinschaft fünf Dokumente, darunter die Klimaschutz- und Artenschutz-Konvention.
  • 2002 Johannesburg: Hauptergebnis dieses Weltgipfels war, dass die Umsetzung des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung durch neue Prioritäten und Umsetzungsprogramme konkretisiert wurde. Zudem wurden die Institutionen gestärkt und für spezifische Themen wie Chemikalien thematische Ziele formuliert.

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Letzte Änderung 27.04.2017

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