Massnahmen gegen Strassenlärm

Strassenlärm lässt sich vor allem durch den Einbau von lärmarmen Strassenbelägen, den Einsatz leiser Reifen, Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie durch eine angepasste Fahrweise an der Quelle reduzieren. Würden diese Massnahmen flächendeckend angewendet, könnte der grösste Teil der Bevölkerung vor schädlichem oder lästigem Strassenlärm geschützt werden.

Grafik: Geschätztes Potential der Massnahmen an der Quelle - Lärmschutzmassnahmen im Strassenverkehr
Geschätztes Potential von Lärmschutzmassnahmen im Strassenverkehr

Das Potential der Massnahmen zur Reduktion von Strassenlärm wird auf 6 bis 8 Dezibel geschätzt. Das bedeutet, dass bei einem flächendeckenden und konsequenten Einsatz dieser Massnahmen ca. 70% der Menschen, die heute an einem Ort mit Grenzwertüberschreitungen wohnen, vor schädlichem oder lästigem Strassenlärm geschützt werden könnten.

Lärmarme Strassenbeläge

Ab ungefähr 30 km/h ist das Reifen-Fahrbahn-Geräusch bei einem Auto die dominante Lärmquelle. Ein lärmarmer Belag hat eine feine Oberfläche, welche weniger Lärm entstehen lässt, und einen höheren Hohlraumgehalt, der einen Teil des noch entstehenden Lärms schluckt.

Die wirkungsvollsten Beläge erzielen im Neuzustand eine Lärmreduktion von bis zu 9 Dezibel gegenüber herkömmlichen Belägen. Dies hat denselben Effekt, wie wenn nur noch ein Achtel des Verkehrs unterwegs wäre. Ausserdem reduzieren sie die besonders hohen Töne, was die Störwirkung in der subjektiven Wahrnehmung noch stärker verringert. Die Lärm dämpfende Wirkung nimmt allerdings nach einigen Jahren ab.

Geschwindigkeitsreduktion

Die Herabsetzung der Geschwindigkeit ist eine einfache Massnahme, um den Strassenverkehr leiser zu machen. So verringert Tempo 30 beispielsweise die Lärmemissionen im Vergleich zu Tempo 50 von ca. drei Dezibel. Dies entspricht ungefähr der Halbierung der Verkehrsmenge. Die Verringerung der subjektiven Störwirkung geht auch hier über die tatsächliche Reduktion heraus, da die störenden Lärmspitzen überproportional abnehmen.

Leise Reifen

Ab ungefähr 30 km/h ist das Reifen-Fahrbahn-Geräusch bei einem Auto die dominante Lärmquelle. Leise Reifen haben das Potenzial, den Lärm um mindestens zwei Dezibel zu senken, ohne dabei Einbussen in anderen Bereichen, wie zum Beispiel dem Bremsweg, aufzuweisen.

 Mit der Einführung der Reifenetikette seit dem 1. August 2014 sind die Lärmemission von Reifen für Konsumentinnen und Konsumenten sichtbar.

Lärmbewusstes Fahrverhalten

Ein rücksichtsvoller Umgang mit dem Fahrzeug, insbesondere in bewohnten Gebieten, hilft Lärm zu vermeiden. Bei niedriger Geschwindigkeit ist das Antriebsgeräusch die dominante Lärmquelle. Deshalb kann besonders dann mit einem lärmarmen Fahrstil leiser gefahren werden. Zudem verhindert das bewusste Fahrverhalten störende Lärmspitzen. Zusätzliche positive Effekte sind Treibstoff- und CO2-Einsparungen.

Lärmsanierung Strassen

Das Umweltschutzgesetz und die seit 1987 geltende Lärmschutz-Verordnung verpflichten die Strasseneigentümer zur Sanierung von Strassenabschnitten, die übermässigen Lärm verursachen.

  • Die bis Ende März 2018 abzuschliessenden Lärmsanierungen der Haupt- und übrigen Strassen liegt in der Kompetenz der Standortkantone. Die Bundesbeiträge für Lärm-Sanierungen der Strassen werden bis Ende 2022 verlängert. Der Bundesrat hat am 21. Februar 2018 die Revision der Lärmschutz-Verordnung (LSV) genehmigt. Die angepasste Verordnung tritt am 1. April 2018 in Kraft.
  • Im Fall der Nationalstrassen, die laut Verordnung bis Ende März 2015 saniert werden müssen, ist das Bundesamt für Strassen ASTRA für diese Aufgabe zuständig.

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Letzte Änderung 21.02.2018

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