Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, Luftqualität und Gesundheit

Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag in der Schweiz über Wochen stark verändert. Wirkt sich dies auch auf unsere Umwelt aus? Und welchen Einfluss hat die Luftqualität auf unsere Gesundheit oder gar auf die Pandemie?    

Corona Massnahmen und Luftqualität

Bessere Luftqualität durch dauerhafte Massnahmen

Die Luftschadstoff-Emissionen haben sich in den letzten Jahrzehnten durch die von Bund, Kantonen und Gemeinden getroffenen Massnahmen stark vermindert. Die Abnahme des Abgasausstosses von Feuerungen, industriellen und gewerblichen Betrieben, Fahrzeugen sowie Maschinen mit Verbrennungsmotoren hat sich auch positiv auf die Luftqualität ausgewirkt.

Einfluss der Massnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie

Die Luftschadstoffbelastung in der Schweiz wird durch viele Emissionsquellen verursacht. In welchem Ausmass die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch die Emissionen von Luftschadstoffen verringert haben, ist deshalb nicht so einfach abzuschätzen. So hat die Belastung von Feinstaub PM10, zu der viele Emissionsquellen lokal und grossräumig beitragen, kaum abgenommen. Beim Stickstoffdioxid NO2, dessen grösste Quelle der Verkehr ist, zeigt sich, dass sich das verminderte Verkehrsaufkommen auch in einer besseren Luftqualität insbesondere an strassennahen Standorten manifestiert.
Die kurzfristige Höhe der Luftbelastung ist aber auch stark von der Witterung abhängig. Diesem Umstand muss bei Vergleichen entsprechend Rechnung getragen werden. Solche vertieften Analysen der Schadstoffbelastung an den Stationen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (NABEL) unter Berücksichtigung des jeweiligen Einflusses der Witterung finden sich neu auf der Empa Homepage.

Das Ziel bleibt saubere und damit gesunde Luft

Auch wenn der Ausstoss von Luftschadstoffen temporär abnimmt und sich damit die Luftqualität kurzfristig verbessert hat, so braucht es für eine dauerhafte Verbesserung eine anhaltende Reduktion der Luftschadstoffe. Der Ausstoss von Feinstaub, von Stickstoffdioxid und flüchtigen organischen Verbindungen sowie von Ammoniak muss weiter reduziert werden, indem in der Schweiz aber auch international bei Motorfahrzeugen, landwirtschaftlichen und industriellen Anlagen sowie Heizungen konsequent der beste Stand der Technik gefördert und zur Anwendung gebracht wird.

Denn Luft ist Leben. Ein Mensch atmet pro Tag etwa 15 000 Liter oder umgerechnet gut 15 Kilo-gramm Luft ein. Damit ist die Umgebungsluft unser wichtigstes Lebensmittel. Dieser Luft gilt es Sorge zu tragen, jetzt und in Zukunft.

Studien bestätigen, dass hohe Luftverschmutzungswerte, insbesondere durch Feinstaub, die Gesundheit beeinträchtigen und Lungen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere bei Älteren und Personen mit Vorerkrankungen, verschlimmern. Grosse städtische Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte und intensiven Aktivitäten sind Quellen hoher Luftverschmutzung, insbesondere in den Megastädten Asiens oder in europäischen Metropolen. In diesen Regionen gibt es auch eine grosse Zahl von COVID-19-Infektionen. Zurzeit gibt es jedoch noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass hohe Luftverschmutzungswerte eine kausale Rolle bei der Ausbreitung von COVID-19 spielen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Luftverschmutzung die Auswirkungen des COVID-19-Virus verschlimmern könnte. Dies könnte dadurch begründet sein, dass in Regionen mit hoher Luftverschmutzung die Prävalenz von Personen mit Vorerkrankungen erhöht ist, was bei einer Infektion die Anfälligkeit für einen schwerwiegenderen Krankheitsverlauf ansteigen lässt. Die allfälligen Wechselwirkungen von Luftverschmutzung und COVID-19 sollen in einem Projekt des SwissTPH nun vertieft analysiert werden.

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Letzte Änderung 27.05.2020

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