Stickstoffhaltige Luftschadstoffe beeinträchtigen auch die Biodiversität

Erhöhte Stickstoffeinträge beeinträchtigen durch Überdüngung eine Vielzahl von stickstoffempfindlichen Ökosystemen. Rund zwei Drittel der Stickstoffeinträge stammen aus Ammoniakemissionen der Landwirtschaft, etwa ein Drittel stammt von Stickoxiden aus Verbrennungsprozessen. Mit dem Ziel, die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen, will der Bundesrat die Emissionen von Ammoniak um ca. 40% und von Stickoxiden um ca. 50% gegenüber 2005 reduzieren.

Luftschadstoffe werden über weite Distanzen verfrachtet und schliesslich als trockene und nasse Deposition in empfindliche aquatische und terrestrische Ökosysteme eingetragen. Stickstoff- und Schwefeleinträge versauern und überdüngen empfindliche Ökosysteme. Sie bewirken zum Beispiel eine Versauerung von alpinen Bergseen und höher gelegenen Flüssen, aber auch von Waldböden in allen Höhenlagen.

Erhöhte Stickstoffeinträge beeinträchtigen zudem durch Überdüngung eine Vielzahl von stickstoffempfindlichen Ökosystemen wie Wälder, artenreiche Naturwiesen und Trockenrasen, alpine Heiden, Hoch- und Flachmoore. Folgen der Überbelastung von Wäldern mit Stickstoff sind zum Beispiel die Auswaschung von Stickstoff in Form von Nitrat aus dem Waldboden ins Grundwasser sowie Veränderungen der Biodiversität.

Hauptverursacher

Rund zwei Drittel der Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme haben heute in der Schweiz ihren Ursprung in Ammoniakemissionen der Landwirtschaft, etwa ein Drittel stammt von Stickoxiden aus Verbrennungsprozessen.

Nationaler und internationaler Handlungsbedarf

Sowohl auf internationaler Ebene als auch in der Schweiz ist unbestritten, dass die heutige Situation bezüglich des Stickstoffeintrags in die Umwelt verbessert werden muss.

Im Rahmen der «Konvention über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung» wurden mit den sogenannten Critical Loads und Critical Levels Wirkungsschwellen für Stickstoff-Deposition und Ammoniak-Konzentrationen festgelegt. Diese werden in der Schweiz in weiten Teilen überschritten. Besonders gross ist der Handlungsbedarf bei den Ammoniak-Emissionen der Landwirtschaft.

Ziele des Bundesrats

Der Bundesrat hat im Bericht «Konzept betreffend lufthygienische Massnahmen des Bundes» vom 11. September 2009 als Ziel für Ammoniak eine Emissionsreduktion um ca. 40%, für Stickoxide um ca. 50% gegenüber 2005 festgelegt. Vor diesem Hintergrund sollen bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik substantielle Verbesserungen beim Ammoniak erreicht werden.

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Letzte Änderung 20.06.2016

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