Massnahmen zur Luftreinhaltung bei Feuerungen

Praktisch jedes Gebäude in der Schweiz ist mit einer Heizung ausgerüstet. Dies ergibt eine grosse Anzahl von Feuerungen. Entsprechend wichtig sind die Qualität der Anlagen und des Brennstoffs sowie die richtige Bedienung.

Vorschriften in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) zum Inverkehrbringen und zum Betrieb der Feuerungen, zur Höhe der Kamine sowie zur Brennstoffqualität tragen dazu bei, unnötige Luftschadstoffemissionen sowie Beeinträchtigungen durch Abgase zu vermeiden. Als weitere Massnahme können Holzfeuerungen mit Staubabscheidesystemen ausgestattet werden. Dies verringert den Feinstaubausstoss.

Schliesslich sind auch beim Feuern im Freien gewisse Vorschriften der LRV zu beachten, damit zum Beispiel lästige Rauchentwicklung vermieden wird.


Inverkehrbringen von Feuerungen

Öl-, Gas- und Holzfeuerungen bis 350 kW dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn der Hersteller oder Importeur einen Konformitätsnachweis erbringen kann.

  • Dieser belegt, dass dieser Feuerungstyp auf dem Prüfstand gemessen wurde und die Anforderungen von Anhang 4 der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) erfüllt.
  • Ausserdem beinhaltet der Nachweis eine sogenannte Konformitätserklärung des Herstellers oder Importeurs.

Handwerklich hergestellte Holzfeuerungen können in Verkehr gebracht werden, wenn sie

  • entweder mit dem Berechnungsprogramm des Verbands für Hafner und Plattenleger (VHP) berechnet sind
  • oder mit einem wirksamen Partikelabscheider ausgerüstet sind.

Feuerungskontrolle

Unabhängig von den Anforderungen an das Inverkehrbringen von Feuerungen sind in der LRV Emissionsgrenzwerte für den Betrieb festgelegt. Je grösser eine Anlage ist, desto strengere Werte sind vorgegeben. Die Einhaltung der Grenzwerte wird periodisch kontrolliert.

Feuerungen werden alle zwei Jahre kontrolliert. Dabei werden die Emissionen gemessen (Art. 13 und Anhang 3 LRV). Der grösste Teil dieser Kontrollen wird von Feuerungskontrolleuren durchgeführt. Je nach Kanton handelt es sich entweder um amtliche Kontrolleure oder der Inhaber kann selber einen Kontrolleur auswählen. Die grösseren Anlagen werden häufig durch die Luftunion kontrolliert.

Bei Öl- und Gasfeuerungen wird die Einhaltung der Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Stickoxid überprüft, bei Kesseln auch die Abgasverluste. Bei Ölfeuerungen wird zudem die Russzahl kontrolliert. Dank den Feuerungskontrollen sind seit Beginn der 1990er-Jahre die Emissionen der Öl- und Gasfeuerungen stark zurückgegangen.

Für den Betrieb von Holzfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung von bis zu 70 kW ist lediglich ein Grenzwert für Kohlenmonoxid festgelegt. Dieser gilt in der Regel als eingehalten, wenn die Sichtkontrolle ergibt, dass die Feuerung richtig bedient und vor allem mit dem richtigen Brennstoff betrieben wird.

Um Feinstaubemissionen zu vermindern, informieren die Kontrolleure sowie die Kantone die Betreiber darüber, wie bei Anlagen mit oberem Abbrand schadstoffärmer angefeuert werden kann. Um das Ziel einer erneuerbaren und emissionsarmen Energiegewinnung zu erreichen, muss nicht nur die Weiterentwicklung der Anlagentechnik fortgeführt werden. Es muss auch das Bewusstsein der Betreiber gestärkt werden, dass sie selber durch korrekte Handhabung der Anlage die Emissionen zu einem wesentlichen Teil reduzieren können.

Emissionsmessung bei Feuerungen für Öl, Gas und Holz

Cover Emissionsmessung bei Feuerungen für Öl, Gas und Holz

Messempfehlungen Feuerungen. 2013

Bei Holzfeuerungen mit einer Leistung von mehr als 70 kW bestehen Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Feinstaub. Diese Anlagen werden üblicherweise durch Firmen der Luftunion kontrolliert.

Emissionsmessung bei stationären Anlagen

Cover Emissionsmessung bei stationären Anlagen

Emissions-Messempfehlungen. 2013


Kaminhöhe (Höhe von Abluftanlagen)

Die Abgase von Feuerungen sowie aus industriellen und gewerblichen Anlagen müssen in der Regel über Dach abgeleitet werden. Wie hoch die Abluftanlage über Dach sein muss, wird in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) sowie in einer Vollzughilfe des BAFU geregelt.


Brennstoffqualität

Eine verbesserte Qualität der Treib- und Brennstoffe trägt zur Reduktion der Luftbelastung bei. Für Benzin und Diesel hat der Bund Qualitätsvorschriften eingeführt. Auch für die Zusammensetzung von Heizöl, Holz-, Gas- und Kohlebrennstoffen gelten Grenzwerte oder Qualitätsvorschriften. Damit wurden die Schwefeldioxid- und Bleiemissionen massiv verringert.


Staubabscheidesysteme

Mit einem Staubabscheidesystem müssen nur handwerklich hergestellte Feuerungen, die nicht nach einem anerkannten Berechnungsverfahren gebaut wurden, ausgerüstet sein. Das Staubabscheidesystem muss die Konzentration der Feststoffe im Abgas im Normalbetrieb um mindestens 60 % vermindern (Art. 20 Abs. 1 Bst. h Ziff. 2 LRV).

Moderne Staubabscheidesysteme erreichen einen hohen Abscheidegrad. Es existieren Systeme, mit denen bestehende Feuerungen ohne bauliche Massnahmen nachgerüstet werden können. Eine Nachrüstung lohnt sich lufthygienisch auch für Feuerungen ohne gesetzliche Verpflichtung.

Der Verein Holzenergie Schweiz veröffentlicht auf seiner Website eine Liste mit Firmen, die geeignete Staubabscheidesysteme verkaufen. Die in dieser Liste aufgeführten elektrostatischen Staubabscheidesysteme für kleine Holzfeuerungen erfüllen die Anforderungen der LRV (Art. 20 Abs. 1 Bst. h Ziff. 2). Sie vermindern die Konzentration der Feststoffe im Abgas im Normalbetrieb um mindestens 60 %.


Richtiges Feuern im Freien

Beim Feuern im Freien ist das Holz so zur Glut zu bringen, dass möglichst wenig Rauch entsteht. Für ein rauchfreies Feuer eignet sich ausschliesslich naturbelassenes, trockenes Holz. So erreicht das Feuer rasch hohe Temperaturen. Dies führt zur vollständigen Verbrennung mit relativ geringen Emissionen.

Ausreichend trockene Wald-, Feld- und Gartenabfälle dürfen verbrannt werden, wenn dabei nur wenig Rauch entsteht (Art. 26b LRV). Es wird jedoch empfohlen, solche Grünabfälle nicht zu verbrennen, sondern beispielsweise zu kompostieren oder als Strukturmaterial zu verwenden. Viele Gemeinden bieten entsprechende Sammelstellen an.

Bei der Verbrennung von Wald-, Feld- und Gartenabfällen sind nicht nur die LRV-Vorschriften, sondern auch kantonale und kommunale Vorgaben einzuhalten. Mancherorts ist für die Verbrennung eine Bewilligung notwendig. Das Verbrennen anderer Abfälle im Freien ist verboten (Art. 26a LRV). Dies würde die Umwelt massiv mit Schadstoffen belasten.

Einige Kantone haben Vorschriften zum richtigen Feuern im Freien erlassen. Sie haben ebenfalls Merkblätter veröffentlicht.

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Letzte Änderung 23.07.2018

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