Massnahmen zur Luftreinhaltung bei Feuerungen

Praktisch jedes Gebäude in der Schweiz ist mit einer Heizung ausgerüstet. Dies ergibt eine grosse Anzahl von Feuerungen. Entsprechend wichtig sind die Qualität der Anlagen und des Brennstoffs sowie die richtige Bedienung.

Vorschriften in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) zum Inverkehrbringen und zum Betrieb der Feuerungen, zur Höhe der Kamine sowie zur Brennstoffqualität tragen dazu bei, unnötige Luftschadstoffemissionen sowie Beeinträchtigungen durch Abgase zu vermeiden. Als weitere Massnahme können Holzfeuerungen mit Staubabscheidesystemen ausgestattet werden. Dies verringert den Feinstaubausstoss.

Schliesslich sind auch beim Feuern im Freien gewisse Vorschriften der LRV zu beachten, damit zum Beispiel lästige Rauchentwicklung vermieden wird.


Inverkehrbringen, Inbetriebnahme und Betrieb von Feuerungen


Die LRV hat bis anhin das Inverkehrbringen, die Inbetriebnahme und den Betrieb von Öl-, Gas- und Holzfeuerungen geregelt.

Mit deren Revision vom 1. Juni 2018 erfolgte unter anderem die etappenweise Angleichung der schweizerischen Vorschriften zum Inverkehrbringen von Öl-, Gas- und Holzfeuerungen an die geltenden Europäischen Vorschriften. Dies hat zur Folge, dass zum Inverkehrbringen von Feuerungsanlagen nicht mehr ausschliesslich die Vorschriften gemäss LRV anwendbar sind, sondern auch die Vorschriften der Energieeffizienzverordnung (EnEV) sowie das Bauprodukterecht (BauPG) beachtet werden müssen.

Die Vorschriften zur Inbetriebnahme sowie für den Betrieb von Feuerungen werden weiterhin ausschliesslich in der LRV geregelt. 


Feuerungskontrolle

In der LRV sind Emissionsgrenzwerte für den Betrieb von Feuerungen festgelegt. Je mehr Leistung mit einer Anlage erzeugt wird, desto strengere Grenzwerte müssen eingehalten werden, was periodisch durch eine Emissionsmessung kontrolliert wird (Art. 13 und Anhang 3 LRV).

Der grösste Teil dieser Kontrollen wird durch Feuerungskontrolleure durchgeführt. Je nach kantonaler Vollzugsregelung handelt es sich dabei entweder um amtliche oder durch den Inhaber der Feuerung gewählte Kontrollpersonen. Die grösseren Anlagen, d. h. Holzfeuerungen über 70 kW sowie Öl- und Gasfeuerungen über 1 MW, werden häufig durch Messfirmen der Luftunion kontrolliert. Dank der Feuerungskontrolle konnten seit Beginn der 1990er-Jahre den lufthygienischen Anforderungen nicht mehr genügende Anlagen identifiziert und saniert werden, was eine starke Reduktion der Emissionen durch Öl- und Gasfeuerungen zur Folge hatte.

Bei Öl- und Gasfeuerungen wird das Einhalten der Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Stickoxid alle zwei respektive alle vier Jahre überprüft, bei Kesseln zusätzlich die Abgasverluste. Bei Ölfeuerungen wird zudem die Russzahl kontrolliert. Für den Betrieb von Holzheizkesseln mit einer Feuerungswärmeleistung von bis zu 70 kW sind Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Feststoffe festgelegt. Der Grenzwert für Kohlenmonoxid wird alle vier Jahre überprüft, derjenige für Feststoffe lediglich bei der Abnahme der neuen oder sanierten Anlage. Bei Holzheizkesseln mit einer Feuerungswärmeleistung grösser als 70 kW oder für den Betrieb mit Restholz werden die Emissionen beider Grenzwerte alle zwei Jahre kontrolliert.

Keine periodische Messung wird bei Einzelraumfeuerungen durchgeführt. Wird eine solche jedoch regelmässig genutzt (Holzverbrauch über 1 m3 pro Jahr), wird alle zwei Jahre eine Sichtkontrolle durchgeführt. Dadurch kann überprüft werden, dass die Feuerung richtig bedient und mit geeignetem Brennstoff betrieben wird.

Um Feinstaubemissionen aus Holzfeuerungen zu vermindern, werden Anlagebetreiber durch Vollzugsbehörden, Kontrolleure, Feuerungshersteller sowie Branchenverbände über schadstoffarmes feuern informiert. Um das Ziel einer möglichst emissionsarmen Wärmeerzeugung zu erreichen, muss nicht nur die Anlagetechnik weiterentwickelt, sondern auch das Bewusstsein der Betreiber für einen korrekten Anlagebetrieb gestärkt werden.

Emissionsmessung bei Feuerungen für Öl, Gas und Holz

Cover Emissionsmessung bei Feuerungen für Öl, Gas und Holz

Messempfehlungen Feuerungen. 2. aktualisierte Ausgabe. 2018

Bei Holzfeuerungen mit einer Leistung von mehr als 70 kW bestehen Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Feinstaub. Diese Anlagen werden üblicherweise durch Firmen der Luftunion kontrolliert.

Emissionsmessung bei stationären Anlagen

Cover Emissionsmessung bei stationären Anlagen

Emissions-Messempfehlungen. 2018


Kaminhöhe (Höhe von Abluftanlagen)

Die Abgase von Feuerungen sowie aus industriellen und gewerblichen Anlagen müssen in der Regel über Dach abgeleitet werden. Wie hoch die Abluftanlage über Dach sein muss, wird in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) sowie in einer Vollzughilfe des BAFU geregelt.


Brennstoffqualität

Eine verbesserte Qualität der Treib- und Brennstoffe trägt zur Reduktion der Luftbelastung bei. Für Benzin und Diesel hat der Bund Qualitätsvorschriften eingeführt. Auch für die Zusammensetzung von Heizöl, Holz-, Gas- und Kohlebrennstoffen gelten Grenzwerte oder Qualitätsvorschriften. Damit wurden die Schwefeldioxid- und Bleiemissionen massiv verringert.


Staubabscheidesysteme

Mit einem Staubabscheidesystem müssen nur handwerklich hergestellte Feuerungen, die nicht nach einem anerkannten Berechnungsverfahren gebaut wurden, ausgerüstet sein. Das Staubabscheidesystem muss die Konzentration der Feststoffe im Abgas im Normalbetrieb um mindestens 60 % vermindern (Art. 20 Abs. 1 Bst. h Ziff. 2 LRV).

Moderne Staubabscheidesysteme erreichen einen hohen Abscheidegrad. Es existieren Systeme, mit denen bestehende Feuerungen ohne bauliche Massnahmen nachgerüstet werden können. Eine Nachrüstung lohnt sich lufthygienisch auch für Feuerungen ohne gesetzliche Verpflichtung.

Der Verein Holzenergie Schweiz veröffentlicht auf seiner Website eine Liste mit Firmen, die geeignete Staubabscheidesysteme verkaufen. Die in dieser Liste aufgeführten elektrostatischen Staubabscheidesysteme für kleine Holzfeuerungen erfüllen die Anforderungen der LRV (Art. 20 Abs. 1 Bst. h Ziff. 2). Sie vermindern die Konzentration der Feststoffe im Abgas im Normalbetrieb um mindestens 60 %.


Richtiges Feuern im Freien

Beim Feuern im Freien ist das Holz so zur Glut zu bringen, dass möglichst wenig Rauch entsteht. Für ein rauchfreies Feuer eignet sich ausschliesslich naturbelassenes, trockenes Holz. So erreicht das Feuer rasch hohe Temperaturen. Dies führt zur vollständigen Verbrennung mit relativ geringen Emissionen.

Ausreichend trockene Wald-, Feld- und Gartenabfälle dürfen verbrannt werden, wenn dabei nur wenig Rauch entsteht (Art. 26b LRV). Es wird jedoch empfohlen, solche Grünabfälle nicht zu verbrennen, sondern beispielsweise zu kompostieren oder als Strukturmaterial zu verwenden. Viele Gemeinden bieten entsprechende Sammelstellen an.

Bei der Verbrennung von Wald-, Feld- und Gartenabfällen sind nicht nur die LRV-Vorschriften, sondern auch kantonale und kommunale Vorgaben einzuhalten. Mancherorts ist für die Verbrennung eine Bewilligung notwendig. Das Verbrennen anderer Abfälle im Freien ist verboten (Art. 26a LRV). Dies würde die Umwelt massiv mit Schadstoffen belasten.

Einige Kantone haben Vorschriften zum richtigen Feuern im Freien erlassen. Sie haben ebenfalls Merkblätter veröffentlicht.

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Letzte Änderung 27.03.2019

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