Aufgaben und Massnahmen des Bundes

Zu den Aufgaben des Bundes gehören die Erdbebenüberwachung und die nationale Gefährdungsabschätzung. Der Bund ist dafür verantwortlich, seine eigenen Bauten und Anlagen gegen Erdbeben zu schützen. Auch innerhalb seiner Aufsichtstätigkeit sind Massnahmen zur Erdbebenvorsorge integriert. Im Ereignisfall muss der Bund die Kantone gemäss Prinzip der Subsidiarität unterstützen.

Seit 2001 koordiniert der Bund seine Aktivitäten im Bereich Erdbebenrisikomanagement im Rahmen eines Massnahmenprogramms. Diese Aktivitäten betreffen vier Bereiche:

1. Zusammenarbeit

Eine institutionalisierte Zusammenarbeit unter den Bundesstellen sowie zwischen Bund und weiteren wichtigen Stakeholdern wie Kantonen, Fachverbänden und Versicherungen ist für einen effizienten Vollzug des Erdbebenrisikomanagements in der Schweiz wichtig. Die Koordination der dazugehörigen Massnahmen wird von der Koordinationsstelle für Erdbebenvorsorge des Bundes beim BAFU sichergestellt.

2. Bereitstellung von Grundlagen

Durch Information, sowie die Verbreitung von Grundlagen und Lösungsansätzen verbessert der Bund das Bewusstsein und die Selbstverantwortung bei allen Betroffenen und fördert dadurch die Realisierung von präventiven und vorsorglichen Massnahmen.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. Er überwacht die seismische Aktivität in der Schweiz und beurteilt die Erdbebengefährdung gemäss dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Er ist ab 2017 ebenfalls für die Erstellung und den Betrieb eines Erdbebenrisikomodells für die Schweiz zuständig.

Das BAFU als Fachstelle des Bundes für den Erdbebenschutz sorgt in Zusammenarbeit mit den relevanten Fachverbänden und Bundesstellen für die Erstellung und Aktualisierung der nötigen technischen Grundlagen zum Vollzug des Erdbebenschutzes in der Schweiz.

3. Vollzug des Erdbebenschutzes im Einflussbereich des Bundes

Die Bau- und Liegenschaftsorgane des Bundes (BLO) stellen im Rahmen ihrer Bauvorhaben sicher, dass die entsprechenden Normenanforderungen eingehalten werden. Dazu wenden sie das BAFU-Instrumentarium „Erdbebenschutz bei Bauvorhaben des Bundes“ an. Das Bundesamt für Strassen stellt die Umsetzung der Erdbebenvorschriften für die Nationalstrassen sicher.

Der Bund inventarisiert seit 2002 die Erdbebensicherheit seiner wichtigsten Bauten im Inland und seit 2009 im Ausland. Für identifizierte kritische Bauwerke sind zeitnah detaillierte Überprüfungen der Erdbebensicherheit und allfällig nötige verhältnismässige Massnahmen umzusetzen.

Die Aufsichts- und Genehmigungsbehörden des Bundes verlangen in ihrem Zuständigkeitsbereich die Umsetzung der geltenden Anforderungen zum Schutz vor Erdbeben. Dafür werden in Zusammenarbeit mit dem BAFU spezifische Richtlinien, Instrumentarien und Prüfverfahren erstellt und verwendet.

4. Vorbereitungen für die Ereignisbewältigung

Die Bewältigung eines Schadenbebens kann rasch die Mittel und Möglichkeiten der betroffenen Kantone übersteigen. Die Auswirkungen können zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensgrundlagen führen, die bedeutende soziale, wirtschaftliche und politische Langzeitwirkungen haben können. Der Bundesrat führt im Ereignisfall den Einsatz auf Stufe Bund. Bei einem Ereignis von nationaler Tragweite kommt der Bundesstab für ABCN Er-eignisse (BST ABCN) zum Einsatz. Er beurteilt die Gesamtlage und koordiniert den Einsatz der zusätzlich erforderlichen Ressourcen. Er steuert die Massnahmen des Bundes bei der Ereignisbewältigung und sorgt dafür, dass sie auf diejenigen der Kantone abgestimmt sind. Bei Bedarf erarbeitet er Anträge an den Bundesrat.

Mit der nationalen Vorsorgeplanung Erdbeben werden die Rollen der verschiedenen Bundesstellen bei der Bewältigung von Erdbeben festgelegt und die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantone optimiert. Auf dieser Basis sollen die betroffenen Bundesstellen die nötigen Vorbereitungsmassnahmen implementieren. Zur Vorbereitung seines Einsatzes verfügt der Bundesstab ABCN über eine Startstrategie und Ansätze für eine längerfristige Bewältigungsstrategie die auf der nationalen Vorsorgeplanung Erdbeben basieren.

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Letzte Änderung 30.10.2018

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